Porträt Holly McGlynn

Mcglynn-Bio-ImageHolly McGlynn ist Fashion-Fotografin aus Irland, lebt aber in London. Sie hat Fotografie an der Goldsmith Akademie studiert und war 2014 und 2015 für den Irish Fashion Photographer of the Year Award nominiert. Zudem gewann sie eine Goldmedaille beim Pariser Prix de la Photographie 2015.

 
 
 
 
 

Wie sind Sie zur Fotografie gekommen?

Vor fast 9 Jahren bin ich nach London gezogen, um an der Goldsmith Akademie Fotografie zu studieren. Nach meinem Abschluss probierte ich verschiedene Genres aus – Event- und Porträtfotografie, Fotojournalismus, sogar die ein oder andere Hochzeit – bis ich für eine Weile bei der FineArt Fotografie verharrte. Zur Fashion-Fotografie wechselte ich vor etwa 5 Jahren.

 

 

Was ist Ihr fotografischer Schwerpunkt und was hat Sie motiviert, sich auf dieses Genre zu konzentrieren?

Ich bin Fashion-Fotografin, also fotografiere ich Fashion-Editorials für Magazine und Kampagnen für verschiedene Marken. Bevor ich zur Fashion-Fotografie wechselte, empfand ich die FineArt Fotografie als einsam und frustrierend. Mir wurde klar, dass es mir gut gefällt im Team zu arbeiten, Deadlines einzuhalten, produktiv zu sein und mich in einer schnelllebigen, dynamischen Branche zu bewegen. Fashion-Fotografie habe ich schon immer geliebt, daher war es für mich genau der richtige Schritt.

 

Gab es besondere Schwierigkeiten oder Herausforderungen, sich als Frau in diesem fotografischen Markt zu etablieren?

Das ist für mich schwierig zu beurteilen, weil ich selbstständig bin. Was die Fotografie angeht, arbeite ich allein und daher habe ich keinen direkten Vergleich dazu ob ich mehr oder weniger Schwierigkeiten hatte als ein Mann mit demselben Job. Was mir allerdings immer wieder begegnet, ist der Honorarunterschied zwischen Männern und Frauen. Er liegt bei Angestellten bei 18,1% und ist unter den Selbstständigen noch gravierender. Da aber niemand über seine Honorare spricht, lässt sich nur schwer einschätzen, wo man selbst steht. Neulich erhielt ich versehentlich ein Dokument eines Kunden, das eine Übersicht über mögliche Fotografen für eine kommende Kampagne enthielt. Ich war die einzige Frau auf der Liste, der teuerste Fotograf auf der Liste und am Ende war ich die Fotografin, die gebucht wurde. Das war ein wirklich toller Moment für mich!

 

 

Was ist bisher Ihr größter Erfolg oder Ihre größte Herausforderung?

Die größte Herausforderung bei der Fashion-Fotografie ist vermutlich die große Konkurrenz und häufige Ablehnung. Ich habe Auszeichnungen gewonnen und Kampagnen für einige der weltgrößten Marken fotografiert, ich glaube jedoch dass mein größter Erfolg ist, dass ich absolut unerbittlich bin und trotz Ablehnung und Konkurrenz niemals aufgegeben habe.

 

Wer und/oder was inspiriert Sie am meisten?

Ich schaue mir gerne an, was andere Fashion-Fotografen produzieren und welche Art von Arbeiten die Magazine beauftragen. Meine Lieblingsfotografen sind unter anderem Ellen von Unwerth, Juergen Teller oder Miles Aldrige. Mich inspirieren auch verschiedene Dinge: Farben, Stile, persönliche Einstellungen oder Ideen.

 

 

Was ist Ihre Herangehensweise? Gibt es etwas, was Sie während eines Shootings erreichen möchten (wie zum Beispiel bestimmte Gefühle auszulösen o.ä.) oder spezielle Techniken, die Sie verwenden?

Ich sage immer dass die wichtigste Aufgabe eines Fotografen schon vor der ersten Aufnahme darin besteht, dass sich jeder auf dem Set mit einbezogen, wertgeschätzt und befähigt fühlt, den Job zu erledigen. Wenn du das nicht tust, bist du als Fotograf gescheitert. Daher sorge ich immer dafür, dass das gesamte Team sich das Mood Board angesehen und verstanden hat, was am jeweiligen Tag erreicht werden soll. Wenn sich alle auf einer Linie befinden und entspannt sind, erhältst du immer die besseren Ergebnisse. Ich denke auch, dass du die beste Arbeit ablieferst, wenn du bereit bist, Risiken einzugehen – ich mache fast alles um das Foto zu bekommen.

 

Warum sind akkurate Farben in Ihrem Workflow wichtig?

Meine Arbeit definiert sich über Farbe, sie muss frech und ausdrucksstark für meine Marke sein. Alles andere passt einfach nicht zu mir.

 

Haben Sie Tipps oder Ratschläge für Fotografen, die am Anfang ihrer Karriere stehen?

Nutze jede Möglichkeit, die sich dir bietet, netzwerke als gäbe es kein Morgen, fotografiere genauso viele eigene Projekte wie Auftragsarbeiten, um deinen eigenen Stil zu finden, gib niemals auf und sei freundlich. Du kannst der weltbeste Fotograf sein, aber wenn du die Leute um dich herum respektlos behandelst, bekommst du keine Aufträge.

 

 

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