PhotograpHER – Sandra Petrowitz

Wie sind Sie zur Fotografie gekommen?

 

An einen definitiven Anfangsmoment erinnere ich mich nicht – vermutlich habe ich als Kind so oft mit der Kamera meiner Mutter herumgespielt, dass meine Eltern irgendwann beschlossen, mir einen eigenen Fotoapparat zu geben. Seither hat mich die Fotografie nicht mehr losgelassen.

 

Was ist Ihr fotografischer Schwerpunkt und was hat Sie motiviert, sich auf dieses Genre zu konzentrieren?

 

Natur- und Reisefotografie umfasst viele Spielarten der Fotografie. Deshalb ist es einer der abwechslungsreichsten Schwerpunkte, die man sich vorstellen kann. Mich fasziniert die Vielseitigkeit der Fotografie auf Reisen und die Herausforderung, innerhalb kurzer Zeit ganz unterschiedliche Motive und Szenen aufzuspüren und in ein Bild zu verwandeln – ganz gleich, ob konkret oder eher abstrakt.

 

 

Gab es besondere Schwierigkeiten oder Herausforderungen, sich als Frau in diesem fotografischen Markt zu etablieren?

 

Lange Zeit ist die Naturfotografie, stärker noch als die Reisefotografie, eine Männerdomäne gewesen. Das ändert sich, allerdings nur langsam. Am Anfang habe ich mich hie und da über die skeptischen Blicke gewundert, aber ich halte es nicht unbedingt für nachteilig, erst einmal unterschätzt zu werden. Bilder sprechen grundsätzlich für sich – ganz unabhängig davon, ob die Kamera nun in Männer- oder Frauenhand war.

 

Was ist bisher Ihr größter Erfolg oder Ihre größte Herausforderung?

 

Mein größter Erfolg ist, das tun zu können, woran ich Freude habe, und damit meinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Meine größte Herausforderung bin ich selbst, unter anderem in Sachen Perfektionismus.

 

 

Wer und/oder was inspiriert Sie am meisten?

 

Die Natur, das Licht – und die Menschen samt ihren Geschichten, denen ich auf meinen Reisen begegne.

 

Was ist Ihre Herangehensweise? Gibt es etwas, was Sie während eines Shootings erreichen möchten (wie zum Beispiel bestimmte Gefühle auszulösen o.ä.) oder spezielle Techniken, die Sie verwenden?

 

Für mich ist das Wichtigste, geduldig, offen und aufnahmebereit zu sein – für den Moment, der sich ergibt, für das Licht, für den flüchtigen Sekundenbruchteil einer Bewegung, eines Ausdrucks. Wenn alles zusammenkommt und die fotografische Umsetzung gelingt, lässt sich das Unmittelbare ausdrücken, das Gefühl dieses Moments: Staunen, Spannung, Freude, Angst, Gelassenheit, Lachen …

 

 

Warum sind akkurate Farben in Ihrem Workflow wichtig?

 

Weil ich sicher sein möchte, dass das Bild am Ende genau so aussieht, wie ich es mir vorstelle – ganz gleich, ob als Fine-Art-Print, in einem Buch oder am Bildschirm.

 

Haben Sie Tipps oder Ratschläge für Fotografen, die am Anfang ihrer Karriere stehen?

 

Fotografiert das, was Euch fasziniert, inspiriert, berührt, Freude macht – es ist die Freude am Fotografieren, die über manche Klippe im Fotografenleben hinweghilft. Habt Mut, Eure eigenen Bilder zu machen. Und denkt nicht zu viel über Karriere nach.

 

 
 
 

Sandra Petrowitz PhotographyKurzvita: Sandra Petrowitz hat gleich drei ihrer Leidenschaften zum Beruf gemacht: Fotografieren, Schreiben und Reisen. Die Journalistin gibt Fotoworkshops, leitet Fotoreisen und gehört dem Herausgeberteam des Fotomagazins „fotoespresso“ an. Ihr Buch „Reisefotografie“ ist 2012 erschienen. (EN: Her book, „The Traveling Photographer“ was published in 2013.) In Sandwüsten fühlt sie sich genauso wohl wie im afrikanischen Busch oder umringt von Pinguinen in der eisigen Wunderwelt der Antarktis. Die Natur und das Licht der hohen Breitengrade faszinieren sie so sehr, dass sie mehrere Monate im Jahr in den Polarregionen arbeitet.

 

 

 

Website: sandrapetrowitz.com

Facebook: facebook.com/sandra.petrowitz