Fotografieren von Herbstlandschaften

von David Long

 

Standortwahl

 

Der springende Punkt beim Fotografieren von Landschaften im Herbst ist es, daran zu denken, dass die Blätter eigentlich nur ihre Farbe ändern. Sie benötigen weiterhin eine starke Komposition, um das Interesse des Publikums zu wecken. Im Nordosten beginnen die Herbstfarben von Anfang bis Mitte September in tief liegenden Sümpfen mit Sumpf-Ahornbäumen und Birken. Warmes Wetter kann den Beginn um mindestens eine Woche verschieben. Es gibt in der Zwischenzeit viele gute Apps die die besten Herbstfarben-Spots auf einer Karte anzeigen. Ich bevorzuge es aber vor Ort meine Kontakte anzurufen, um vielversprechende Informationen zu erhalten. Die besten Plätze zu Beginn des Herbstanfangs können auch noch im November sehr ertragreich sein und wunderschöne Motive ermöglichen.

 

 

Interessantes Wetter macht interessante Fotos

 

Ich bevorzuge bedeckten Himmel, da er für eine weiche und gleichmäßige Beleuchtung sorgt, in der man den ganzen Tag fotografieren kann. Nebel und leichter Regen sind noch besser, da sie eine mystische Atmosphäre und eine großartige Farbabstufung erzeugen. Bei der seltenen Gelegenheit frühen Schnees, werden Sie mit Farben belohnt, die aus einem völlig neutralen Hintergrund herausstechen. Aber der Herbst ist auch voller sonniger Tage und da muss man in den Morgen- und Abendstunden raus, um die besten Fotos zu schießen. Suchen sie nach Schatten oder nach voller Sonne, um Blätter in ihren Motiven zum leuchten zu bringen.

 

 

Ausrüstung/Techniken

 

Ich benutze ein Teleobjektiv, um die Blätter „in Szene zu setzen“. Ich unterbelichte normalerweise 1/3 – 2/3 Blenden und benutze immer einen Polarisationsfilter, um den Glanz der Blätter zu beseitigen und den Farbton zu vertiefen. Der Wind ist dein Feind, daher bevorzuge ich den frühen Morgen, wenn es am ruhigsten ist, oder ich stelle sicher, dass ich mit ausreichend kurzer Verschlusszeit fotografiere, um die Bewegung der Blätter einzufrieren. Wenn Sie fließendes Wasser in der Szene haben, verwenden Sie ein Stativ mit einer längeren Verschlusszeit, um dem Bach oder Wasserfall eine Bewegungsunschärfe zu geben. Das erzeugt Dynamik. In diesem Fall bevorzuge ich eine Verschlusszeit zwischen 1/3 und 1 Sekunde, abhängig von der Geschwindigkeit des Wassers.

 

 

Perspektiven

 

Ich versuche, mein Publikum zu erreichen, indem ich die Perspektiven traditioneller Landschaft variiere. In vielen meiner Aufnahmen nutze ich stilles Wasser zur Bildgestaltung. Die Reflexionen erzeugen einen besonderen Reiz, der das Interesse weckt und das Auge des Betrachters auf dem Bild verweilen lässt. Ich versuche auch immer Pfade, Straßen, Zäune oder Ähnliches als führende Linien in der Szene zu integrieren. Eine andere Technik, um die Sichtweise des Betrachters aufzubrechen, besteht darin, aus der Froschperspektive zu fotografieren oder durch gezieltes Arrangieren von Blättern im Nahbereich Tiefe ins Bild zu bekommen.

 

 

Der Herbst ist eine wunderbare Zeit zum Fotografieren und wie Albert Camus sagte: „Der Herbst ist ein zweiter Frühling, in dem Blatt eine Blume ist“.

 

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