Chris Martin Scholl – Friends with Vision

 
Wie bist du zur Fotografie gekommen?
 
Ich bin schon immer ein sehr kreativer Mensch gewesen, welcher stets von visuellen Eindrücken aller Art fasziniert war. Während meines Studiums in Kalifornien fand ich schließlich meinen Weg zur Fotografie, hauptsächlich um die erlebten Momente für Familie und Freunde daheim festhalten zu können. Nach und nach ergab sich hieraus jedoch eine persönliche Leidenschaft und das Fotografieren wurde zunehmend Teil meines Lebens, insbesondere trieb es mich dazu an draußen unterwegs zu sein und alltägliche Momente mit anderen Augen zu sehen.

 
 

Welche Art Fotografie betreibst du und was hat dich motiviert, dich auf dieses Genre zu konzentrieren?
 
Meine Fotografie beschäftigt sich weitestgehend mit futuristisch anmutender Architektur und abgelegenen urbanen Umgebungen. Auch meine Street- und Lifestyle-Fotografie ist üblicherweise sehr von städtischen Einflüssen geprägt. Da ich schon immer sehr von Großstädten, ihrem Chaos und den besonderen architektonischen Strukturen fasziniert gewesen bin, hatte dies natürlich einen entsprechend großen Einfluss auf meine eigene Fotografie. Man weiß nie, welcher spannende Moment hinter der nächsten Ecke auf einen wartet und die schier unendlich wirkenden Möglichkeiten mit Perspektiven spielen zu können haben einen besonderen Reiz für mich.
 

 
 

Was ist bisher dein größter Erfolg oder deine größte Herausforderung?
 
Bezogen auf meine Karriere gibt es da tatsächlich keine alleinstehende größte Errungenschaft für mich, sondern eher viele einzelne. Wichtig ist, dass man sich realistische Ziele setzt, welche man auch in einer bestimmten Zeit zu erreichen versucht. Der Weg zum Erfolg als Fotograf ist also ein inkrementeller Prozess, in welchem man nicht nur seinen eigenen Stil, sondern auch seine persönliche Nische finden sollte.
 
Ich denke eines der größten Hindernisse für Fotografen der heutigen Zeit ist die kreative Blockade. Wir werden tagtäglich auf sozialen Medien mit einer Vielzahl von Fotos bombardiert und sehen zeitgleich nur die Erfolgserlebnisse anderer, nicht aber die Niederlagen hinter manch einer Karriere. So kann sich schnell das Gefühl breitmachen, dass man selbst nicht gut genug ist oder mit den eigenen Vorhaben nicht vorankommt.
 
 

Wer oder was inspiriert dich am meisten?
 
Es gibt so einiges, das mich inspiriert. Zum einen sind das natürlich die fremden Kulturen jener Länder, die ich bereise als auch besondere architektonische Bauwerke überall auf der Welt. Insbesondere auch der Community-Gedanke innerhalb der Szene spielt eine große Rolle für meine Kreativität. Es war noch nie so einfach wie heutzutage, Fotografen und andere Kreative aus aller Welt kennenzulernen und zusammenzuarbeiten, dem Internet sei Dank.

 

 
 

Was ist deine Herangehensweise?
 
Das hängt natürlich immer stark vom eigentlichen Vorhaben ab. Persönlich ist mir jedoch wichtig, nicht nur das Offensichtliche, sondern insbesondere das Unbekannte einer Stadt einzufangen, sozusagen immer einen Schritt weitergehen als man das üblicherweise tun würde. Das bringt einen natürlich gerne mal an die persönlichen Grenzen und raus aus der eigenen Komfortzone, aber genau das macht den Reiz der Fotografie für mich aus. Ein einzigartiges Foto muss man sich verdienen und es gibt nichts Schöneres als das Erfolgsgefühl im Anschluss.
 
 

Warum sind akkurate Farben in deinem Workflow wichtig?
 
Eine akkurate Farbwiedergabe spielt schon zu Beginn meines kreativen Prozesses, bis hin zum fertigen Endprodukt eine sehr große Rolle in meinem in meinem Workflow. Eine korrekt eingestellter Weißabgleich der Kamera zur Aufnahmezeit erspart mir beispielsweise im Nachgang mühselige Anpassungen. Doch auch während der Nachbearbeitung spielen akkurate Farben eine große Rolle. Daher kalibriere ich beispielsweise meinen Monitor in regelmäßigen Abständen. So kann ich mich stets darauf verlassen, eine gleichbleibende Qualität im gesamten Kreativprozess zu erhalten. Weiterhin bin ich im Bereich des Druckens sehr aktiv. Um sicherzugehen, dass die Farbechtheit von der Aufnahme bis hin zum fertigen Druck nicht abweicht, benötige ich personalisierte ICC Profile, welche genauestens auf meinen Drucker und die jeweilige Papiersorte abgestimmt sind.

 

 

Hast du Tipps oder Ratschläge für Fotografen, die gerade am Anfang ihrer Karriere stehen?
 
Als Beginner sollte man sich trauen alles Mögliche auszuprobieren und vor allem sollte der Spaß an der Sache im Vordergrund stehen. Viele Anfänger vergleichen sich zu schnell mit anderen Fotografen und setzen sich damit nicht nur sehr unter Druck, sondern berauben sich auch der Chance frühzeitig einen eigenen Stil zu entwickeln. Teures Equipment spielt anfangs ebenfalls nur eine untergeordnete Rolle. Wir besitzen heutzutage alle ein Smartphone mit einer extrem fähigen eingebauten Kamera. Alle Grundlagen der Fotografie lassen sich damit problemlos erlernen und das beste: Man hat die Kamera immer dabei.

 
 
 

Chris Martin Scholl kalibriert seinen Monitor mit einem SpyderX Elite.
 
 

 

 

 
 

Über den Autor – Chris Martin Scholl

 

 

Chris Martin Scholl ist ein professioneller Fotograf aus Berlin. Er spezialisiert sich hauptsächlich auf Architektur und urbane Umgebungen. Zusätzlich ist Chris im Bereich der Lifestyle-Fotografie tätig.

 

Er bereiste in den letzten Jahren viele internationale Großstadtmetropolen und konnte sich so ein umfangreiches Portfolio von einigen der architektonisch eindrucksvollsten Schauplätze dieser Erde erarbeiten.

 

Chris zählt weltbekannte Marken und Organisationen zu seinen Kunden, darunter Namen wie Four Seasons, Grand Hyatt, G-Technology, Master & Dynamic und visitBerlin.

 

Weiterhin ist er offizieller Markenbotschafter von Canon Deutschland und Western Digital sowie Mitglied des MOAB Masters Programms.

 

Seine Fotografie vermittelt häufig das Gefühl des Unbekannten und nimmt seine Betrachter mit auf eine Reise zu Orten, welche meist im Verborgenen der Öffentlichkeit liegen.