Farbe

 

Farbe spielt eine bedeutende Rolle für mich – vor allem, da sich die Trends in letzter Zeit in Richtung visuellere Werbung verschoben haben.
 

Ob Sie es glauben oder nicht, 99,9 % der Fotos, die ich in meinem Kopf sehe, sind schwarzweiß, obwohl ich heutzutage eigentlich nicht mehr in schwarzweiß arbeite. Die Arbeit als Werbefotograf für Lebensmittel und Getränke bedeutet, dass der überwiegende Teil meiner Arbeit in Farbe stattfinden muss, und zum Glück entspricht dies meiner persönlichen Vorliebe – es kostet mich nur etwas mehr Arbeit, die Farbbilder in meinem Kopf zu finden.
 

 

In enger Zusammenarbeit mit meinem Agenten habe ich in den letzten Jahren eine Reihe von Arbeiten zusammengestellt, die von Künstlern wie David Hockney und Andy Warhol inspiriert sind. Die Idee, kräftige Farben und sich wiederholende Kompositionen zu verwenden, spricht mich wirklich an. Ich war noch nie ein Freund von Pastellfarben oder Wischiwaschi-Tönen. Selbst in meinen Schwarzweiß-Zeiten mochte ich einfache Kompositionen mit sehr hohem Kontrastumfang. Bei Farbe mag ich es, wenn meine Rottöne wirklich rot sind, gedruckt auf einem nass-anmutigenden Glanzpapier, das aussieht, als würde es noch tropfen. Ich habe auch ein sehr offenes Verhältnis zur Realität in meinen Bildern, vom Motiv über die Bildkomposition bis hin zur Farbe, die mir besonders am Herzen liegt (dazu komme ich später).
 

 

Wenn wir lernen, mit Farben zu arbeiten, greifen wir oft zu kontrastierenden Farben, die sich auf dem Farbkreis gegenüber liegen. So lässt sich schnell und einfach visuelle Energie erzeugen. Dies sind einfache „Erfolge“, und so sehr ich sie auch genieße, denke ich, dass der wirkliche Spaß dann beginnt, wenn man anfängt, sich beißende Farben ins Spiel zu bringen, mit subtilen Farbtonverschiebungen innerhalb derselben Farbe in der gesamten Szenerie zu spielen oder, wie ich es kürzlich getan habe, einfarbige Bilder zu gestalten, bei denen das Motiv und die Umgebung den gleichen Ton haben. Um dies zu erreichen, wähle ich oft Farben, die auf das Motiv abgestimmt sind, so dass ich das ganze Shooting-Set in der gleichen Farbe gestalten kann. Besonders liebe ich ein tolles Rot-auf-Rot-Bild.
 

 

Aufgrund der Art meiner Arbeit habe ich einen ziemlich spezifischen Arbeitsablauf. Für meine Auftragsarbeiten verwende ich denselben 3-stufigen Ansatz wie für meine persönliche Arbeit, bis hin zur Postproduktion. Mein erster Schritt ist die Vorproduktion. Das kann mitunter so komplex sein, dass ein Team, Regisseure und Stylisten involviert sind oder auch so simpel, dass ich einfach durch einen Bastelladen laufe, um Karten und Papier in den benötigten Farben zu kaufen. In dieser Phase ist es sehr wichtig zu planen, was fotografiert werden soll und welche Farben in die Farbgestaltung einfließen sollen.
 

 

Der nächste Schritt ist das Shooting selbst. Mein Tag beginnt in der Regel gegen 8 Uhr morgens, wenn meine Tether-Station in meinem Studio und die Hauptmonitore von BenQ in meinem Büro mit meinem SpyderX für den Tag kalibriert werden. Während die Monitore warmlaufen, beginne ich zusammen mit meinem Team mit dem Aufbau des ersten Sets. Für meine persönliche Arbeit verwende ich eine Cambo Actus-Kamera mit Sekor-Objektiven an einem Canon 5dsr-Gehäuse, mit der ich eine unglaubliche Schärfentiefe aus wirklich seltsamen Winkeln erzielen und gleichzeitig die Schärfe so hoch wie möglich halten kann. Ich verwende Broncolor-Beleuchtung für beste Ergebnisse und Farbgenauigkeit, und meine letzte Aufnahme ist immer die des Color Checkrs zur Farbkontrolle und -referenz.
 

 

Der letzte Teil der Aufnahmephase ist gleichzeitig der erste Schritt meiner Nachbearbeitung. Bevor ich mit der Nachbearbeitung beginne, ist es wichtig, genaue Farben zu haben. Bei Auftragsarbeiten mit bestimmten Produkten muss ich aus rechtlichen Gründen eine möglichst perfekte Farbwiedergabe haben. Bei meiner persönlichen Arbeit finde ich es viel einfacher, mit den richtigen Farben zu beginnen und dann mit ihnen zu spielen, als mit einem schlechten Ergebnis zu beginnen und mit Farbtonverschiebungen und Ähnlichem zu kämpfen. Ich bearbeite meine Bilder gerne in meinem Büro, wo mein Monitor auf eine perfekte Höhe und Entfernung eingestellt ist, ich habe dunkelgraue Wände und spezielle Schreibtischlampen, die dafür sorgen, dass der Kontrast meines Bildschirms so neutral wie möglich bleibt. Die Gewissheit, dass das, was ich auf meinem Monitor sehe, dem entspricht, wie das Bild im Druck aussehen wird, ist ein wichtiger Bestandteil meines Workflows. Das bedeutet nicht nur, dass meine Bilder so aussehen, wie ich sie sehe, sondern spart mir auch eine Menge Zeit und Geld, da ich Nachbearbeitungen vermeiden und so schnell und effizient wie möglich einen guten finalen Druck erstellen kann.
 

 

Die Zukunft des visuellen Marketings liegt zunehmend in Werbeflächen, deren Hintergrund beleuchtet wird – von Verkaufsstellen und Werbetafeln bis hin zum Telefon, auf dem Sie diesen Blogbeitrag vielleicht sogar gerade lesen. Ein gutes, solides Verständnis dafür, wie man Farben einsetzt, um die Aufmerksamkeit eines Menschen zu erregen, ist für den modernen, professionell arbeitenden Fotografen entscheidend.