Flüssigkeit

 

Unser Planet besteht aus Flüssigkeit. Die Oberfläche der Erde umfasst eine Masse von endloser Bewegung aus unseren sieben Meeren, die siebzig Prozent der Oberfläche unserer Welt bedecken. Unsere Landschaften sind durchzogen von Flüssen, die sich durch unsere Landstriche, Städte, Wälder und Berge schlängeln. Eisberge driften zu ihren Endzielen in unseren beiden Polarregionen. Unsere Welt besteht aus Bewegung. Unsere Welt besteht aus Flüssigkeit.

 

 

Die kontinuierliche, sich ständig verändernde Bewegung des Wassers ist aus fotografischer Sicht äußerst reizvoll – ein Kaleidoskop von Mustern und Texturen, die sich nie wiederholen. Dies bietet uns als Fotografen die Möglichkeit, einzigartige Bilder zu schaffen. Wir stellen uns oft der Herausforderung, künstlerische und einzigartige Fotos zu erschaffen, die schwer zu reproduzieren sind und unsere Fotografie unverwechselbar und individuell machen. Die Bewegung des Wassers ist ein perfekter Ausgangspunkt, mit wechselnden Mustern von Ruhe und turbulenter Bewegung, die alle innerhalb desselben Gewässers entstehen, abhängig von Wind, Dichteunterschieden, Temperatur, Schwerkraft und Stürmen. Wenn dann noch natürliches Licht hinzukommt, bietet dies noch mehr Möglichkeiten, sich in seiner Kreativität auszutoben.

 

 

In meiner Fotografie dreht sich alles um das Wasser. Da ich in der Nähe der Küste im äußersten Südwesten Großbritanniens lebe, habe ich das ganze Jahr über die Möglichkeit, die wilden Meereslandschaften Cornwalls fotografisch einzufangen. Viele von uns haben eine besondere Verbindung zum Ozean, daher verspüren wir immer ein Gefühl der Harmonie, wenn wir die Küste besuchen. Die Bewegung des Meeres trägt zu unserem Wohlbefinden und der Gelassenheit bei, die wir selbst an den stürmischsten Tagen erleben.

 

Ein wesentlicher Bestandteil beim Fotografieren von Wasser ist der gezielte Einsatz der Verschlusszeit, die den Gesamteffekt bestimmt, wie das Wasser abgebildet wird. Wir haben alle schon Fotos von seidenweichem Wasser gesehen, das dem Bild ein verträumtes Aussehen verleiht. Je länger die Verschlusszeit ist, desto mehr Bewegung geht verloren. Verschlusszeiten von acht Sekunden oder länger lassen das Wasser sehr glatt erscheinen. Wenn Sie den Bulb-Modus der Kamera verwenden, können Sie die Verschlusszeit noch weiter verlängern, um diesen Effekt zu verstärken. Im Bulb-Modus können Sie Verschlusszeiten von mehr als 30 Sekunden einstellen. Je nach Tageszeit kann die Verwendung eines Neutraldichtefilters erforderlich sein, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen. Der Filter reduziert das auf den Sensor einfallende Licht, und durch Aufnahmen in Situationen mit wenig Licht können Sie noch längere Belichtungszeiten realisieren.

 

Um längere Belichtungen zu erzeugen und trotzdem Bilddetails zu erhalten, verwenden Sie eine Verschlusszeit zwischen 1/60 s und 1/5 Sek. Diese „Pufferzone“ ist die bevorzugte Wahl für meine Langzeitbelichtung von Meereslandschaften, da die Beibehaltung von Details ein wichtiger Faktor ist, wenn die Szene sich dramatisch darstellt. Glätten Sie das Wasser zu sehr, geht damit auch die Dramatik verloren. Lassen Sie die jeweiligen Wetter- und Lichtbedingungen für sich arbeiten – finden Sie ein Gleichgewicht, das der jeweiligen Szene gerecht wird.

 

 

Das Einfangen von Stimmung ist für viele Fotografen das wichtigste Element. Ein großer Teil meiner Bilder entsteht in Stürmen. Wenn diese spektakulären Naturereignisse stattfinden, ist das Einfangen der Energie und Wildheit meine oberste Priorität. Die Verwendung einer langen Verschlusszeit wird zum Werkzeug meiner Wahl, um diese intensiven und bedrohlichen Szenen einzufangen. Sie wollen die Texturen und Details im Wasser zum Ausdruck bringen. Schalten Sie die Kamera in einen Modus mit hoher Verschlusszeit und nehmen Sie eine Bilderserie auf – Sie werden überrascht sein, wie unterschiedlich die Fotos in so kurzer Zeit aussehen werden. Formen von Wasser dauern Millisekunden, also optimieren Sie Ihre Chancen auf eine großartige Aufnahme über das Einstellen des Serienbildmodus.

 

 

Flüssigkeit kommt in zahlreichen Formen daher, nicht nur in Form von Wasser. Langzeitbelichtungstechniken eröffnen uns eine kreative Welt. Wenn Sie z. B. in der Stadt leben, probieren Sie doch einfach mal, sich bewegende Menschenmassen als Langzeitbelichtung aufzunehmen – die fotografischen Ergebnisse sind äußerst künstlerisch. Vergessen wir nicht, auch Bewegungen fließen, die Natur und auch die vom Menschen geschaffene Welt bietet uns unbegrenzte kreative Möglichkeiten.

 

Learn more Buy Now

 
 

Über den Autor – Mark Dobson

 

Zu Hause im äußersten Südwesten von Cornwall (UK)

 

Fotografie ist eine Vollzeitbeschäftigung und meine Karriere. Meine berufliche Laufbahn begann im Februar 2018. Bisher wurden meine Bilder vom Meer in nationalen Fotomagazinen veröffentlicht, in einer Londoner Galerie ausgestellt und in einem nationalen Wettbewerb ausgezeichnet (Coastal View Winner 2019 - Shipwrecked Mariners Ultimate Sea View Awards).

 

Man findet mich immer in der Nähe des Meeres wo ich in Großbritannien Fotoworkshops an der Küste von Cornwall organisiere und leite und auch in verschiedenen Teilen der Welt. Zurzeit arbeite ich mit anderen britischen Meeresfotografen zusammen und erweitere die Fotoworkshops.

 

Fotografisches Genre: Seelandschaften und Wellenfotografie

   

Weitere Artikel von from Mark Dobson