Kann die Farbtechnologie der Kunststoffindustrie helfen, sich an eine neue Normalität anzupassen?

Die Auswirkungen von COVID-19 haben jeden Winkel des Fertigungssektors auf der ganzen Welt berührt und die Kunststoffindustrie bildet da keine Ausnahme. Die Pandemie hat die Lieferketten dazu veranlasst, sich an die Einschränkungen anzupassen, die sich aus dem Arbeiten aus der Ferne ergeben, was von den Führungskräften verlangt, traditionelle Prozesse zu überdenken und auf einen digitalisierten Ansatz umzustellen. Willkommen in der neuen Normalität.

 

Der Fictiv 2020 State of Manufacturing Report stellt fest, dass 99 Prozent der Entscheidungsträger in der Lieferkette auf der ganzen Welt glauben, dass eine belastbare Lieferkette von entscheidender Bedeutung ist. Doch nur 17 Prozent bewerten die Belastbarkeit und Anpassungsfähigkeit der Lieferkette ihres Unternehmens als außergewöhnlich. Darüber hinaus gaben 87 Prozent der befragten Supply-Chain-Entscheidungsträger an, dass die Umstellung ihres Unternehmens auf einen digitalen Workflow eine hohe Priorität hat.

 

Für eine unglaublich komplexe Branche wie die Kunststoffindustrie ist eine agile Lieferkette von größter Bedeutung. Sobald Farbe als zusätzlicher Faktor hinzukommt, wird die Notwendigkeit einer schnellen Anpassung glasklar. Farbe ist ein wesentliches Element, das jede Phase der Kunststoffproduktion berührt, vom frühesten Designkonzept bis zum fertigen Produkt. Ein digitaler Farbmanagement-Workflow kann Kunststofflieferanten und -herstellern dabei helfen, die Produktionskosten zu senken, wertvolle Zeit zu sparen und die Umweltverschmutzung zu reduzieren.

 

Die komplexe Welt der Kunststoffe

 

Kunststoff oder Plastik – eine verkürzte Form des Wortes Thermoplastik, d. h. polymere Materialien, die durch Wärme geformt und umgeformt werden können – ist eines der allgegenwärtigsten Gegenstände des modernen Lebens. So gut wie alles, was wir anfassen, beinhaltet Kunststoff, von Wasserflaschen und Mobiltelefonen bis hin zu Kleidung und Möbeln. Wir finden Kunststoff in unseren Computern, in unseren Wasserrohren und in unseren Kinderspielzeugen. Selbst alltägliche Gegenstände, die keinen Kunststoff enthalten, wie Edelstahl, Glas oder Holz, werden in der Regel in Kunststoffverpackungen verpackt (und oft versandt).

 

Ob es sich bei dem Endprodukt einer Lieferkette um Harze und Granulate – die Bausteine von fast allem, was aus Kunststoff besteht – oder um ein Mehrkomponenten-Konsumgut handelt, das in den Regalen des Einzelhandels zu finden ist, der Farbprozess ist für die Kunststoffindustrie alles andere als einfach. Bei der schieren Variation zwischen den Kunststoffmaterialien raucht der Kopf: undurchsichtig, transparent, matt, hochglänzend, metallisch, perlmuttartig und so weiter. Jede Materialbeschaffenheit hat einen Einfluss darauf, wie ein Farbstoff aufgetragen werden kann und wie er in der realen Welt aussieht. Hinzu kommt, dass die Farbe vieler Kunststoffe mit unterschiedlichen Materialien wie Textilien oder Leder abgestimmt werden muss, um eine harmonische Palette zu schaffen. (Denken Sie an das Armaturenbrett Ihres Autos oder den Innenraum eines Flugzeugs).

 

Zu dieser Komplexität kommt die Notwendigkeit hinzu, schnell und kosteneffektiv präzise Farbentscheidungen zu treffen, selbst wenn sich Lieferanten und Hersteller jeweils auf der anderen Hälfte der Welt befinden. Oder wenn Arbeitnehmer in der heutigen Zeit Ferngeschäfte von auf der ganzen Welt verstreuten Homeoffices aus abwickeln.

 

Farbfernentscheidungen für Kunststoffe

 

Wie die Textilindustrie arbeitet auch die Kunststoffindustrie über Lieferketten, die sich über mehrere Standorte erstrecken, so dass die Entscheidungsträger Kontinente durchqueren müssen, um Farbmuster persönlich zu beurteilen. Die Umstellung auf einen digitalen Farbworkflow kann den Bedarf an unwirtschaftlichen Mustern drastisch reduzieren, unnötige Reisen einsparen, schmerzhafte Engpässe lindern und kostspielige Verzögerungen vermeiden. In einer Zeit, in der Homeoffices als Farbkommandozentralenfungieren müssen, erfordert Farbmanagement mehr denn je präzise Geräte und flexible Software, um datengestützte Entscheidungen von überall auf der Welt und zu jeder Zeit zu ermöglichen.

 

Eine Reihe von Datacolor-Lösungen kann die einzigartigen Einschränkungen bei der Fernbewertung von Farbe auf Kunststoffen beheben. Angesichts der Tatsache, dass wir alle Farbe unterschiedlich sehen, ist ein Spektralphotometer ein unverzichtbares Hilfsmittel, um Farbentscheidungen zu rationalisieren und eine größere Transparenz in der Lieferkette zu ermöglichen. Vor allem zwei Produkte, das Datacolor 45G und das Datacolor Check 3, bringen das Spektralphotometer buchstäblich in die Hand des Entscheidungsträgers. Mitarbeiter im Homeoffice können diese tragbaren Geräte nutzen, um von zu Hause aus wichtige Farbentscheidungen zu treffen.

 

Und weil unser Auge Farbe auf glänzenden Oberflächen unterschiedlich wahrnimmt, sind beide Geräte mit der Glanzkompensationstechnologie ausgestattet, die die Spiegelreflexion misst, die Daten kalibriert und die Farbformel so anpasst, dass der Oberflächenglanz berücksichtigt wird. Mittlerweile hilft unsere Software Match Pigment den Anwendern bei der Erstellung einer Farbrezeptur, die den Anforderungen des jeweiligen Kunststoffs entspricht, unabhängig davon, ob das Pigment wetterbeständig, lebensmittelecht oder lichtecht sein soll. Eine weitere Neuerung, Gamut Mapping, reduziert den zeitaufwändigen Versuch-und-Irrtum-Prozess der Ausführung mehrerer Formelkombinationen, indem der Anwender im Voraus darauf hingewiesen wird, welche Farbstoffe nicht auf das gewünschte Ziel abstimmbar sind. Auf all diese Softwarelösungen kann in Echtzeit von überall auf der Welt zugegriffen werden, was schnelle und präzise Entscheidungen virtuell erleichtert.

 

Kunststoffe und Nachhaltigkeit in der Pandemie-Ära

 

Im Vordergrund stehen für Verbraucher und Kunststoffhersteller gleichermaßen die Umweltauswirkungen der Kunststoffproduktion. Das Wiederaufleben von Einwegkunststoffen während der Pandemie hat unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit neue Herausforderungen geschaffen. Aber gibt es einen Weg, die Kunststoffproduktion weniger verschwenderisch zu gestalten? Es steht außer Frage, dass tragbare Spektralphotometer und Farb-Softwarelösungen Zeit und Geld sparen; diese Hilfsmittel können auch die Auswirkungen der Kunststoffindustrie auf die Umwelt reduzieren.

 

Am wirkungsvollsten ist vielleicht die Digitalisierung von Farbe, was bedeutet, dass weniger physische Proben hergestellt werden, wodurch wiederum weniger Abfall produziert und weniger Verschmutzung durch Farbstoffe anfällt. Und statt Proben zur Auswertung ins Ausland zu versenden – wodurch Kraftstoffverbrauch und Kohlendioxidemissionen steigen – können Kunststoffunternehmen und -hersteller Farbentscheidungen digital austauschen. Dadurch nimmt die Genauigkeit zu und der Kohlendioxidausstoß sinkt zugleich.

 

Kunststoff-Fallstudien: Rationalisieren von Farbe in der realen Welt

 

Viele unserer Kunststoffkunden haben ihren Farbmanagement-Workflow rationalisiert, die Genauigkeit und Effizienz ihrer Farbentscheidungen erhöht und ihre Kosten gesenkt. Ihre Erfolge bei der Bewältigung der alltäglichen Herausforderungen können als Modell dienen, um den Farbworkflow innerhalb der durch die Pandemie auferlegten Zwänge zu navigieren.

 

SEKISUI Polymer Innovations verwendet eine Reihe von Datacolor-Produkten und -Dienstleistungen zur Verwaltung der Farbqualitätskontrolle für eine Vielzahl von Branchen, darunter Luftfahrt, Transport und medizinische Geräte. Die Nischenkunden von SEKISUI SPI verlangen präzise Farbe in einem engen Zeitrahmen. Unser Team arbeitet eng mit dem globalen Hersteller von Thermoplasten zusammen, um die Lieferung präziser Farbentscheidungen mit beeindruckender Geschwindigkeit zu gewährleisten.

 

Das thailändische Unternehmen Pioneer Industries, das auf Spritzguss und Verpackungsdruck spezialisiert ist, wandte sich an Datacolor, um den Ausbau der lokalen Kundenbasis in Thailand zu unterstützen. Die Kombination eines leistungsstarken Spektralphotometers mit modernster Software ermöglichte es Pioneer, die Erstellung von Farbrezepten zu automatisieren und die Genauigkeit der Farbabstimmung zu verbessern – und das alles bei gleichzeitiger Reduzierung des Abfallaufkommens um 600 Tonnen, wodurch das Unternehmen 600.000 US-Dollar einsparte.

 

Das in München ansässige Kraftpaket der Automobilindustrie, die BMW Group, arbeitete mit Datacolor zusammen, um die Farbentwicklungszeit für die Fahrzeuginnenräume um 50 Prozent zu reduzieren. Durch die Implementierung eines digitalen Farbentwicklungsprozesses konnte BMW die Qualität der Farbkoordination über verschiedene Oberflächen hinweg deutlich verbessern, die Notwendigkeit der Erstellung physischer Muster drastisch reduzieren, beeindruckende Kosteneinsparungen realisieren und die Markteinführung beschleunigen.

 

Man kann mit Sicherheit sagen, dass die neue Normalität von Dauer sein wird. Kunststofflieferanten und -hersteller, die ihre Lieferketten an den heutigen Bedarf an digitalem Farbmanagement anpassen, werden die Kosten senken, die Geschwindigkeit und Effizienz erhöhen, Qualität gewährleisten und die Umweltverschmutzung reduzieren. Unser Team ist hier, um Ihnen zu helfen, die für Ihr Unternehmen passenden Lösungen zu finden. Kontaktieren Sie uns, um mehr zu erfahren.