Behind The Shot: Landschaftsfotografie von David Köster

Hinter jeder einzelnen Aufnahme eines Fotografen steckt eine ganze Menge – angefangen vom Scouting, der Hoffnung und dem Warten bis hin zu den benötigten Kameras und Objektiven und der im Voraus geplanten Bildkomposition. Manchmal allerdings ist die perfekte Aufnahme ein glücklicher Zufall. Hinter jedem Bild steckt eine Geschichte, die sich nicht im Foto wieder spiegelt. Darum haben wir den SpyderX entwickelt – um sicherzugehen, dass Sie Ihre kreative Vision umsetzen können und Ihre harte Arbeit nicht vergebens ist.
 
In diesem Blogbeitrag teilt David Köster mit uns die Geschichte, die hinter drei seiner Lieblingsbilder steckt und wie er seine kreative Vision in diesen Bildern umgesetzt hat.
 
Fjord View by David Koester
 
Fjord View
 
Was man nicht sieht:
• Stunden mit dem Schlauchboot durch arktische Gewässer
• 600 Höhenmeter vertikales Klettern
• 5 Blasen und 100 Moskitostiche
• < 2 Minuten um den Monitor zu kalibrieren
 
Eine gute Möglichkeit eine Landschaft in all ihren Facetten einzufangen ist oft eine erhöhte Perspektive. Nachdem wir bereits einige Tage durch die grönländische Tundra gewandert waren, entschlossen wir uns deshalb, auf eine der schroffen Bergwände zu klettern, die den Tasermiut Fjord umrahmten. Dazu mussten wir gut 600 Höhenmeter fast senkrecht hinauf. Sprichwörtlich auf allen Vieren sind wir samt Camping- und Fotoequipment die extrem steile Wand hinaufgeklettert. Als wir schweißdurchtränkt, voller Moskitostiche und mit zitternden Knien oben ankamen erwartete uns eine mystische Märchenwelt. Unter mir der unendlich scheinende Fjord mit seinem petrolfarbenen Wasser und seinen Eisbergen, die von hier oben nur winzige weiße Punkte waren. Bizarre, vergletscherte Bergketten, deren scharfe Gipfel wie schwarze Messer das Abendrot durchschnitten. Schließlich fand ich einen kleinen Wasserfall, der in die Tiefe plätscherte und die Farben der Dämmerung reflektierte. Der perfekte Vordergrund für mein Motiv, das ich wenige Minuten im Licht der leuchtenden blaue Stunde im Kasten hatte.
 

 
Patagonia Star
 
Nicht im Bild:
 
• 5 Stunden warten
• 100 Bilder für den perfekten Moment
• erstaunte Guanakos
• < 2 minutes to calibrate your monitor
 
Als Landschaftsfotograf bin ich stets auf der Suche nach neuen, unbekannten Ansichten. Auf meiner vierwöchigen Rucksacktour durch die Wildnis Patagoniens entdeckte ich eines Tages eine Kulisse, die ich vorher noch nie gesehen hatte. Dieser Ort im argentinischen Nationalpark Los Glaciares vereinte so ziemlich alles, was man mit Patagonien verbindet: die legendären Gipfelsilhouetten von Cerro Torre und Fitz Roy. Ein Gletscher, aus dessen eisgefüllter Lagune ein Fluss geboren wird, der in weiten Mäandern durch die herbstlich gefärbte Pampa fließt. Ich malte mir aus, wie die spektakuläre Szenerie erst wirken würde, wenn es mir gelänge, einen Sonnenstern in die Bildkomposition zu bekommen. Nach meiner Planungs-App müsste die Sonne heute genau hinter dem Cerro Torre untergehen. Perfekt. Allerdings erst in 5 Stunden und bis dahin konnte viel passieren. Egal, es war eine einmalige Chance und wahrscheinlich würde ich diesen Ort in meinem Leben nie wieder sehen. Ich harrte also stundenlang auf dem ziemlich engen, zugigen und unbequemen Felsvorsprung aus. Dummerweise wurde es immer bewölkter und ich hoffte inständig, dass die Sonne nicht irgendwann ganz verdeckt und mein Plan damit scheitern würde. Doch das Warten wurde belohnt, die dichten Wolken ließen einen kleinen Spalt am Himmel frei. Kurz bevor die Sonne den Horizont touchierte brachte ich meine Kamera auf dem Stativ in Stellung und stellte den Auslöser auf Dauerfeuer, um genau den richtigen Sekundenbruchteil für den Sonnenstern zu erwischen. Klick klack klick klack klick klack. Als die Sonne hinter den Bergen verschwunden war und ich meine Serie auf dem Display checkte, hallte ein Jubelschrei durch die Einsamkeit. Aufgeschreckte Guanacos hoppelten davon. Ich hatte genau den richtigen Moment abgepasst.
 

 
Mirror Island
 
Nicht zu sehen:
 
• nächtliche Querung eines Wasserfalls
• 3 Fehlversuche
• 7 Tage Trekking im Aigüestortes Nationalpark
• < 2 Minuten um den Monitor zu kalibrieren
 
In der Landschaftsfotografie kommt es oftmals darauf an, geduldig zu sein und sich nicht entmutigen zu lassen, wenn ein Motiv nicht gleich beim ersten Mal im Kasten ist. Bei meiner Wanderung durch die spanischen Pyrenäen entdeckte ich diese kleine, mit bizarren Bäumen bewachsene Insel auf einem Gletschersee. Zwar regnete es in Strömen, doch stellte ich mir vor, wie wundervoll es aussehen müsse, wenn sich dieses Eiland auf der Wasseroberfläche spiegeln würde. An den darauf drei folgenden Tagen bin ich immer wieder in der Dämmerung an diesen Spot zurückgekehrt. Vor Sonnenaufgang sind die Chancen auf eine stille Wasseroberfläche am besten. Jedes Mal musste ich dazu im Morgengrauen samt meiner Fotoausrüstung durch die Berge stapfen, einen kleinen Fluss und einen Wasserfall durchqueren. Beim dritten Mal hat es dann endlich geklappt: kein Regen, kein Wind und eine glasklare Wasseroberfläche. Das sanfte Morgenlicht fiel seitlich auf die Insel und illuminierte die Szenerie dreidimensional. Einmal mehr haben sich Geduld und Hartnäckigkeit ausgezahlt.
 
David Köster verwendet den SpyderX, um seinen Monitor zu kalibrieren.