Ein genauerer Blick: Ausgewählte Teilnehmer des Datacolor Fotowettbewerbs „Reise- und Landschaftsfotografie 2017“, Deutschland

Introduction:

 

Im Rahmen des Datacolor Fotowettbewerbs zur Reise- und Landschaftsfotografie, der im Sommer 2017 stattgefunden hat, haben wir viele hervorragende Fotos von tollen, engagierten Fotografen erhalten. Der Jury ist die Auswahl der fünf Gewinner des Wettbewerbs nicht leicht gefallen, haben doch viele Fotos eine Platzierung unter den Top-Bildern verdient. Um die wunderbaren Aufnahmen entsprechend zu würdigen, rücken wir in unserem Blog daher immer wieder einzelne Einsendungen in den Fokus, stellen den Menschen hinter der Kamera vor und lassen sie oder ihn erzählen, wie das Bild entstanden ist.

 

 

Name:
Anke U. Neumeister
Kurzvita
Geboren und aufgewachsen in Berlin/Pankow
Studium der Biologie und Psychologie (Diplom)
Freie Fotografin in Leipzig
Studium zur Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Wann und wie sind Sie zur Fotografie gekommen?
Einen ganz konkreten Schlüsselmoment gab es bei mir nicht: So etwas wie die erste analoge Leica vom Großvater geschenkt bekommen oder Ähnliches. Das hat sich sukzessive und ganz organisch entwickelt. Das Gespür für Kompositionen und die Freude an kreativem Schaffen habe ich sicherlich von meiner Mutter, die als Kunstlehrerin tätig war, geerbt und von meiner Omi, die noch bis zum heutigen Tag mit 103 Jahren hoch motiviert ihre Briefe originell gestaltet. Dazu macht es mir schon seit der Schulzeit Spaß, mit (Video-)Kameras zu experimentieren. In dieser Zeit habe ich auch ein Praktikum in einem Fotostudio gemacht.
Betreiben Sie die Fotografie als Hobby oder verdienen Sie Ihren Lebensunterhalt damit?
Meinen Lebensunterhalt verdiene ich nicht mit der Fotografie und ich finde das für mich auch nicht unbedingt erstrebenswert. Es ist schon ein enorm hartes und unsicheres Business, egal, in welcher fotografischen Nische man tätig ist. Ich mache gern Projekte oder Aufträge, bei denen ich mit Überzeugung, Leidenschaft und Herz dabei sein kann. Wäre ich finanziell davon abhängig, hätte ich Sorge, dass diese positiven Aspekte auf Dauer verloren gehen.
Wie und wo ist dieses von Ihnen zum Fotowettbewerb eingereichte Bild entstanden? Gibt es eine Geschichte dazu?
Es war mein erster Urlaub in Nordfriesland und gleich am zweiten Tag lag ich unglücklicherweise mit einer Lebensmittelvergiftung und Fieber im Bett. Ich dachte schon: Na toll – jetzt ist der Urlaub im Eimer. Keine Spaziergänge im naturgeschützten Wattenmeer und keine Fotos von romantischen, nordischen Landschaften. Doch dann ging es allmählich bergauf und mein Partner, ein waschechter Nordmann, und ich entschieden uns, an einem klirrend kalten Januartag den Leuchtturm von Westerhever zu besuchen. Mit eisigen Fingern konnte ich dort diesen pittoresken Augenblick – der Leuchtturm, umkreist von vier Möwen im gleißenden Licht der untergehenden Sonne – festhalten und das Fieber war vergessen.
Wer und/oder was inspiriert Sie am meisten?
Ich lasse mich natürlich sehr gern von Werken meiner fotografischen Vorbilder wie Sebastião Salgado, Annie Leibovitz, James Nachtwey oder Steve McCurry inspirieren, finde aber auch oft in meiner alltäglichen Umgebung Inspiration.
Wo liegen Ihre fotografischen Schwerpunkte?
Am liebsten bin ich fotojournalistisch unterwegs, weil es mich reizt, „den richtigen Moment“ zu erkennen und festzuhalten. Weniger spannend finde ich Modefotografie bzw. „aalglatte“ Menschen abzulichten, die dem gängigen Schönheitsideal entsprechen. Ich habe festgestellt, dass das schnell langweilig wird. Mir ist es natürlich schon wichtig, Menschen auf ästhetische Weise abzubilden, aber eher solche, die von ihrer eigenen Schönheit bisher noch gar nicht richtig wussten und für die die Bilder dann wirklich eine Offenbarung sind. Das schönste Kompliment ist immer, wenn Porträtierte zu mir sagen: Das sind die ersten Fotos, auf denen ich mich ansehen kann, mich schön finde und erkannt fühle.
Was ist Ihr nächstes fotografisches Projekt, Ihre nächste Herausforderung?
Gern würde ich eine Fotoausstellung über meine Omi machen, genug sehenswerte Lichtbilder habe ich bereits archiviert. Aber bisher ist sie von der Idee, dass Fotos von ihr öffentlich gezeigt werden, noch nicht sonderlich begeistert.
Welche Rolle spielt Farbmanagement in Ihrem fotografischen Workflow?
Spätestens, wenn ich intensiv mit Photoshop arbeite und meine Bilder auch drucken möchte, komme ich um das Thema Farbmanagement nicht mehr herum. Auf dem Gebiet habe ich aber definitiv noch Nachholbedarf. Datacolors Spyder5CAPTURE PRo würde mir hinsichtlich korrekter Farbreproduktion von der Aufnahme, über die Bildschirmausgabe bis hin zur Postproduktion natürlich sehr weiterhelfen. Bisher besitze ich das Set bzw. einzelne Produkte aber leider noch nicht.
Was machen Sie mit ihren entstandenen Bildern, werden sie z.B. gedruckt, erstellen Sie ein Fotobuch, posten Sie sie in sozialen Netzwerken und auf Ihrer Website oder bleiben Sie einfach nur auf der Festplatte Ihres Rechners?
Meine Bilder gedruckt, in welcher Form auch immer, in den Händen zu halten und/oder zu verschenken, ist ein tolles Gefühl. Ich versuche das so oft wie möglich. Ansonsten ist eine Auswahl meiner Bilder auf den sozialen Kanälen und natürlich auf meiner Website zu finden. Es gibt aber auch noch viele, viele Bilder, die bisher auf meinen Festplatten vor sich hin schlummern, beispielsweise Fotos von einem beeindruckenden Besuch auf dem Hamburger Fischmarkt.
Was möchten Sie fotografisch erreichen, wovon träumen Sie?
Vor allem möchte ich in meiner fotografischen Entwicklung nicht stagnieren und immer weiterlernen. Ansonsten macht es mich einfach glücklich, wenn ich mit meinen Fotografien Geschichten erzählen und Menschen begeistern kann.
Website: www.anune.de
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