Benutzerdefiniertes Papierprofil mit SpyderPRINT vs. generisches Papierprofil

von John Walrath

 

In einem Color Management Workflow wird die Druckausgabe über Papierprofile definiert und korrigiert. Ein Papierprofil beinhaltet eine Reihe von Anweisungen, die ein Drucker zum Drucken verwendet. Sie weist den Drucker an, wie Farbe auf ein bestimmtes Papier angewendet werden soll.

 

Papierprofile werden für das Soft Proofing und im Druckdialogfeld verwendet, wenn ein Bild an den Drucker gesendet wird. Dieses Papierprofil definiert und korrigiert die Ausgabe eines Druckers. So wie ein genau kalibriertes Display für einen genauen Einblick in Ihre digitale Welt wichtig ist, ist ein genaues Papierprofil von höchster Bedeutung für die beste Druckqualität.

 

 

Ziel der Arbeit mit ICC-Profilen ist es, auf verschiedenen Ausgabegeräten die gleichen Farbergebnisse zu erzielen. In den meisten Fällen sollten die angezeigten Farben den kleinsten Farbraum im Workflow darstellen.

 

Wenn Sie zu Hause drucken, gibt es zwei verschiedene Papierprofile die Sie verwenden können: generische Papierprofile und benutzerdefinierte Papierprofile. Generische Papierprofile stehen auf der Website des Papierherstellers zum Download zur Verfügung. Sie sind für ein bestimmtes Papier- und Druckermodell konzipiert. Diese generischen Papierprofile können gute Ergebnisse liefern, werden jedoch nur für ein bestimmtes Druckermodell erstellt, nicht aber für Ihren Drucker, den Sie zu Hause auf dem Tisch stehen haben. Eines der Grundprinzipien des Farbmanagements ist, dass jedes Gerät die Farben ein wenig anders darstellt, auch wenn es sich um baugleiche Modelle handelt. Das bedeutet, dass ein generisches Profil nur eine gute Näherung darstellt. Die Korrekturwerte beziehen sich auf ein bestimmtes Papier in Kombination mit einem baugleichen Drucker zu Ihrem Drucker. Für die Praxis bedeutet das, dass sich die Eigenschaften Ihres Druckers in Nuacen durchaus von dem im Labor zur Profilerstellung getesteten Drucker unterscheiden können und somit auch das Druckresultat vom gewünschten Resultat abweichen kann.

 

 

Der Canon Pixma-Pro-1 ist ein FineArt-Tintenstrahldrucker mit 12 Farben. Er soll hier stellvertretend für diese Geräteklasse stehen. Tintenstrahldrucker mit 12 Farben können weit über den klassischen CMYK-Offsetdruck Farben drucken und sind somit ideal für das FineArt-Printing.

 

 

Cyan/Magenta/Yellow (CMY) sind subtraktive Farben. Sie sind die Komplementärfarben zu den additiven Farben Rot/Grün/Blau (RGB). Alle drei Farben zusammen filtern alle Wellenlängen des sichtbaren Spektrums raus und ergeben der Theorie nach Schwarz. Das Prinzip der subtraktiven Farben findet sich überall in der Natur. Eine rote Kirche beispielsweise filtert alle Wellenlängenbereiche des sichtbaren Spektrums außer Rot weg – und so erscheint eine Kirche eben rot. Diesen Sachverhalt macht man sich bei stofflichen Farben zu eigen und verwendet als Basisfarben Cyan, Magenta und Yellow (Komplementärfarben zu RGB). Damit können viele Farben des sichtbaren Spektrums je nach Mischungsverhältnis der drei subtraktiven Grundfarben erzeugt werden.CMYK sind die Standardfarben im Offset-Druck.

 

 

Am Beispiel des Canon Drucker-Treibers kann man sehr schön die Vielzahl an auswählbaren Papier-Medien sehen. Die Namensgebung ist nicht genormt, daher kommt man nicht umhin, einen Testlauf mit unterschiedlichen Medientypen zu fahren, um den richtigen Druckauftrag für das präferierte Papier festzustellen.

 

Ein benutzerdefiniertes Papierprofil wird für einen bestimmten Drucker erstellt. SpyderPRINT ist das passende Meßgerät von Datacolor, mit dem der Drucker die Nuancen in der Druckerausgabe präzise berücksichtigen kann. Benutzerdefinierte Papierprofile werden durch Drucken einer Reihe von Testseiten erstellt, und der SpyderPRINT-Sensor wird zur Messung jedes Farbfelds verwendet. Durch den Vergleich der Messung jedes Farbfeldes mit den korrekten Messungen erstellt SpyderPRINT das ICC-Profil für das jeweilige Papier und den jeweiligen Drucker.

 

 

Ein Profilierungs-Tool für Druckfarben in Aktion: Der SpyderPRINT vergleicht die gedruckten Farben mit den Referenzfarben, erkennt Farbdifferenzen und erstellt ein Korrektur-Profil.

 

Wenn Sie ein benutzerdefiniertes Papierprofil erstellen, erhalten Sie die besten Ergebnisse, da es die Korrekturwerte zu Ihrem Drucker in Kombination mit dem von Ihnen präferierten Papier beinhaltet. Bei matten Papieren und monotonen Bildern ist der Unterschied vielleicht deutlicher. Wir werden oft gefragt, inwieweit ein benutzerdefiniertes Papierprofil einen Unterschied machen kann.

 

In meiner Fotografie versuche ich immer alles soweit zu optimieren, damit ich die einzig mögliche Variable bin. Ich vergewissere mich, dass ich die beste Ausrüstung habe, die ich mir leisten kann, und verwende die richtige Technik und bewährte Methoden. Die Verwendung eines generischen Papierprofils kann hier ein Schwachstelle in meinem Workflow sein.

 

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