Hochzeitsfotografie an besonderen Locations mit Lin & Jirsa Photography

Mit jeder neuen Herausforderung, der wir uns stellen, lernen wir etwas Neues dazu. Für mich hat sich dieser Spruch in der Fotografie, im Beruf und im Leben allgemein bewahrheitet, egal wie erfahren man auch sein mag. Die Hochzeitsfotografie an besonderen Locations bildet keine Ausnahme davon und auch wenn wir mittlerweile hunderte Hochzeiten fotografiert haben, lernen wir jedes Mal etwas Neues dazu wenn wir unsere Taschen packen und aus unserer Heimat in Orange County, Kalifornien zu einer tropischen Location reisen.

 

Hier sind ein paar Dinge, die wir bei Lin & Jirsa Photography über die Jahre gelernt haben und einige hilfreiche Tipps für Sie, die Ihnen bei Ihren eigenen Shootings in tropischen Destinationen helfen sollen.

 

 

In erster Linie sollten Sie auf alles gefasst sein und kalkulieren Sie deutlich mehr Zeit für Anreise, Locationscouting und Vorbereitung ein als Sie glauben zu benötigen. Nichts ist schlimmer als sein Leben (oder seine Karriere) vor seinem inneren Auge vorbeiziehen zu sehen, weil mein beinahe einen Flug verpasst oder an der Location erst kurz vor Beginn des geplanten Shootings ankommt. Wir reisen gerne einen ganzen Tag vor der Hochzeit an. Dies sei allgemein vorab erwähnt, nun folgen ein paar konkretere Tipps und Tricks.

 

Überlegungen zur Ausrüstung

 

Wählen Sie leichtes Gepäck – lassen Sie bestimmte Ausrüstungsgegenstände zu Hause

 

Besonders schwer ist dieser Tipp für Fotografen zu beherzigen, die an “Entscheidungsfindungsstörungen” leiden. Sie sollten sich beim Packen Ihrer Ausrüstung das Ziel setzen, nur die Ausrüstungsgegenstände mitzunehmen, die in Ihr Handgepäck passen, das Sie im Übrigen niemals aus den Augen lassen. Es ist völlig in Ordnung, ein paar kompakte Lichtstative und zusätzliche Blitze, Objektive oder auch einen Kamerabody einzuchecken, aber das übrige Equipment sollten Sie stets bei sich tragen.

 

Ihre Erstkamera und die 1-2 am häufigsten verwendeten Objektive sowie ein Blitz für die Kamera sollten in einen Rucksack oder eine Schultertasche passen, der/die unter Ihrem Sitz Platz findet. Die übrigen Objektive, zusätzliche Blitze, Ersatzkameras und sonstiges notwendiges Zubehör gehören in einen Trolley, der in einem der Gepäckfächer im Flugzeug verstaut wird.

 

Unter keinen Umständen sollten Sie einen dieser absolut notwendigen Gegenstände einchecken, auch nicht am Gate. Sind die Gepäckfächer im Flugzeug bereits vollständig belegt, ist das Flugzeug zu klein oder findet Ihr Gepäck aus anderen Gründen keinen Platz, würde ich persönlich mein Equipment lieber auf dem Flug um den Hals tragen als es aufzugeben.

 

Wenn Sie zu den Fotografen gehören, die den “gesamten Hausrat” zu einer Hochzeit schleppen, sollten Sie einen kritischen Blick auf Ihr Equipment werfen und sich fragen, welche Gegenstände Sie ehrlicherweise selten nutzen. Wenn Sie etwas auf den letzten 5 Hochzeiten nur einmal eingesetzt haben, lassen Sie es beim nächsten Mal zu Hause. Wenn Sie etwas Sperriges haben, das Sie irgendwie dennoch benötigen, setzen Sie sich damit auseinander, ob es eine kompaktere Produktvariante gibt und überlegen Sie, ob sich die Investition in das kleinere Equipment lohnen kann – insbesondere wenn Sie künftig häufiger zu exotischen Hochzeitsdestinationen zu reisen gedenken!

 

Wechseln Sie Ihre Objektive sorgfältig, um beschlagene Objektive zu vermeiden

 

Wenn Sie in einer relativ trockenen Gegend leben, wird eine Ihrer frustrierendsten Erfahrungen bei Ihrem ersten Shooting an einer tropischen Location sein, wie wichtig es ist, das Equipment an Luftfeuchtigkeit und Temperatur zu gewöhnen. So funktioniert es: wenn Sie aus einem kalten Auto oder Hotelzimmer mit Klimaanlage schnell mit Ihrem ebenfalls kalten, trockenen Equipment nach draußen laufen, sorgt die Wärme mit entsprechender Luftfeuchtigkeit dafür, dass Ihre Objektive sofort beschlagen. Auch wenn Sie die beschlagenen Objektive trocknen, werden sie so lange immer wieder beschlagen bis sie dieselbe Temperatur erreicht haben wie die Umgebung.

 

Wie vermeiden Sie dies? Indem Sie Ihre Kameratasche etwa 20-30 Minuten vor Beginn des Shootings herausholen und ihr eine Chance geben, sich der Umgebungstemperatur anzupassen. Nehmen Sie sie mit nach draußen und wenn die Tasche relativ luftdicht schließt, öffnen Sie sie ein wenig, damit Luft zirkulieren kann. So kann sich Ihr Kameraequipment an Temperatur und Luftfeuchtigkeit gewöhnen, damit Ihre Objektive nicht beschlagen sind, wenn Sie loslegen möchten.

 

Timing – die Goldene Stunde ist nicht immer ideal

 

Das schöne an tropischen Locations ist, dass jede Tageszeit für ein Shooting ideal sein kann, wenn man nur kreativ genug ist. Das Meerwasser wechselt über den Tagesverlauf hinweg, je nach Lichtsituation, scheinbar die Farbe. Häufig wirkt das Blau des Wassers um die Mittagszeit am intensivsten!

 

 

Wenn Sie einen Polfilter haben, setzen Sie ihn für Detailaufnahmen ein und geben Sie ihnen so mehr Pepp durch Akzentuierung von Blattwerk oder Wasser. Bei Hauttönen allerdings sollten Sie mit dem Einsatz von Polfiltern vorsichtig sein, da sie mitunter unnatürliche Hauttöne erzeugen.

 

 

Zusätzliche Zeit für Shootings

 

Ein zweites Porträtshooting erlaubt mehr kreative Freiheit. Dieses “Zusatzshooting” dient mehr Ihnen als dem Brautpaar, denn so können Sie ein wenig Spielen, ohne dabei den Druck zu spüren, für diese Zeit bezahlt zu werden.

 

 

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Denken Sie an Regenschutz

 

In vielen tropischen Destinationen ändert sich das Wetter sehr schnell, egal wie die Wettervorhersage auch lautet. Sogar wenn Ihnen für den gesamten Aufenthalt sonniges Wetter vorausgesagt wird, empfehlen wir Ihnen, Regenschutz einzupacken. Sie wissen nie was auf den letzten Drücker noch alles so passieren kann.

 

 

Gleichzeitig sollten Sie vor ein paar Regentropfen keine Scheu haben. Ihr professionelles Kameraequipment kann das schon vertragen! Ein witterungsbeständiger Kamerabody und ein ein entsprechendes Profi-Objektiv sind ideal, aber auch Ihr semiprofessionelles Equipment mit minimaler oder auch gar keiner Versiegelung kann einen kurzen Aufenthalt im leichten Nieselregen unbeschadet überstehen. Die meisten Blitze sind natürlich nicht witterungsbeständig, daher können sich durchsichtige Plastiktüten als nützlich erweisen. (Kleine, handliche Blitze sind häufig ideal für Hochzeitslocations geeignet.)

 

 

Schützen Sie Ihre Bilder um jeden Preis

 

Wenn Sie mit der Fotografie an einer besonderen Hochzeitsdestination fertig sind, lassen Sie besondere Vorsicht beim Schutz der von Ihnen gemachten Fotos walten. Sie und Ihr Team sollten durch die Bank Kameras mit doppelten Kartenslots im Einsatz haben und RAW-Bilder in Vollauflösung auf beiden Speicherkarten speichern. Ist dies nicht der Fall, erstellen Sie sofort ein Backup Ihrer Bilder – noch bevor Sie die Hochzeitslocation verlassen. Dabei ist ein Laptop in Kombination mit einer externen Festplatte perfekt geeignet.

 

Wenn Sie spät abends nach der Hochzeit noch etwas essen oder trinken gehen, oder sei es am nächsten Tage oder irgendwann vor dem Abflug,… lassen Sie unter keinen Umständen sämtliche Kopien Ihrer Bilder im Hotelzimmer zurück! Sie sollten immer mindestens eine Kopie Ihrer Hochzeitsbilder bei sich tragen. Eine kleine externe Festplatte passt in die meisten Hosentaschen und wenn Sie die absolut kleinste Backup-Lösung bevorzugen, so passen die meisten Hochzeitsfotos auf eine einzige 128 GB SD- oder CF-Karte.

 

Dieselbe Vorsicht sollten Sie auch auf Ihrer Rückreise walten lassen: verstauen Sie auf keinen Fall Ihre Speicherkarten, den Laptop und die Festplatte in derselben Tasche! Teilen Sie die Ursprungsdaten und Backup-Speicherkarten auf und geben Sie Ihrem zweiten Fotografen oder Assistenten eine Ausfertigung und/oder behalten Sie die Speicherkarte mit Ihren Hochzeitsfotos in der Hosentasche. Wenn Sie noch ein wenig vorsichtiger sind und sich gegen eventuelle Unfälle auf dem Heimweg absichern möchten, können Sie die kleine Speicherkarte auch gleich in einem wattierten Umschlag an Ihre Heimatadresse versenden.

 

 

Nachbearbeitung – setzen Sie auf lebhafte Farben

 

Für Hochzeiten in den Tropen bietet sich bei der Nachbearbeitung häufig die Wahl lebhafter Farben an. Erhöhen Sie Dynamikumfang, Sättigung oder Kontrast so, wie es Ihrem persönlichen Stil entspricht. Achten Sie allerdings darauf, nicht zu übertreiben. Häufig geht das einfache “Heraufdrehen” der Sättigung mit einem unnatürlichen Hautton einher und es ist geschickter, Farben lokal anzupassen und so einen wärmeren Sonnenuntergang zu erzielen oder andere Farbtöne zu verstärken bzw. selektiv Grün- oder Blautöne im Bild zu bearbeiten.

 

Ganz gleich wie Sie vorgehen, sollten Sie immer Kalibrierungswerkzeuge wie den Datacolor Spyder5PRO und den SpyderCHECKR einsetzen, um akkurate Farben zu erzielen, besonders in den Hauttönen.

 

 

Es ist natürlich wichtig, dass Sie sich mit Ihrem Kunden lange vor dem Hochzeitstag auf den “Look” der finalen Bilder einigen. Wenn Ihr Stil üblicherweise eher gedeckt, fast schon “ausgeblichen” ist und einem “Vintage”-Look gleicht, stellen Sie sicher, dass Ihre Kunden das wissen, bevor Sie an einer tropischen Destination eine Hochzeit in dem einen oder anderen Stil fotografieren!

 

 

Fazit

 

Eine Hochzeit an einem exotischen, tropischen Ort zu fotografieren, kann ein spannender, bereichernder Auftrag, aber auch gleichzeitig ein kompliziertes und durchaus einschüchterndes Unterfangen sein. Egal wohin Sie reisen, denken Sie immer daran, auf alles gefasst zu sein, packen Sie clever, schützen Sie Ihre Bilder vor allen denkbaren Risiken und liefern Sie gleichbleibende Qualität ab, die Ihre Kunden überzeugt! Wichtiger als all das allerdings ist es, dass Sie immer offen für neue Erfahrungen bleiben und Ihre kreatives, künstlerisches Auge behalten.

 

Wenn Sie sich ausführlicher mit Hochzeitsfotografie auseinandersetzen möchten, freuen wir uns über Ihren Besuch auf unserer Webseite SLR Lounge Store.

 

Über die Autoren

 

Dieser Artikel wurde geschrieben von Christopher Lin, Matthew Saville und Pye Jirsa von Lin and Jirsa Photography sowie SLR Lounge, Line and Roots Photography, und Rise 8 Media.