Jacek Bonecki – Friends with Vision

Wie sind Sie zur Fotografie gekommen?
 
Ich fing aus Langeweile an zu fotografieren. Ich platzte vor Leidenschaft und Kreativität aus allen Nähten, aber ich hatte keine handwerklichen Fähigkeiten. Auch fühlte ich mich zur Fotografie hingezogen, weil ich Augenblicke festhalten wollte. Und so habe ich in der letzten Grundschulklasse versucht, meine Sommerferien auf den Bildern festzuhalten.

 

 

Was ist Ihr fotografischer Schwerpunkt und was hat Sie motiviert, sich auf dieses Genre zu konzentrieren?
 
In meiner langen Karriere als Fotograf habe ich praktisch jedes Genre der Fotografie ausprobiert, von Werbung über Mode, Akt bis hin zur Landschaftsfotografie. Außerdem hat mich die Filmschule gelehrt, Generalist zu sein.
 
Ich bin ein Künstler, ein Propagator der Fotografie. Ich teile mein Wissen mit anderen und vor allem reise ich. Mittlerweile habe ich auch 6 Bücher über Fotografie veröffentlicht, von denen ich einige mit meinen eigenen Fotos illustriert habe. Ich bin ein paar Mal um die Welt gereist, habe unter den schlechtesten Bedingungen fotografiert, war bei 14 Dakars und fünfmal so vielen vergleichbaren Rallyes. Ich fotografierte die schnellsten Yachten der Welt, brach mir den Rücken, musste mir das Auge nähen lassen, verlor fast mein Schultergelenk und konnte meine Knie nicht mehr beugen. Ich hatte Lyme-Borreliose, Tropenruhr und Giardia lamblia. Ich kam in engen Kontakt mit einem Skorpion, tropischen Ameisen, einer Schlange. Ich ließ mich von ein paar Hunden beißen, weil ich sie so liebe. Ich habe hunderte wundervolle Menschen getroffen. Ich hatte mehrere Ausstellungen. Ich war das Gesicht der Weltpremiere der neuen revolutionären Generation von Sony-Kameras während der Photokina. Ich sprach mit einer Menge Journalisten aus der ganzen Welt über Fotografie. Ich war Juror bei vielen renommierten

 

 

Fotowettbewerben. Mein neugieriger Blick hat mich in mehreren Ländern ins Gefängnis gebracht. Ich habe viele meiner Sammlerfotos verkauft (darunter eines für 60.000 Polnische Sloty), und der gesamte Erlös ging an Bedürftige. Ich hatte insgesamt eine fantastische Zeit.

 

Was ist bisher Ihr größter Erfolg oder Ihre größte Herausforderung?
 
Ich habe nicht das Gefühl, etwas Außergewöhnliches in der Fotografie erreicht zu haben. Ich betrachte sie nicht als Sport, bei dem man Lorbeeren gewinnt. Fotografie ist meine Leidenschaft und in diesem Sinne liegt mein wohl größter Erfolg darin, dass ich noch immer mit so viel Freude bei der Sache bin. Dass sie mir nach 30 Jahren noch immer nicht langweilig geworden ist – und ich hatte viele Leidenschaften, die verebbt sind oder durch neue ersetzt wurden. Fotografie ist immer noch meine Nummer eins.

 

 

Wer und/oder was inspiriert Sie am meisten?
 
Mich inspiriert, was um mich herum passiert. Licht, Menschen, Reisen, Action und die Schönheit dieser Welt.

 

Was ist Ihre Herangehensweise?
 
Woran?

 

 

Warum sind akkurate Farben in Ihrem Workflow wichtig?
 
Farbe ist mir deshalb so wichtig, weil ich sehr sinnlich und sensibel bin. Ich fühle das Leben mit all meinen Sinnen, und Vision und Image sind wesentlich. Ich sehe in Farbe und fotografiere daher auch so. Ich habe eine gewisse Farbintelligenz. Aus dem gesamten Farbspektrum, das uns umgibt, kann ich Bilder mit sehr kontrollierter Farbgebung herausarbeiten. Und umgekehrt: Manchmal sehe ich Farben dort, wo es keine zu geben scheint.
Aus diesem Grund ist die Farbwiedergabe für mich von entscheidender Bedeutung, wie ein gut positioniertes Fadenkreuz für einen Scharfschützen. Es dürfen keine Fehler passieren.

 

 

Haben Sie Tipps oder Ratschläge für Fotografen, die am Anfang ihrer Karriere stehen?
 
Bilder in der Fotografie sollten logisch aufgebaut werden, indem Schritt für Schritt die Harmonie der Komposition hergestellt wird. Sie sollten in Symbiose mit der Technik leben und alle verfügbaren technischen Mittel einsetzen, um das Bild zu erstellen. Sie sollten die Beziehung zwischen der Technik und ihrer Wirkung kennen. Dies nennt man geschickten Umgang mit bildsprachlichen Elementen – Elementen wie Licht, Perspektive, Farbe, Schärfentiefe und Bewegung. Wie meistert man dies? Der Schlüssel liegt darin, viel zu fotografieren und die Auswirkungen der einzelnen Elemente ständig zu analysieren. Warum ist ein bestimmtes Foto so, wie es ist? Warum sieht es so aus und nicht anders? Sobald Sie die Antworten darauf gefunden haben, können Sie bewusster fotografieren. Und noch eine wichtige Sache … das Bild wird aufgenommen, wenn wir den Auslöser drücken, nicht, wenn wir die Datei in eine Kreativsoftware hochladen.

 

Jacek verwendet für seinen fotografischen Workflow Datacolor Equipment wie den SpyderX Elite

 
  About the Author – Jacek Bonecki  

Jacek Bonecki, Jahrgang 1969, ist Fotograf und Fotopromoter mit Hintergrund in der Kinematografie, Fernsehproduzent und Journalist. Er wirkte an mehreren hundert Fernsehproduktionen mit und stellt seine Fotografien im In- und Ausland aus. Er hielt Vorlesungen an vielen Fotoschulen in Polen. Zudem gibt er Fotoworkshops, die bei seinen Teilnehmern sehr beliebt sind. Angetrieben von seiner Leidenschaft für das Reisen, bereiste er über hundert Länder auf sechs Kontinenten. Zudem hat er mehrere Bücher zum Thema Fotografie geschrieben: Der Fotografische Reisende, Dakar-Stopp, Fotograf unterwegs, Fotografieren mit dem Smartphone, Die Trägheit des Smartphones oder wie man fotografiert und filmt.

   

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