Jochen Kohl – Friends with Vision

Jochen Kohl stammt aus Düsseldorf und hat die Produkt- und Werbefotografie, Advertising und Commerical, von der Pike auf gelernt. Neben der Fotografie, die ihn beruflich seit 25 Jahren ausfüllt, ist seine zweite große Leidenschaft der Sport, vom Langstreckenlauf bis hin zum extremen Kampfsport.
Wenn er nicht gerade für ein Shooting oder eine andere Auftragsarbeit unterwegs ist, erkundet er die Welt. Jochen ist reiselustig, was auch einer der Gründe dafür ist, dass er seine Workshops am liebsten in europäischen Städten abhält. Lissabon, Amsterdam, Paris und Venedig kennt er wie seine Westentasche Ab 2019 wird man auch die Philippinen als Reiseziel in seinem Programm finden und dort lassen sich seine Leidenschaft für Architektur-, Landschafts- und Peoplefotografie in einem Workshop besonders gut mit einander vereinen.
Jochen ist ein ausgewiesener Experte in Sachen Colormanagement und fotografischen Workflow. Für einen Fotografen ist es gerade bei gewerblichen Kunden wichtig, die Farbe von der Aufnahme bis zum Druck unter Kontrolle zu haben. Er hält exklusiv für Nix-Software und DxO weltweit Webinare und kooperiert darüber hinaus mit Illford und hält Workshops zum Thema Print und Shoot. Jochen hatte auch wesentlichen Anteil am Datacolor ebook „So einfach geht Farbmanagement“.

 

 

Wie bist du zur Fotografie gekommen?
Schon bei meinem Einstieg Anfang der Neunziger hatte ich das Glück, im damaligen Studio in Essen für namhafte Kunden wie BMW Motorrad, Manufactum oder Philipp Holzmann arbeiten zu dürfen und somit war ich direkt von Anfang an, nach einem gehörigen Sprung ins kalte Wasser, von 0 auf 100 in Advertising und Commercial in verschiedenen Bereichen im Einsatz. Damals noch analog im Großformat und 6×9, heute dominiert der digitale Workflow meine Welt.

 

Welche Art Fotografie betreibst du und was hat dich motiviert, dich auf dieses Genre zu konzentrieren?
Mein Spektrum ist mittlerweile sehr breit gefächert – von der Produktfotografie über die Katalogerstellung im Werkzeugbereich bis hin zur Produktion von Imagefilmen für die Industrie. Ich bin jedes Mal aufs Neue davon motiviert, das Produkt bei einem Commercial im besten Licht erscheinen zu lassen und es reizt mich, meiner Kreativität beim Advertising freien Lauf zu lassen. Natürlich ist auch die Stimmung in einem großen Team bei Advertising-Shootings etwas Tolles, wenn Mitgliedern der Agentur, Visa, MUA, Modell und der Fotograf gemeinsam ihr Bestes geben. Es gefällt mir, dass ich so neben dem Job immer wieder mit neuen und interessanten Menschen in Kontakt komme.

 

Was ist bisher dein größter Erfolg oder deine größte Herausforderung?
Kreatives Arbeiten in einem komprimierten Zeitfenster, gepaart mit dem entsprechenden Stress, und dabei dann aber die Lust am Job nicht zu verlieren, ist einerseits eine Herausforderung, aber auch das, was mir am meisten liegt. Wenn Bilder aus solchen Produktionen neben der ursprünglich geplanten Verwendung dann zum Beispiel auch noch ihren Weg auf internationale Buchcover oder in Sportkampagnen finden, ist das schon ein kleiner Erfolg. Eigentlich aber sollte man immer sein Bestes geben, sodass das Bild von morgen der größte Erfolg wird.

 

 

Wer oder was inspiriert dich am meisten?
Noch aus der analogen Zeit stammend, versuche ich mich am meisten davon inspirieren zu lassen, was im eigenen Kopf entsteht. Denn so wie mir damals die Möglichkeit schlicht fehlte, stundenlang nach Moods zur Inspiration im Netz zu suchen, nutze ich die Option heutzutage auch eher selten.

 

Was ist deine Herangehensweise? Gibt es etwas, was du während eines Shootings erreichen möchtest (wie zum Beispiel bestimmte Gefühle auszulösen o.ä.) oder spezielle Techniken, die du verwendest?
Jedes Shooting verfolgt sein eigenes Ziel, daher kann man die Frage nicht pauschal beantworten. Fotografie sollte immer in erster Linie durch Emotionen und Wirkung glänzen, was aber nicht bedeutet, dass die Technik unbedeutend wäre. Sie ist das wichtigste Werkzeug, das es zu beherrschen gilt, damit man in der Lage ist, die im eigenen Kopf gewachsenen Bildideen auch 1:1 umsetzen zu können.

 

Warum sind akkurate Farben in deinem Workflow wichtig?
Natürlich möchte der Kunde, welcher sich bei Produktgestaltung und Farbgebung, bei den Farben des Firmenlogos oder facettenreichen Fashionentwürfen viele Gedanken gemacht und finanziell auch entsprechend investiert hat, dies auch in der Fotografie widergespiegelt haben. Hier dann den realen Farbton nicht zu treffen, wird den heutigen Möglichkeiten nicht gerecht. Aber auch bei freien Arbeiten möchte ich, dass eine lange Bildbearbeitung mit eigens für das jeweilige Bild kreierten Farblooks so auch auf den Medien neben dem eigenen Monitor genauso wiedergegeben wird, digital oder im Print.

 

 

Hast du Tipps oder Ratschläge für Fotografen, die gerade am Anfang ihrer Karriere stehen?
Bleibt euch selbst treu! Wenn das Hobby zum Job wird, verschieben sich schnell die Grenzen zwischen Spaß und Arbeit, die man abzuliefern hat. Wenn man dann nicht hinter dem stehen kann, was man abliefert, dann wird man nicht mehr lange erfolgreich im Job sein und verliert zusätzlich noch den Spaß an einem einst geliebten Hobby.