Jochen Kohl – Wide-Gamut bei modernen Fotodruckern

What you see is what you get (WYSIWYG) – ein kontrollierter Workflow mit einem konsequent durchgeführten Farbmanagement von der Aufnahme, über den Monitor, den richtigen Umgang mit dem Softproof bis hin zum richtigen Profil für den Drucker ist die Grundlage für ein farbgetreues Arbeiten.

 


 

Ein dutzend Tinten für einen größeren Druckfarbraum – allerdings hat sich in der Vergangenheit vieles getan, die Zeiten von Druckern mit 4-6 Tinten sind lange vorbei. Heute haben Drucker, wie zum Beispiel die imagePROGRAF-Serie von Canon, Pro-1000, Pro-2000, Pro-4000, etc. mit LUCIA PRO ein auf 12 Farben basierendes Tintensortiment, das nicht nur intensivere Farben oder tieferes Schwarz als die Vorgänger liefert, sondern diese dadurch in einigen Bereichen auch einen größeren Farbraum darstellen können als AdobeRGB.

 

 

Man kann sich nun schon bei der Papierauswahl, zum Beispiel mit ColorSync am Mac, einen Überblick verschaffen, wie sich der jeweilige mögliche Farbraum von der Drucker- und Papierkombination für das entsprechende Motiv eignet.

 

Somit erschliessen sich auch mit der richtigen oder umgangssprachlich „falschen“ Renderpriorität mit den neuen Druckermodellen neue Wege.

 

War neben Sättigung auch Absolut Farbmetrisch eine für die Fotografie lange ungeeignete Renderpriorität, schafft sie heute eine Alternative, um einen langwierigen Softproof-Bearbeitungsprozess abzukürzen, vorausgesetzt Motiv und Farbräume lassen es zu.

 

 

Tipp:
Falls Sie mehr über die sogenannten „Rendering Intents“ erfahren wollen, empfehle ich hier das ebook „So enfach geht Farbmanagement“ von Datacolor an dem ich beratent mitgewirkt hatte.

 

Stellt sich zum Beispiel die Anforderung, dass ein Bild, das vorher bereits auf einem hochwertigen FineArt Papier, wie zum Beispiel dem Ilford Galerie Gold Fibre Gloss, gedruckt wurde, nochmal auf einem günstigeren Papier gedruckt wird, muss man sich oft im Softproof mit den jeweiligen Papiereigenschaften beschäftigen.

 

Durch die optischen Aufheller ist man mit den gängigen Renderprioritäten wie Perzeptiv oder Relativ Farbmetrisch schnell damit konfrontiert, dass besonders die Hauttöne unvorteilhaft abdriften und man so zu einem langwierigen Softproofprozess gezwungen wird, um farbgetreu arbeiten zu können.

 

Absolut farbmetrisch in diesem Fall angewandt, erreicht nun eine Bildwirkung, die auf diesem Papier dem Original treu bleibt und dessen Farbstimmung oder Anmutung auch der des vorherigen Druckes sehr nahe kommt.

 

So wie es auch gilt, sich motivabhängig bei den anderen Renderprioritäten mit den Optionen der Tiefenkompensierung zu beschäftigen, sollte man auch hier einfach mal festgeschrieben Wege verlassen und sich neuen Optionen offen gegenüber zeigen.

 

Wichtig ist aber hier, damit aber auch Softproof und Druck das gleiche Ergebnis zeigen, dass natürlich die Betrachtung des Druckergebnisses unter Tageslicht geschieht, die Bildbearbeitung und Kontrolle an einem kalibrierten Monitor durchgeführt wird und ein passendes ICC-Profil für die jeweilige Drucker/Papier/Tinten-Kombination erstellt wird. Dies kann beispielsweise mit dem Spyder Print von Datacolor geschehen. Ganz vermeiden lassen sich Fehler aber nicht. Immer wieder passiert es auch mir, dass die Farben nicht stimmen. Meist liegt es aber an der falsch eingestellten Rendering-Priorität oder am falsch gesetzten Häckchen bei der Tiefenkompensierung.

 

Also experimentiert mit, den ein Bild gehört auf Papier.

 

Warum ich den SpyderX Studio empfehle:
Wie Sie aus meinem Blogbeitrag ersehen können, ist mir die 100%ige Kontrolle über die Farben extrem wichtig. Ohne einen kalibrierten Farbworkflow habe ich daher bei den oben beschriebenen Sachverhalten keine verlässliche Beurteilungsgrundlage. Geräte zur Farbkalibrierung in der Fotografie sind ein „Muss“. Aus diesem Grund kann ich mit gutem Gewissen die Produktzusammenstellung SpyderX Studio nur empfehlen. Da ist mit dem SpyderX Elite Datacolors Flaggschiff in der Monitorkalibrierung „on board“, der jüngst erst vorgestellt wurde und mit dem Spyder Print habe ich das richtige Werkzeug zur präzisen Printer-Profilierung. Das gute Preis-/Leistungs-Verhältnis ist selbstredend in einer Produktzusammenstellung wie dem Studio-Paket immer attraktiver als der Kauf der einzelnen Komponenten.

 

 

Link: https://spyderx.datacolor.com/de/

 
 

Über den Author – Jochen Kohl

 

Martin Koswig Photography

 

Jochen Kohl ist ein in Düsseldorf lebender, autodidaktischer Fotograf, der Produkt- und Werbe-/Gewerbefotografie "on the job" gelernt hat. Neben der Fotografie, die seit über 25 Jahren zu Kohls Leben gehört, ist Jochen auch ein Sportbegeisterter, der Langstreckenlauf und Kampfsport liebt.

 

Wenn er nicht gerade mit einem Dreh beschäftigt ist, liebt Jochen es, die Welt zu erkunden. Seine Liebe zum Reisen ist nur einer von vielen Gründen, warum er seine Workshops in verschiedenen europäischen Städten wie Lissabon, Amsterdam, Paris und Venedig hält. Ab 2019 wird er auch die Philippinen als eines seiner neuen Workshop-Destinationen einbeziehen. Seine Workshops umfassen in der Regel Architektur-, Landschafts- und Porträtfotografie.

 

Neben seiner fotografischen Expertise ist Jochen ein Meister des Farbmanagements im fotografischen Workflow. Für einen kommerziellen Fotografen ist es wichtig, ein präzises und konsistentes Farbmanagement im gesamten Workflow, von der Bilderfassung bis zum Druck, zu gewährleisten.

 

Er veranstaltet exklusiv weltweit Webinare für Nik/DxO und arbeitet auch mit Illford zusammen, um Workshops über Druck und Fotografie abzuhalten. Jochen spielte auch eine wichtige Rolle im Datacolor E-Book "So einfach geht Farbmanagement".

 

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