Martin Koswig – Ein Blick über die Schulter im Rahmen eines Reportage-Shootings in Südafrika

Ja, ich liebe die Reportage! Sie ist in jeglicher Beziehung anspruchsvoll, da jeder Moment immer nur ein Moment ist, eine Sekunde des Tages. Sie gilt es einzufangen, emotionsgeladen, wie diese Sekunde gerade erlebt wird. In dieser Sekunde muss alles stimmen! Licht und Schatten, Perspektive, Kameraeinstellungen, Objektiv, bei Portraits der Gesichtsausdruck, der Blick, Details, Bildausschnitt, Hintergrund… Stimmt einer dieser Faktoren nicht, werden die Aufnahmen nichts und 3.000-10.000 Bilder nachretuschierten ist nicht möglich.

 

Reportage ist Vielseitigkeit. Weiter reizt mich an der Reportage die enorme Bandbreite an Genres, die sie umspannt: Porträt, Produkt, Food, Hotel, Fahrzeuge, Landschaft, Sport – all dies steckt in der Reportagefotografie. Jedes Bild soll perfekt aussehen als wäre es so in Szene gesetzt worden, dabei gab es nur eine Sekunde, dieser einzige Moment, der so schnell wieder vorüber ist.

 

 

Caption: Reportage-Fotografie lebt durch die Bandbreite an fotografischen Genres. Die Kunst besteht darin, eine Atmosphäre, ein Stimmungsbild zu erschaffen, die den ganzen Event oder die Reise in seiner ganzen Vielfalt einfängt.

 

Die Kunst der korrekten Bildbearbeitung: Ich werde, neben den Hochzeitsreportagen, überwiegend von Firmen gebucht; Schwerpunkt Reisereportage, aber auch Tagesevents und Tagungen sind dabei. Oft begleite ich dabei 70 bis 180 Personen, die alle mit mir das Event bzw. die Reise erleben. Sie erleben die gleiche Stimmung, die gleichen Eindrücke und die gleichen überwältigenden Farben, genau wie ich. Nun kommt die Kunst der korrekten Bildbearbeitung ins Spiel. Ich darf und muss an den Farben drehen, um die eingefangene Atmosphäre zu unterstreichen. Sonnenuntergänge, Abendstimmungen bei Kerzenlicht, Dinner, Kajak- und Walking-Touren, Safaris – jede Situation erfordert eine ihr eigene Farbstimmung und alles soll in den Bildern so aussehen, wie die Situation von allen Teilnehmern empfunden wurde. Das ist eine Kunst, da solch eine Auffassung sehr individuell ist, bei über 80 Teilnehmern also nicht unbedingt ein leichtes Unterfangen – Erfahrung ist an diesem Punkt für mich unerlässlich. Um diesen Arbeitsprozess möglichst zu optimieren, nutze ich auch gerne eine Graukarte oder den SpyderCUBE, um bei der RAW-Konvertierung ein Korrektur-Preset zu definieren, das ich dann auf die komplette Bild-Serie anwenden kann. Arbeite ich mit mehreren Kamera-Systemen, macht sogar der Einsatz des SpyderCHECKRs Sinn, um eventuelle „Farbinterpretationen“der unterschiedlichen Systeme auszugleichen. Das ist für mich der Ausgangspunkt, von dem ich dann ggf. „Colorgrading“ betreibe.

 

 

Ein Bild, unterschiedliche Ausgabeformate: Nach jeder Reise werden die Aufnahmen veröffentlicht. Im Internet, in Firmenmagazinen, als ausbelichtete und gedruckte Prints, Alben, Großformatbilder für Büros und Wohnräume. D.h. die Farben müssen stimmen und zwar für alle Anwendungen. Auf den heimischen Monitoren ist das nicht immer garantiert, da jeder Einzelne seiner farblichen Vorliebe nachgeht oder seinen Monitor überhaupt noch nie justiert hat. Grundsätzlich werden fast alle Monitore mit der Standardeinstellung 6500 Kelvin ausgeliefert, was natürlich zu „kühl“ ist. Dieses Problem haben wir bei gewissenhaften Dienstleistern nicht, da diese mit einem profilierten bzw. kalibrierten Workflow arbeiten, auf der Grundlage von 5000 Kelvin – neutrales, weißes Licht.

 

 

Auch ich arbeite natürlich in einem profilierten 5000K Workflow. D.h. meine Prints oder bei einem Dienstleister bestellten Drucke sowie Alben sind unter meinem 5000 Kelvin Normlichtkasten farblich identisch mit meinem auf 5000 Kelvin kalibrierten Monitor. Es sei erwähnt, ich arbeite in meinem Studio mit einem hardwarekalibrierbaren Monitor. Diesen habe ich bei Reportagen natürlich nicht dabei und daher bin ich auf Reisen darauf angewiesen, dass meine Messtechnik meinen Laptopmonitor bestmöglich profiliert. Ich nutze dafür seit längerem Spyder-Produkte und somit auch den neuen SpyderX. Der Spyder liefert mir Messdaten für die Hardware-Kalibrierung und sorgt für die korrekte Farb- und Helligkeitswiedergabe „on location“!
Warum ist das so wichtig? Meine Auftraggeber erwarten jeden Tag von mir eine Bildauswahl des Tages von ca. 30-50 gefilterten Aufnahmen, die dann in firmeninternen Netzwerken sowie in den sozialen Medien veröffentlicht werden. Sie werden auch für Alben genutzt, die unmittelbar nach der Reise an jeden Mitarbeiter ausgegeben werden. Ich muss also an Ort und Stelle in der Lage sein, absolut farbverbindlich zu arbeiten, damit bei der Produktion keine Fehlprints entstehen. Fehldrucke bedeuten viel Ärger, Kosten, Stress und die Zeit läuft aus dem Ruder – das kann ich mir auf keinen Fall erlauben bzw. leisten.

 

 

Caption: Meist abends im Hotelzimmer müssen die Aufnahmen des Tages gesichtet und eine Vorauswahl getroffen werden. Diese werden dann je nach Job und Aufraggeber direkt am Laptop nachbearbeitet und für das jeweilige Ausgabeformat vorbereitet. Manchmal geschieht das noch während des Heimfluges.

 

Selbst drucken & Fineart-Print: Auch in meinem Studio ist die Bildausgabe natürlich profiliert, mein A2- wie auch mein Großformatdrucker arbeiten ausschließlich mit selbstgemessenen Farbprofilen. Ich habe lange Zeit das druckerherstellereigene Papier genutzt, was sehr gut zu profilieren war – die Qualität war konstant, was viel Zeit und Geld sparte. Die Profilerstellung erfolgt hier mit dem Datacolor Spyder Print. Ich nutze in der Zwischenzeit Papiere von Tecco und Ilford. Die hochwertigen Fotopapiere von Tecco setze ich im Tagesgeschäft ein und Ilford hat mit seinen FinArt-Papieren eine sehr große Auswahl an Kunstpapieren für den Inkjetdruck. Aquarellpapiere mit hoher Grammatur sowie einige Galerie-Papiere sind meine Favoriten. Generell ist es mir wichtig, dass ich nicht bei einer Nachbestellungen jedes Mal neu profilieren muss, was für die Qualität eines Papiers spricht, wenn von einer Charge zur nächsten die Papierqualität konstant bleibt.

 

 

SpyderX Studio: Wie man meinem Blog-Post entnehmen kann, nutze ich seit langem das Spyder-Produktsortiment. Color-Management ist für mich unentbehrlich und ist quasi das Öl im Getriebe meines fotografischen Workflows. Es hilft mir Zeit zu sparen, dem Kunden hohe Qualität zu liefern, Reklamationen zu vermeiden sowie Fehldrucke zu minimieren. Es sorgt letztendlich für gleichbleibend hohe Qualität. Aus diesem Grund empfehle ich auch gerne die Produktzusammenstellung SpyderX Studio, die alles an Color-Management-Gerätschaften beinhaltet, die man benötigt, wenn man Fotodruck selbst betreibt.

 

Link: https://spyderx.datacolor.com/de/about-spyderx/

 

 
 

Über den Autor – Martin Koswig

 

Martin Koswig Photography

 

Seit 1997 selbstständig, arbeite ich als selbstständiger Fotograf on location und im eigenen Studio in Freiburg. Nach nun über 20 Jahren erstreckt sich mein Geschäfts- und Privatkundenclientel über die Deutschen Grenzen hinaus wobei der Schwerpunkt in Deutschland, Österreich und der Schweiz liegt. Der Aktionsradius reicht sich jedoch rund um den Globus.

 

Im Mittelpunkt meiner Fotografie steht der Menschen. Business- und Künstlerportraits sind gleichermaßen meine Passion wie die Reportage von Firmenevents, Reisen oder Projekte.

 

Consult und Dozent für:

Datacolor AG Europe EPSON Deutschland Hasselblad Vertriebsgesellschaft mbH Adobe Systems GmbH

 

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