Martin Siering – Fragen an …

Kurzportrait ausgewählter Teilnehmer des Datacolor Fotowettbewerbs, Sommer 2017. Martin Siering ist ein technischer Sachbearbeiter in der Automobilindustrie mit einer ausgeprägten fotografischen Liebe zu Vulkan-Expeditionen und seiner Heimat dem Spreewald.

 

Im Rahmen des Datacolor Fotowettbewerbs zur Reise- und Landschaftsfotografie, der im Sommer 2017 stattgefunden hat, haben wir viele hervorragende Fotos von tollen, engagierten Fotografen erhalten. Der Jury ist die Auswahl der fünf Gewinner des Wettbewerbs nicht leicht gefallen, haben doch viele Fotos eine Platzierung unter den Top- Bildern verdient. Um die wunderbaren Aufnahmen entsprechend zu würdigen, rücken wir in unserem Blog daher immer wieder einzelne Einsendungen in den Fokus, stellen den Menschen hinter der Kamera vor und lassen sie oder ihn erzählen, wie das Bild entstanden ist.

 

Name:
Martin Siering (martinsieringphotography)
Kurzvita:
37 Jahre, Hauptberuflich technischer Sachbearbeiter Automobilindustrie
Nebenberuflich Naturfotograf und Foto-Guide
Fotografie-Ausbildung 2014-2015 Imago Fotokunst Berlin
Homebase: Niemandsland zwischen Berlin und Brandenburg
Wann und wie sind Sie zur Fotografie gekommen?
Durch Fernreisen wie z.B. nach Uganda, Indien oder Costa Rica, entdeckte ich meine Freude am Fotografieren in der Natur. 2013 kaufte ich dafür meine erste DSLR Kamera. Daraufhin machte ich einige Fotoreisen, unter anderem mit National Geographic Fotografen, aus denen letztendlich bis heute Vulkan-Expeditionen mit fotografischen Hintergrund wurden.
Betreiben Sie die Fotografie als Hobby oder verdienen Sie Ihren Lebensunterhalt damit?
Durch das Hobby Fotografie und Teilnahme an diversen Foto-Expeditionen, kam ich auf die Idee, neben meinen Hauptberuf auch Natur-Foto-Exkursionen im Spreewald auf dem Kajak anzubieten. Darüber hinaus bin ich bei einer foto-Agentur unter Vertrag, die meine Bilder auf den Markt bringen. Des Weiteren erhalte ich diverse Foto-Aufträge abseits der Foto-Exkursionen und Agenturen.

 

 

Wie und wo ist dieses von Ihnen zum Fotowettbewerb eingereichte Bild entstanden? Gibt es eine Geschichte dazu?

Die Landschaft um den weit abseits im Meer liegenden Vulkan Batu Tara in der Flores Sea von Indonesien (deutsch: Brennender Stein) scheint unwirklich.

Es fühlt sich an, als befände man sich auf einem anderen Planeten. „Selbst Steine die glühen in verschiedenen Farben“ Die Kraterflanke bricht während eines Ausbruchs auf und verursacht einen Lavastrom in Richtung Meer.

Während einer Foto-Vulkan-Expedition entstand dieses Bild. Um diesen Ort noch unwirklicher wirken zu lassen, illuminierte ich die Steine im Vordergrund mit Knicklichtern aus dem Angelbedarf.

 

Wer und/oder was inspiriert Sie am meisten?
In erster Linie die Natur in all ihren Ausprägungen und Facetten. Besonders inspirieren mich unberührte, menschenleere und wilde Landschaften.
Wo liegen Ihre fotografischen Schwerpunkte?
Erster Schwerpunkt: Aktive Vulkane, vorrangig Indonesien und Süd-Pazifik
Zweiter Schwerpunkt: Wildes Deutschland, Langzeitprojekt Biosphärenreservat Spreewald
Was ist Ihr nächstes fotografisches Projekt, Ihre nächste Herausforderung?

In meinem nächsten Vulkan-Projekt möchte ich versuchen Eruptionsblitze zu fotografieren, die manchmal durch elektrisch aufgeladenen Ascheteilchen und Reibung entstehen können. Nicht viele Vulkane auf der Welt lassen dieses Phänomen entstehen.

Mein nächstes Projekt im Spreewald wird sein, den „wilden Wolf“ vor den Toren Berlins, im Biosphärenreservat Spreewald anzutreffen und zu fotografieren. 65km vor der Stadtgrenze sind schon deutliche Spuren wie Tatzenabdrücke oder gerissene Tiere zu finden. Dennoch ist er sehr scheu und lässt sich nicht gern blicken.

 

 

Welche Rolle spielt Farbmanagement in Ihrem fotografischen Workflow?
Eine große Rolle.

Ich bearbeite Bilder mit einem Bildbearbeitungsmonitor und der Soft- und Hardware von DataColor um bestmögliche Farbergebnisse zu erzielen und die Bilder auch auf anderen kalibrierten Endgeräten vergleichbar zu machen.

Was machen Sie mit ihren entstandenen Bildern, werden sie z.B. gedruckt, erstellen Sie ein
Fotobuch, posten Sie sie in sozialen Netzwerken und auf Ihrer Website oder bleiben Sie
einfach nur auf der Festplatte Ihres Rechners?
Alles davon. Natürlich werden alle meine Arbeiten auf Festplatten archiviert. Für meinen Internetauftritt auf www.martinsieringphotography.de nutze ich die Bilder ebenfalls. Aber es kommen auch Bilder in den Druck für Ausstellungen, Fotowettbewerbe und auch Fotobücher beispielsweise.
Was möchten Sie fotografisch erreichen, wovon träumen Sie?

Die Erfüllung eines Traumes wäre es, eine Reise auf dem „pazifischen Feuerring“ zu sämtlichen aktiven und unbekannten Vulkanen über einen langen, zusammenhängenden Zeitraum zu unternehmen!

Darüber hinaus möchte ich mich fotografisch nach wie vor im Biosphärenreservat Spreewald engagieren und weiterhin als Naturfotograf, Ansprechpartner für Spreewald-Naturfotos und Exkursionsleiter für Foto-Exkursionen etablieren.

Website: www.martinsieringphotography.de
Facebook: reicheltdesign

 

 

Alle Fotos entstanden auf einer Foto-Vulkan-Expedition zum Batu Tara (dt.: brennender Stein) Vulkan, der zum einen bis vor kurzem Daueraktiv war und so unbekannt, dass er nicht einmal auf jeder Landkarte verzeichnet oder in Gänze erforscht ist! Der Vulkan ist ca. 3000 m hoch, ragt aber nur mit seiner Spitze ca. 750m aus dem Meer. Somit ist er unbewohnt und nur sehr schwer zu erreichen! Um zu ihm zu gelangen, muss man eine 8 stündige Reise auf offenen Meer mit einem Tunfisch-Kutter hinter sich bringen. Es ist nicht möglich dort mit dem Boot anzulegen. Wer die Insel erreichen will, muss vom Boot springen und ans Land schwimmen – mit dem gesamten Proviant, der Ausrüstung und dem Kamera-Equipment…