Michaela Urban – Reise- und FineArts-Fotografin

Michaela Urban ist eine preisgekrönte Reisefotografin und –autorin, welche in führenden Zeitungen und Magazinen weltweit veröffentlicht wird. Sie liebt es draußen unterwegs zu sein, und die wilde, raue Schönheit der Natur. Immer mit der Kamera an ihrer Seite ist sie auf der Suche nach jenen magischen Bildern, die nur Mutter Natur schaffen kann, und fängt diese in beeindruckenden Fotos ein. Ihr Ziel ist es andere zu inspirieren und ihre Verbindung zur Natur zu fördern, während sie auf den Wert und den Erhalt jener kostbaren und wilden Orten aufmerksam machen möchte, die immer mehr verschwinden.

 

Wie sind Sie zur Fotografie gekommen?

Ich war ungefähr sechs Jahre alt, als ich in einer Schublade in unserem Haus eine alte Filmkamera fand. Ich nahm sie kurzer Hand in Besitz und war begeistert von den Möglichkeiten, die sie mir bot, mein Leben um mich herum zu dokumentieren. Diese kindliche Begeisterung hat mich nie mehr verlassen und als ich vor meinem Studium ein Jahr Australien bereiste war Fotografie mein bevorzugtes Mittel um die vielen unvergesslichen Momente festzuhalten, die ich damals erlebte.

 

Was ist Ihr fotografischer Schwerpunkt und was hat Sie motiviert, sich auf dieses Genre zu konzentrieren?

Ich habe eine unstillbare Leidenschaft zu Reisen, wodurch dieses Genre der Fokus meiner Fotografie wurde. Es ist ein unglaublich diverses Feld, das Landschaften, Leute, Tiere und noch viel mehr involviert – was es eine konstante Herausforderung macht auf alles vorbereitet zu sein. Von den vielen potenziellen Motiven ist mein absoluter Favorit natürliche Schönheit. Meine Arbeit wird angetrieben vom Wunsch, die ungezähmte Wildnis sowie die darin beheimatete Flora und Fauna zu dokumentieren, zu verstehen und zu schützen. In meinen Fotos möchte ich die unglaubliche Ästhetik der Natur um uns herum zeigen, welche oft unter zunehmender Bedrohung durch uns Menschen ist. Mein Ziel ist es Leute darauf aufmerksam zu machen, was wir noch haben und was wir verlieren könnten, wenn wir keine Schritte unternehmen es zu schützen. Meine Lieblingsbilder lasse ich als FineArt-Bilder drucken um Häuser und Büros zu dekorieren, denn für mich ist Mutter Natur die größte Künstlerin von allen.

 

Gab es besondere Schwierigkeiten oder Herausforderungen, sich als Frau in diesem fotografischen Markt zu etablieren?

Ganz ehrlich: nein. Damit meine ich jedoch nicht, dass es einfach ist dieses Feld zu betreten – weder für Frauen, noch für Männer. Heutzutage bieten moderne Technologien und das Internet fast jedem die Möglichkeit ein professionelles Foto zu schießen, was es viel schwieriger macht für seine Arbeit anerkannt und belohnt zu werden. Ich gebe jedoch zu, dass leider generell das Solo-Reisen als Frau anstrengend sein kann und manchmal erhöhte Aufmerksamkeit fordert, abhängig davon, wo man unterwegs ist.

 

 

Was ist bisher Ihr größter Erfolg oder Ihre größte Herausforderung?

Ich glaube meine bislang größter Erfolg ist dort angekommen zu sein, wo ich bin, ohne eine Ausbildung oder Studium in die Richtung zu haben. Ich komme aus einem kulturellen Hintergrund, in dem Leute deine Fähigkeiten infrage stellen, wenn du keinen offiziellen Abschluss in dem Feld hast – ein Vorurteil, das auch für mich selbst zu anfangs schwer zu überwinden war. Je mehr ich mich der Fotografie verschrieb, desto mehr positives und motivierendes Feedback bekam ich jedoch. Heute erscheinen meine Fotos in ungefähr 60 Publikationen auf der ganzen Welt, inklusive bekannter Vertreter wie die Los Angeles Times, die Chicago Tribune, The Dallas Morning News, Aston Martin Magazine und Unterwasser. Zusätzlich hat mir meine Fotografie die Möglichkeit eröffnet den Autoren-Markt zu betreten. Mittlerweile schreibe ich regelmäßig deutschsprachige Reiseberichte sowie Reiseführer für Destinationen abseits der ausgetretenen Pfade.

 

Natürlich gab und gibt es zahlreiche Hindernisse/Schwierigkeiten im Zusammenhang mit meinem Werdegang als Fotografin. Ich finde zum Beispiel oft Unternehmen und Einzelpersonen, die meine Fotos aus dem Internet stehlen und sie auf ihren Webseiten oder Werbematerialien verwenden, ohne dafür um Erlaubnis gefragt oder bezahlt zu haben. Zusätzlich ist natürlich auch Ausrüstung immer ein Thema in Bezug auf Gewicht, Umfang und konstanten, technologischen Fortschritt. Und zu guter Letzt gibt es das stetige Ringen mit der Zeit. Es scheint einfach nie genügend Stunden in meinen Tagen zu geben, um einen Ort intensiv zu erleben, seine Schönheit in Bildern einzufangen, diese zu bearbeiten, sie in den sozialen Medien zu teilen, neue Projekte zu planen, Aufträge zu sichern, etc. Aber zumindest wird mir nicht langweilig – etwas, das ich absolut nicht ausstehen kann.

 

Wer und/oder was inspiriert Sie am meisten?

Außer Natur im Allgemeinen inspirieren mich Menschen, die einen Traum haben und ihm folgen, egal wie viele Hindernissen sie auf dem Weg dorthin begegnen. Dies können Unternehmer, Wissenschaftler, Umweltschützer etc. sein. Ich habe das Glück viele bewundernswerte und interessante Köpfe während meiner Reisen zu treffen, die mir immer und immer wieder zeigen, dass man erreichen kann, was immer man will – wenn man wirklich dafür brennt.

 

Was ist Ihre Herangehensweise? Gibt es etwas, was Sie während eines Shootings erreichen möchten (wie zum Beispiel bestimmte Gefühle auszulösen o. ä. ) oder spezielle Techniken, die Sie verwenden?

Das hängt von meinem Motiv ab. Wenn ich Landschaften ablichte, halte ich einen Moment inne, um meine Umgebung auf mich wirken zu lassen und versuche dann einzufangen, was den größten Eindruck auf mich macht. Wenn es um Tiere geht, bin ich immer in Alarmbereitschaft eine besondere Bewegung festzuhalten, und versuche immer mit der richtigen Kameraeinstellungen bereitzustehen. Bei Menschen ist es extrem wichtig mit ihnen zu interagieren, ihr Vertrauen zu gewinnen und eine ungezwungene Atmosphäre zu schaffen, bevor man seine Kamera ins Spiel bringt. Generell versuche ich bei all meinen Aufnahmen das Motiv so einzufangen, dass der Betrachter des Fotos fühlt, als wäre er in dem Moment dabei.

 

Ich verwende eigentlich keine speziellen Techniken, außer einem Polarisationsfilter, wenn das Licht zu grell ist. Aber ich experimentiere mit verschiedenem Equipment, um verschiedene Perspektiven anzubieten. Dazu zählen eine Drohne, Unterwasserfotoausrüstung und eine 360° Kamera.

 

Warum sind akkurate Farben in Ihrem Workflow wichtig?

Jeder, der schon einmal hart daran gearbeitet hat ein Foto so zu bearbeiten, dass es so aussieht, wie man die Szene erlebt hat, und dann sieht, wie die Farben auf verschiedenen Bildschirmen oder im Druck ganz anders wiedergegeben werden, weiß wie frustrierend das sein kann. Ich verstehe gar nicht mehr, wie ich anfangs meine Fotos ohne einen korrekt kalibrierten Monitor, ICC Profilen und SoftProof-Möglichkeiten bearbeiten konnte. Wenn ich zurückschaue, habe ich damals eine Menge Zeit verschwendet. Akkurate Farben sind absolute essentiell und die Basis für jegliche Bildbearbeitung und doch wird dies oft übersehen.

 

Haben Sie Tipps oder Ratschläge für Fotografen, die am Anfang ihrer Karriere stehen?

Vermeide andere Fotografen zu kopieren und Fotos von Orten/Dingen zu machen, die schon “zu Tode” fotografiert wurden. Hol dir Tipps und lerne von anderen Fotografen wann immer möglich, aber entwickle deinen eigenen Stil und finde einzigartige Motive. Wenn man auf Instagram oder andere Plattformen schaut, gibt es dort viel zu viele Fotos, die gleich ausschauen. Sei anders – niemand wird sich an ein Foto erinnern, von dem es unzählige Duplikate gibt. Versuche etwas Einmaliges zu fotografieren und gib ihm deine eigene Note.

 

 

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