Spotlight On – Peter Li

Wie sind Sie zur Fotografie gekommen?

 

Ich habe 2013, als meine erste Tochter geboren wurde, angefangen, mit einer DSLR zu fotografieren. Wie so viele andere Väter wollte ich das Heranwachsen meiner Familie dokumentieren. Meine Frau hat Kunst studiert und daher ein sehr künstlerisches Auge und ich habe das Glück, mit ihr jemanden zu haben, der mir ehrliche Kritik gibt. In den Anfängen habe ich mich jeden Tag mit der Fotografie auseinandergesetzt und mir selbst vieles beigebracht und auch täglich geübt.

 

Was ist Ihr fotografischer Schwerpunkt und was hat Sie motiviert, sich auf dieses Genre zu konzentrieren?

 

2015 traf ich zwei aufstrebende Fotografen, die mir ihre Leidenschaft für Architekturfotografie weitergaben. Durch ihre Inspiration habe ich gelernt, auf Symmetrie zu achten und besonderen Wert auf meine Komposition und Linienführung zu legen. Wir leben in London und haben alle Arten von Architektur. Wir finden oft ein klassisches Juwel inmitten moderner Wolkenkratzer. Ich bin London sehr dankbar, weil es meine Leidenschaft für dieses Genre weiter befeuert.

 

 

Was ist bisher Ihr größter Erfolg oder Ihre größte Herausforderung?

 

Eine der größten Herausforderungen ist es, einen völlig leeren Raum zu fotografieren und weil es so schwierig ist, bereite ich mich genau vor, um die besten Bedingungen zu nutzen, d.h. ich versuche, die Tage für meine Besuche zu nutzen an denen am wenigsten los ist, und früh aufzustehen, um als Erster vor Ort zu sein. In London können Innenräume deshalb besonders schwierig zu fotografieren sein, weil häufig die Verwendung von Stativen nicht erlaubt ist. Das Positive an diesen Restriktionen aber ist, dass ich mich mein Fotografieren in London dazu gezwungen, eine ruhige Hand für eine lange Belichtungszeiten zu entwickeln.

 

Wer und/oder was inspiriert Sie am meisten?

 

Ich suche oft Inspiration in Gemälden, Filmen und im Gaming. Ich habe schon in jungen Jahren angefangen zu spielen, und ich denke, es hat meine Fotografie mehr beeinflusst als jede andere Kunstform.

 

Was ist Ihre Herangehensweise?

 

Gibt es etwas Bestimmtes, das du während eines Shootings erreichen willst (z.B. bestimmte Gefühle auslösen, etc.) oder gibt es bestimmte Techniken, die du verwendest?

 

Meine Arbeiten bewegen sich zwischen Realismus und Fantasie. Historische Gebäude wie Kathedralen oder Musiktheater erinnern oft an unsere Geschichte – sie sind an sich zeitlos und in vielerlei Hinsicht wie aus einer anderen Welt.

 

Mit der vertikalen Panoramafotografie (Vertorama) können wir einen dreidimensionalen Raum in seiner Gesamtheit betrachten und uns eine Sicht / Perspektive geben, die über das hinausgeht, was das Auge sehen kann. Es entkoppelt uns von der Realität, spielt mit unserer Wahrnehmung von Form und Gestalt und schafft ein Gefühl für eine andere Welt.

 

Ich hoffe, durch meine Fotografie dem Betrachter Fantasiefragmente zu vermitteln und sie zu ermutigen, einen kurzen Augenblick aus ihrer Realität herauszutreten.

 

 

Warum sind akkurate Farben in Ihrem Workflow wichtig?

 

Ich drucke meine Arbeiten regelmäßig, präzise Farben sind mir daher sehr wichtig. Ein Bildschirm, der die Farben akkurat wiedergibt, erleichtert die diesen Prozess erheblich. Der subtile Unterschied in der Tonalität eines Bildes kann eine ganz andere Stimmung / Botschaft vermitteln.

 

Haben Sie Tipps oder Ratschläge für Fotografen, die am Anfang ihrer Karriere stehen?

 

Obwohl mein Hauptwerk architektonisch ausgerichtet ist, fotografiere ich gerne Stadtlandschaften und Straßenfotografie. Die Technik für meine Panoramen habe ich in der Landschaftsfotografie gelernt. Die Techniken, die wir aus anderen Fotografie-Genres lernen, können überall angewendet werden. Ich denke, das Experimentieren mit verschiedenen Formen der Fotografie hilft uns dabei, uns weiterzuentwickeln und kreativ zu bleiben.

 

Peter kalibriert seinen Monitor mit dem SpyderX Elite.

 
 

Über den Autor – Peter Li

 

Peter Li ist ein mehrfach ausgezeichneter Fotograf mit Wohnsitz in London. Sein Architektur-Fotografie erhielt den 1. Platz in der Kategorie Architektur bei den Epson International Pano Awards 2018 und wurde bei den Sony World Photography Awards 2018 ausgezeichnet. Seine Arbeiten wurden bereits in der Times, Time Out London sowie in verschiedenen Fotografie- und Kunstpublikationen veröffentlicht.

 

Fotografisches Genre: Panorama-Architektur-Fotografie

   

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