SpyderX Elite – Gleiche Farbe auf unterschiedlichen Monitoren

Lifestyle Monitor

 

Monitore sehen nach Kalibrierung noch immer nicht gleich aus – warum ist das so?

  • Monitore können sich technisch
  • Die Nutzung der Monitore unterscheidet sich, sogar direkt nebeneinander
  • Vollständig nutzbares Farbmanagement für alle Monitore ist vorausgesetzt
  • Applikationen müssen Farbmanagement unterstützen und korrekt umsetzen
  • Eine visuelle Farbangleichung ist die Lösung

 

Zwei kalibrierte Monitore sollten die gleiche Farbdarstellung haben – oder etwa nicht?

 

Wenn zwei oder mehr Monitore mit einem Sensor wie SpyderX kalibriert wurden und die Software die erfolgreiche Kalibrierung bestätigte, diese aber visuell Farbunterschiede aufweisen – ist da etwas schiefgelaufen mit der Kalibrierung?

 

Wenn wir zwei Monitore verwenden, müssen wir fünf wichtige Punkte berücksichtigen, die wir auf den nächsten Seiten beschreiben. Eine wichtige Sache, die wir gleich zu Beginn dieses Artikels erwähnen möchten: Sie benötigen ein flexibles und genaues Kalibrierungstool, das für die Kalibrierung und visuelle Abstimmung der Farbausgabe von Monitoren vorgesehen ist. Dies ist SpyderX Elite.

 


Punkt 1:
Wenn Sie Monitore aneinander angleichen möchten, müssen Sie berücksichtigen, dass sie sich meist in ihrer technischen Bauart voneinander unterscheiden. Die Monitorkalibrierung optimiert und korrigiert die Farbausgabe auf einem Display, kann jedoch die physikalische Qualität nicht verbessern. Wenn eines der Geräte ein Monitor mit großem Farbraum ist (der AdobeRGB abdeckt), während der andere nur einen Standard-Farbraum (sRGB) abdeckt, so kann eine höhere Farbsättigung außerhalb von sRGB von diesem Standard-Monitor nicht reproduziert werden. Farben im sRGB-Farbraum werden von beiden abgedeckt und können, mit den in diesem Artikel aufgeführten Punkten, prima aufeinander abgestimmt werden.

 

Punkt 2: Die Lichtverhältnisse im Raum sowie die Farbe, die Ihren Monitor umgibt, beeinflussen Ihre Farbwahrnehmung. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, alle Bedingungen gleich zu halten. Dies schließt auch die Farbe des Hintergrunds hinter den Monitoren und die Farbe des Schreibtisches ein. Auch der Blickwinkel verändert oft die Farbwahrnehmung. Diesbezüglich sind einfache Displays mit TN-Panel-Technologie stärker betroffen, als beispielsweise bessere IPS-Panels.

 

 

Punkt 3: Der Computer muss alle angeschlossenen und verwendeten Monitore mit allen Funktionen für das Farbmanagement verwalten. Dies beinhaltet die Weißpunktkorrektur sowie die Linearisierung der Primärfarben über die LUT (LookUp Table) der Grafikkarte. Während der Weißpunkt vom Bildeditor oder Browser verarbeitet wird, wird die Linearisierung auf die LUT der Grafikkarte abgelegt. Es ist wichtig, dass die Grafikkarte für jeden angeschlossenen Monitor eine separate LUT bereithält.

 

Punkt 4: Einige Softwaretools unterstützen kein Farbmanagement. Microsoft Internet Explorer ist ein solches Tool sowie manche einfache Standard-Foto-Browser. Die neuesten Versionen von Firefox, Photoshop (alle Versionen), Lightroom oder anderen Bildbearbeitungsprogrammen verarbeiten Farbräume perfekt. Nur ein überlappendes Fenster (zwischen zwei Monitoren) funktioniert nicht, selbst wenn eines der genannten ordnungsgemäß funktionierenden Tools verwendet wird. Geöffnete Dateien müssen stets auf nur einem Bildschirm angezeigt werden. In diesem Fall wird, wenn eine Datei in ihrem Fenster von einem Monitor auf den anderen verschoben wird, die vollständige Farbkorrektur in dem Moment angewendet, in dem der Benutzer sie auf dem entsprechenden Monitor ablegt (die Maustaste loslässt).

 

 

Punkt 5: Ein visueller Abgleich ist immer erforderlich, solange der Benutzer Monitore miteinander nutzen möchte. Der Grund ist nicht die Unfähigkeit der Kalibriertools, sondern die menschliche Farbwahrnehmung, die durch eine individuelle Weißpunktkorrektur beeinflusst wird. Wie eine Kamera kann das menschliche Auge jeweils nur eine Lichtart ausgleichen. Wenn jedoch zwei Monitore nebeneinander stehen, unterscheiden sie sich in ihrem Farbspektrum (auch wenn beide Geräte LED-Bildschirme sind). In den Bildern auf der rechten Seite wurde der Weißpunkt zuerst auf den Rest des Tageslichts gesetzt, dann auf die Neonlampen im rechten Schaufenster und dann auf die Halogenlampen im linken Fenster. Der gleiche Effekt tritt bei Verwendung von zwei Monitoren auf – manchmal mehr, manchmal weniger. Das menschliche Auge (hier war es die Kamera) gleicht immer den Weißpunkt der Hauptlichtquelle aus, was meist der größere und hellere Monitor direkt vor dem Benutzer ist. Im selben Moment passt die Weißpunktkompensation nicht mehr zum zweiten Monitor. Dies kann von einem Sensor nicht korrigiert werden, da es sich um eine individuelle Kompensation handelt, die von Person zu Person unterschiedlich ist. Die einzige Möglichkeit, den zweiten Monitor an den primären Monitor anzupassen, besteht darin, den korrekt kalibrierten Monitor visuell in Bezug auf seinen Weißpunkt an den Hauptmonitor anzupassen. Da dies mit der Funktion „SpyderTune“ auf lineare Weise erfolgt, behält die Kalibrierung ihre Genauigkeit bei, stimmt jedoch so gut wie möglich mit dem Weißpunkt überein.

 

Hier ist der Kalibrierprozess der Reihe nach beschrieben:

 

Dies alles beginnt in einem schwach beleuchteten Raum, mit etwa 100 LUX rund um den Monitor. Der Grund und das Warum für dieses bestmögliche Raumlicht, wird auf der folgenden Seite beschrieben. Jetzt müssen die Monitore mit SpyderX Elite und der StudioMatch-Funktion kalibriert werden. Solange der Farbraum des Foto-Workflows sRGB oder AdobeRGB ist, beträgt das Kalibrierungsziel 6.500k Farbtemperatur und Gamma 2.2. Die Monitore sollten dabei auf eine Leuchtdichte von 120 cd/m2 kalibriert werden. Mit beiden Kalibrierungen werden die Monitore technisch kalibriert und abgeglichen. Aufgrund der unterschiedlichen Lichtquellen (siehe vorhergehende Seite) sehen Benutzer einen Unterschied im Weißpunkt. Um dies individuell und bestmöglich zu kompensieren, muss der entsprechende Benutzer die Funktion „SpyderTune“ verwenden, um den zweiten Monitor visuell an den Hauptmonitor anzupassen. Es ist wichtig, dass der Hauptmonitor unverändert bleibt und nach der Kalibrierung nicht angepasst wird.

Schritt für Schritt:

 

  1. Abgedunkelte Umgebung ist empfohlen (ca. 100 LUX)
  2. SpyderX Elite mit StudioMatch nutzen, um Monitore zu kalibrieren und aneinander anzugleichen
  3. Monitore auf folgende Werte kalibrieren:
  • 6.500k Farbtemperatur
  • Gamma 2.2
  • 120 cd/m2
  1. SpyderTune nutzen, um den zweiten Monitor visuell an den Hauptmonitor anzupassen

 

 

1, 2, 3 – wenn die „1“ wie folgt sichtbar ist: direkt = Monitor zu hell – soeben noch sichtbar = Helligkeit ist gut – nicht sichtbar = Monitor zu dunkel oder Raumlicht zu hell

 

Die Raumbeleuchtung ist ebenfalls sehr wichtig.

 

Es ist sehr wichtig, in einem schwach beleuchteten Raum zu arbeiten. Der Grund ist leicht zu erklären: Stellen Sie sich vor, Sie sitzen in einem stockdunklen Raum und sehen schwach auf Ihrem Monitor ein dunkelgraues Kreuz (RGB 4, 4, 4) auf schwarzem Hintergrund (RGB 0, 0, 0). Aber was ist, wenn Sie Ihren Monitor in direktes Sonnenlicht stellen? Können Sie das Kreuz noch sehen? Die Antwort ist einfach: Nein, es ist nicht mehr sichtbar. Aber was ist passiert? Das Sonnenlicht ist so hell, dass die Iris Ihres Auges die Größe Ihrer Pupille auf eine sehr kleine Blende reduziert. Als Fotograf wissen Sie, dass f22 nicht die richtige Blende ist, um in der Dunkelheit zu fotografieren. Ihr Monitor zeigt Ihnen also Details an, aber Sie können diese nicht sehen – deshalb sollten Sie die Postproduktion bei schwachem Umgebungslicht durchführen.

 

Und hier ist eine einfache Beschreibung, wie Sie Ihr Raumlicht messen können:
Nehmen Sie Ihre Kamera und stellen Sie sie in den „S“ -Modus. Stellen Sie nun ISO 100 und Ihre Verschlusszeit 1,0 Sekunden ein. Stellen Sie die Belichtungskorrektur dazu ggf. auf „0“. Decken Sie nun Ihre Monitore mit Pappe ab oder schalten Sie sie aus und fokussieren Sie mit Ihrer Kamera den Schreibtischbereich. Überprüfen Sie anschließend, welcher Blendenwert von Ihrer Kamera automatisch verwendet wird. Wenn dieser Wert zwischen f4.0 und f5.6 liegt, ist Ihre Raumbeleuchtung die perfekte Stufe (ca. 100 LUX) für die Bildbearbeitung und Postproduktion.