Die SpyderX Linse und das menschliche Auge

 

Zurückliegende Spyder-Generationen

 

Frühere Spyder-Modelle verwendeten ein Kontaktdesign, bei dem das optische System in direktem Kontakt mit dem Bildschirm sein musste. Das Licht wurde durch eine Blende säulenförmig angeordnet, mit einem Diffusor abgeglichen und dann an eine Vielzahl gefilterter Sensoren zur Messung geleitet. Dieses System wurde im Laufe der Jahre optimiert, indem eine größere Blende, langlebigere Filter und andere Verbesserungen hinzugefügt wurden. Das Gesamtkonzept blieb jedoch ähnlich.

 

Die Wabenstruktur des Spyder5-Sensors sorgte dafür, dass Streulichteinfluss minimiert wurde. Nachteil: Der Spyder5 musste plan auf der Display-Oberfläche anliegen und setzte so eine akkurate Handhabung voraus.

 

Bruch mit der Spyder-Historie

 

Der SpyderX ist ein von Grund auf neu entwickeltes Design. Es werden neuere, empfindlichere Sensoren und eine andere Farberkennungsmethode verwendet. Aber am wichtigsten ist, dass das System auf einer Linse basiert. Eine große optische Linse ist in einem gewissen Abstand von der Oberfläche angebracht und von einem abgestuften Linsenring umgeben, der in steilem Winkel einfallendes Streulicht reduziert. Das Ergebnis sieht beinahe so aus wie ein Kameraobjektiv.

 

 

Die Vorteile

 

Diese auf Linsen basierende Lösung bietet einige Vorteile. Der erste besteht darin, dass viel mehr Licht in die optische Einheit eindringen kann, was insbesondere bei schwachem Licht genauere Messungen ermöglicht. Da der SpyderX nicht auf die direkte Auflage auf den Monitor angewiesen ist, muss auch kein bestimmter Winkel eingehalten werden. Somit ist eine perfekte Platzierung des Geräts weniger wichtig. Der interessanteste Vorteil dieses neuen Systems liegt jedoch in seiner Ähnlichkeit zum menschlichen Auge.

Der große Vorteil

 

Gerätemessungen sind nützlich, sie neigen jedoch dazu, vom menschlichen Sehen abzuweichen und führen zu Diskrepanzen zu dem, was das Auge sieht. Dies bedeutet, dass ein Gerät, das dem menschlichen Auge in seiner Funktionsweise ähnlicher ist, weniger Abweichungen im Vergleich zu dem erzeugt, was das Auge sieht. Das Ergebnis ist, dass die Kalibrierung von mehreren verschiedenen Monitortypen nebeneinander mit SpyderX eine bessere visuelle Übereinstimmung ergibt als bei früheren Spydern, wodurch die Notwendigkeit einer visuellen Abstimmung reduziert oder vollständig unnötig gemacht wird.

Der Beamer-Vorteil

 

Ein weiterer Anwendungsfall, in dem der SpyderX glänzt, ist die Projektor-Kalibrierung. Die Verwendung von SpyderX Elite zur Kalibrierung mehrerer Projektoren nebeneinander, bietet verbesserte Ergebnisse. Das liegt daran, dass das aktuelle, auf Linsen basierende System, den früheren Spyder-Konstruktionen, die ihre besten Ergebnisse bei direkter Auflage auf der Messfläche erzielten, überlegen ist. Die Erfassung von Licht, das von einer Projektionsfläche reflektiert wird, ermöglicht nämlich keine direkte Auflage.

 

 
 

Über den Autor – C. David Tobie

 

C. DAVID TOBIE ist schon immer im Bereich Farbmanagement und Digital Imaging tätig, entwickelt kostengünstige Farbmanagement-Lösungen und erklärt, wie sie am besten eingesetzt werden können. Fotografen kennen ihn als Autor und er ist bekannt für sein technisches Redigieren von Lehrbüchern und Fachzeitschriften, darunter Mastering Digital Printing und Professional Photographer. Seine Seminare über Farbe und Bildbearbeitung auf Fotomessen und Workshops auf der ganzen Welt erfreuen sich großer Beliebtheit.

 

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