SpyderX und neue Monitortechnologien

C. DAVID TOBIE ist schon immer im Bereich Farbmanagement und Digital Imaging tätig, entwickelt kostengünstige Farbmanagement-Lösungen und erklärt, wie sie am besten eingesetzt werden können. Fotografen kennen ihn als Autor und er ist bekannt für sein technisches Redigieren von Lehrbüchern und Fachzeitschriften, darunter Mastering Digital Printing und Professional Photographer. Seine Seminare über Farbe und Bildbearbeitung auf Fotomessen und Workshops auf der ganzen Welt erfreuen sich großer Beliebtheit.
 
Neue Monitortechnologien
In den letzten zehn Jahren wurde eine Vielzahl neuer Monitortechnologien eingeführt. Die meisten sind Variationen von LED-Displays, wobei auch einige völlig neue Systeme aufgetaucht sind, wie z. B. OLED. OLED-Bildschirme haben jedoch noch keine annehmbare Größe und schon gar keinen Preispunkt erreicht, der sie für die Bildbearbeitung empfehlen würde. Viele dieser neuen Anzeigetypen wurden entwickelt, um einen breiteren Farbraum, tiefere Schwarztöne, hellere Weißtöne und andere visuelle Verbesserungen zu bieten.

 

 
Neue Kalibrierungssysteme
Für eine präzise Kalibrierung dieser neuen Bildschirmtypen ist es wichtig, neuere Kalibriersysteme zu verwenden, deren Software diese Bildschirme unterstützt. Zudem sollten sie über eine optische Einheit verfügen, die das menschliche Auge effektiv nachbildet, so dass die Kalibrierungswerkzeuge einen bestimmten Bildschirm möglichst so wahrnehmen wie es das menschliche Auge tut.
 
Vorteile eines Kalibrierungswerkzeugs
Kalibratoren haben gegenüber dem Auge einige Vorteile. Sie können die Helligkeit auf einer absoluten Skala bestimmen, während sich das Auge an die Helligkeit anpasst, was dies unmöglich macht. Kalibratoren können die Farbe auch absolut sehen, während sich das menschliche Sehsystem an den Weißpunkt unserer Betrachtungsumgebung anpasst, was die absolute Farbbestimmung für den Menschen schwierig macht.
 
Zur Veranschaulichung zwei Bespiele, wie das menschlichen Empfinden die Helligkeits- bzw. Farbwahrnehmung trügt.
 
Beispiel 1
 

 
BU: Helligkeit wahrnehmen
 
Schauen Sie doch mal auf das Schachbrettmuster. Die Flächen A und B unterscheiden sich eindeutig in ihrer Helligkeit, könnte man meinen. Warten Sie einfach 10 Sekunden und wir verbinden beide Flächen mit einem grauen Rechteck. Jetzt müssten eigentlich Übergänge zu sehen sein.
 
Beispiel 2

 
BU: Farbe wahrnehmen
 
Sie sehen deutlich die Komplementärfarben Gelb und Blau/Cyan, die sich auch durch das Bild ziehen. Betrachten Sie jetzt für ca. 30s zuerst den oberen, dann den unteren schwarzen Punkt. Sie werden feststellen, dass die beiden Hälften „verschmelzen“ und keine eindeutige Kante zwischen dem cyan/blaustichigen und gelbstichigen Bereich des Bildes mehr auszumachen ist.
 
Sehen wie das menschliche Auge
Damit ein Bildschirm auf ähnliche Weise gesehen werden kann, wie das menschliche Auge ihn sieht, ist die Verwendung eines objektivbasierten optischen Systems erforderlich, das sich von der Oberfläche des Displays abhebt. So ist die Farbwahrnehmung des Kalibrierungswerkzeugs dem menschlichen Auge sehr viel ähnlicher als frühere kontaktbasierte Kalibratoren.

 
BU: Optisches System mit integrierter Linse
 

 
BU: Schaubild der spektralen Empfindlichkeit des hell (rot) bzw. dunkel (weiß) adaptierten menschlichen Auges. Klar zu erkennen ist, dass die
 
Empfindlichkeit des menschlichen Auges bei Tageslicht im grünen Bereich am höchsten ist. Der Mensch empfindet somit vereinfacht gesprochen „Grün“ bei Tageslicht am hellsten. Der Sensor des SpyderX trägt diesem Sachverhalt Rechnung.
 
Optimierung für verschiedene Monitortypen
Kalibratoren müssen auch für Bildschirmtypen optimiert werden, eine Funktion, die zumeist in der Kalibrierungssoftware verborgen ist, obwohl einige allgemeine Kategorien verwendet werden, so z. B. Wide-Gamut-LEDs, Standard-Gamut-LEDs, Grün-Blau-LEDs oder klassische LCD-Anzeigen. Die Auswahl eines Bildschirmtyps kann zusätzliche Unterstützung für ein optimales Kalibrierungsergebnis bieten. Diese Kombination aus einer optischen Einheit in der Hardware und der Anzeigeklassifizierung in der Software sind die technische Grundlage für die Genauigkeit des SpyderX und die verbesserte Abstimmung mehrerer Monitore aufeinander.
 

 
BU: Über das PullDown-Menü der Spyder-Software kann die jeweilige Monitorklasse ausgewählt werden. Auf diese Weise wird der Weißpunkt der sich je nach Monitor-Technologie unterscheindet entsprechend voreingestellt.
 
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