Fragen an Diana Jill Mehner

Wann und wie sind Sie zur Fotografie gekommen?

 

Die Fotografie hat mich schon seit meiner Kindheit begleitet. Noch bevor ich zu meinem 8. Geburtstag meine erste Kompaktkamera geschenkt bekam, durfte ich ab und an auch ein Foto mit der Kamera meiner Eltern schießen. Es wurde fast alles festgehalten, was mir vor die Linse kam: Blumen, Tiere, Landschaften, aber auch Momente auf Ausflügen mit der Klasse und Alltagssituationen.

 

Über die Jahre war die Fotografie immer präsent – mal mehr, mal weniger. Letztendlich hat sich auch der Wunsch als Fotografin arbeiten zu dürfen immer mehr herauskristallisiert. Dennoch habe ich vorerst eine Ausbildung zur Technischen Systemplanerin begonnen, da mein Vater der Meinung war ich solle „etwas Vernünftiges lernen“. Nach etwas mehr als einem Jahr hat sich aber gezeigt, dass es immer noch die Fotografie ist, die mich begeistert, weshalb die laufende Ausbildung beendet und eine neue im Fotografenhandwerk begonnen wurde, die ich als Kammerbeste meines Jahrgangs abgeschlossen habe.

 

Dank des Schwerpunkts in der Produkt- und Werbefotografie war es möglich, viele verschiedene Bereich kennenzulernen. Schon hier hat sich aber gezeigt, dass es doch die „lebendigen Models“ sind, die es mir angetan haben. Ich entschloss mich, neben der Ausbildung weitere Workshops und Weiterbildungen zu besuchen und eigene Projekte umzusetzen, um mehr und mehr herauszufinden, in welchem Bereich der Fotografie ich mich Zuhause fühle.

 

 

Betreiben Sie die Fotografie als Hobby oder verdienen Sie Ihren Lebensunterhalt damit?

 

Die Fotografie betreibe ich seit 2015 hauptberuflich. Schon zu Beginn meiner Fotografenausbildung stand fest, dass ich mich nach erfolgreichem Abschluss komplett selbstständig machen möchte, um meinen eigenen Stil zu verwirklichen.

 

Wie und wo ist dieses von Ihnen zum Fotowettbewerb eingereichte Bild entstanden? Gibt es eine Geschichte dazu?

 

Tatsächlich ist dieses Bild für die Teilnahme an diesem Wettbewerb entstanden. Neben einem Hund, der Bestandteil des Fotos sein sollte und der für mich unfassbar viel Farbe (und Fröhlichkeit) in mein Leben bringt, sollte auch Farbe selbst eine große Rolle in dem Bild spielen.

 

2019 gab es in Berlin die Installation „Colormaze“ der Künstler Thomas Granseuer und Tomislav Topic (bekannt als „Quintessenz“) zu bestaunen. Dabei handelt es sich um in verschiedenen Farben lackierte Holzplanken, die zu geometrischen Gebilden zusammengefügt wurden. Persönlich habe ich diese Installation leider nie gesehen, aber die Farben und die Art und Weise wie diese kombiniert wurden, haben mich damals auf den Bildern, die es auf Social Media zu sehen gab, sehr beeindruckt.

 

Diese Installation ging mir nicht mehr aus dem Kopf und so kam es, dass ich erneut auf eine farbige Installation basierend auf Holz und verschiedenen Farben aufmerksam wurde. Die Installation „Abweg“, die auch auf diesem Foto zu sehen ist, stammt von dem Künstler Darko C. Nikolic und war für einen begrenzten Zeitraum in Hamburg ausgestellt. Die Bildidee für die Teilnahme am Fotowettbewerb war geboren und so habe ich mich mit dem Künstler in Verbindung gesetzt, um zu erfahren, ob ich „in“ sein Kunstwerk gehen, dort einen Hund fotografieren und die Bilder nutzen darf. Dabei sind viele verschiedene Aufnahmen entstanden, die noch darauf warten bearbeitet zu werden. Doch dieses Bild hat mich sofort gefesselt: ein Hund, mitten in einem Meer aus Farben. Der Betrachter kann nur erahnen, wie lang dieser „Regenbogenweg“ sein kann und man fragt sich, was sich wohl hinter der nächsten Ecke verbirgt.

 

Auf der einen Seite ist dieses Bild so bunt und erinnert an einen Regenbogen, der ein Symbol für Freude ist, die auch unsere Hunde in unser Leben bringen – doch auf der anderen Seite erinnert es uns Hundehalter auch daran, dass die Zeit mit unseren Vierbeinern begrenzt ist und sie alle eines Tages den Weg über den „Regenbogen“ nehmen werden.

 

 

Wer und/oder was inspiriert Sie am meisten?

 

Meistens sind es die Hunde selbst, die mich inspirieren, da jeder Hund einen eigenen Charakter hat und bestimmte Rassen bestimmte Vorlieben haben, die wir – wenn es der Wunsch des Halters ist – auch in den Bildern mit einfließen lassen.

 

Natürlich lasse ich mich insgesamt auch von den Sozialen Medien beim Stöbern inspirieren – mal bewusst, mal unbewusst. Besonders inspirieren mich Bilder, auf denen Hunde in der Stadt bzw. an eher unüblichen Orten zu sehen sind, da Hunde doch meistens mit Fotos in der Natur in Zusammenhang gebracht werden. Aber auch Fotos, auf denen Hunde Teil einer Landschaft sind, begeistern mich immer wieder und probiere mich gerne daran aus.

 

 

Ein Bereich, in dem ich mich ebenfalls von Zeit zu Zeit ausprobiere, ist das Arbeiten mit dem Blitz draußen. Hier lasse ich mich immer gerne von den Fotografinnen Kaylee Greer aus den USA und Cat Race aus Großbritannien inspirieren.

 


 
 

 

Wo liegen Ihre fotografischen Schwerpunkte?

 

Seit meiner Ausbildung hat sich der Schwerpunkt immer etwas verändert: zu Beginn habe ich viele verschiedene Bereiche ausprobiert und habe mich sehr lange im Bereich der Hochzeits- und Paarfotografie wohlgefühlt. Dennoch gab es etwas, das schon seit der Ausbildung immer eine gewisse Rolle spielte: Hunde.

 

Seit 2018 liegt der Fokus beruflich gesehen nun komplett auf der Hundefotografie. Hunde sind einfach echt und zeigen dir sofort, ob sie dich mögen oder nicht. Das macht die Arbeit mit ihnen so spannend und stellt einen immer wieder vor neue Herausforderungen und Möglichkeiten. Dabei sei zu sagen, dass erst die Hundefotografie und dann der Hund da war. Interessanterweise ist es wohl eher unüblich, dass die Begeisterung für die Hundefotografie vor dem Einzug eines eigenen Hundes ist, wie ich im Austausch mit Kollegen erfahren habe.
 

 

Was ist Ihr nächstes fotografisches Projekt, Ihre nächste Herausforderung?

 

Es gibt verschiedenste Ideen in meinem Kopf, die nur darauf warten, in fotografische Projekte umgesetzt zu werden. Dabei handelt es sich sowohl um fotografische Arbeiten draußen bzw. außerhalb einer klassischen Studioatmosphäre, sowie um thematische Projekte rund um meine Hundeportraits, die in meinem (mobilen) Studio entstehen und von den besonderen Gesichtsausdrücken und der bunten Hintergrundfarbe leben. Als nächstes möchte ich gerne einige Hunde in meinem Landkreis portraitieren und diese in Zusammenhang mit für die Region typischen Sehenswürdigkeiten und ähnlichem abbilden.

 

Ein weiteres Projekt werden die Lieblingshunde-Kalender sein, die es nun schon mehrere Jahre in Folge gibt und von deren Erlös ein Teil immer an eine Organisation im Tierschutzbereich gespendet wird. Dabei können meine Follower mir auch immer Vorschläge übermitteln, wo die Spende hingehen soll. Aktuell wird auch daran gearbeitet, die Community an der Wahl der Bilder für die Kalender teilhaben zu lassen. In Zukunft soll es auch einen Kalender geben, der eines der Fotoprojekte behandelt – welches das sein wird, steht allerdings noch in den Sternen.

 

Welche Rolle spielt Farbmanagement in Ihrem fotografischen Workflow?

 

Da sich bei mir alles um die „Hundefotografie zum Anfassen“ dreht, also darum, dass die Hundefotos greifbar werden und als wundervolle Fotoprodukte zum Leben erweckt werden, spielt Farbmanagement eine sehr große Rolle.

 

Mir persönlich liegt sehr viel daran, dass die Hundehalter aus einem Shooting mit ihrem liebsten Vierbeiner nicht nur ein wundervolles Erlebnis und herrliche Fotos mitnehmen, mit denen sie sich gerne zurück erinnern, sondern auch hochwertige Wandbilder oder besondere Prints, die den Moment beim Anblick so viel mehr Lebendigkeit schenken. Hier ist es sehr wichtig, dass die Bilder später auf den Fotoprodukten, die ich anfertigen lasse, auch von den Farben her so aussehen, wie ich diese bearbeitet habe.
 

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Was machen Sie mit ihren entstandenen Bildern, werden sie z.B. gedruckt, erstellen Sie ein Fotobuch, posten Sie sie in sozialen Netzwerken und auf Ihrer Website oder bleiben Sie einfach nur auf der Festplatte Ihres Rechners?

 

Durch die Integration von Fotoprodukten in mein Konzept der Hundefotografie habe ich das große Glück, dass meine Fotos die Festplatte verlassen dürfen. So sorgen sie bei den Hundehaltern jeden Tag aufs Neue für ein Lächeln, wenn sie durch ihre vier Wände und an den Bildern vorbeigehen.

 

Auch ich persönlich habe in meinem Heimstudio viele Bilder „meiner Hunde“ an den Wänden hängen und bin bei jedem Anblick überglücklich. Natürlich ist auch unser eigener Hund in unserer Wohnung auf Fotos zu sehen, aber auch persönliche Momente und Landschaftsfotos von unseren gemeinsamen Reisen sind an den Wänden zu finden.

 

Selbstverständlich werden meine Arbeiten aus der Hundefotografie aber auch in den Sozialen Medien und auf meiner Website präsentiert, um anderen Hundehaltern zu zeigen, welche wundervollen Fotos möglich sind und dass diese auch mit ihrem eigenen Hund realisierbar sind. Dazu finden sich viele meiner Fotos auch in einem Tierbildarchiv wieder und stehen dort zum Verkauf.

 

Die Fotos unserer Reisen, auf denen ich dann die Fotografie eher als Hobby sehe, werden auf unseren Reise-Accounts in den Sozialen Medien veröffentlicht und in unseren Reisevlogs auf YouTube eingebunden.

 

 

Was möchten Sie fotografisch erreichen, wovon träumen Sie?

 

Ein absoluter Traum wäre definitiv das Veröffentlichen eines Bildbandes oder eines Buchs. Das Erstellen einer Reportage über Straßenhunde (dieser Welt) gehört definitiv auch zu den Dingen, die ich gerne eines Tages realisieren möchte.

 

Auch wenn es inzwischen schon die Möglichkeit gibt, sich mein Wissen bei einem Coaching oder seit neuestem auch in einem Videotraining anzueignen, gibt es noch den Traum einer Foto-Reise. Gerne würde ich gemeinsam mit anderen Hundefotografie-Begeisterten an einen besonderen Ort auf der Welt reisen, um dort zusammen Hunde zu fotografieren und mein Wissen weiterzugeben. Seit ich mit unsere Hündin Leia nun auf unseren Reisen mein persönliches Model immer dabei habe und bereits mehrere Hunde in Kapstadt fotografieren durfte, fesseln mich die unterschiedlichen Landschaften und das unterschiedliche Licht sehr.

 

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>Über den Autor – Diana Jill Mehner

 

Diana Jill Mehner, 1991 geboren in Gütersloh, ist leidenschaftliche und gelernte Fotografin. An die Hundefotografie hat sie ihr Herz verloren nachdem sie in den unterschiedlichsten Bereichen fotografiert hat.

 

Inzwischen wohnt sie in der Prignitz, dem am dünnsten besiedelten Kreis Deutschlands, wo sich viele Möglichkeiten bieten, um Hunde in der Natur in Szene zu setzen. Neben der Outdoorfotografie haben Hundehalter auch die Möglichkeit, farbenfrohe und oftmals lustige Portraits ihrer Vierbeiner in ihrem (mobilen) Studio anfertigen zu lassen. Mit ihrer Fotografie ist sie aber nicht nur lokal und in Deutschland, sondern weltweit unterwegs. So durfte sie schon Hunde in Österreich und den Niederlanden, sowie Hunde am Strand Kapstadts fotografieren.

 

In ihrer Freizeit liebt Diana Mehner es, gemeinsam mit ihrem Mann Hauke und ihrer Hündin Leia Deutschland und Europa mit ihrem VW Campervan „Wiggo“ zu entdecken, wo die Kamera natürlich immer dabei ist.