Schlüssel zur zuverlässigen digitalen Farbkommunikation

Von Ken Butts

 

Die Lieferung des richtigen Produkts an den richtigen Kunden zum richtigen Zeitpunkt stellt für jede Branche eine große Herausforderung dar.  Dies gilt insbesondere für das Geschäft mit Bekleidung. Die Präferenzen der Verbraucher ändern sich schnell und keine Produkte anbieten zu können, die dem aktuellen Trend entsprechen, kann mehr als nur einen kurzfristigen Geschäftsverlust bedeuten.

 

Durch die Einführung der digitalen Farbkommunikation wurde eine erhebliche Verkürzung der Entwicklungszeit für Farben ermöglicht. Allerdings wurden auch neue Probleme aufgeworfen.  Eine mangelnde Steuerung des Prozesses zur Erstellung digitaler Farbdaten führt zu den folgenden Problemen:

 

  • Austausch fehlerhafter Informationen
  • Missverständnisse hinsichtlich der Produktqualität
  • Verzögerungen im Entwicklungszyklus

 

Zur Sicherstellung der zuverlässigen Qualität von übermittelten digitalen Farbdaten müssen die Variablen im Messprozess identifiziert und kontrolliert werden.

 

 

Grundlagen der digitalen Farbkommunikation

 

Von der Auswahl einer Farbe durch einen Designer bis zu ihrer Präsentation im Showroom durchläuft eine erfolgreiche Farbentwicklung verschiedene Prozesse. Damit Produkte für eine bestimmte Jahreszeit rechtzeitig zur Verfügung stehen, muss der Entwicklungsprozess Monate im Voraus beginnen.  Besonders schwierig ist hierbei die Kommunikation der richtigen Farbe vom Entwickler an den Kunden.

 

Einen Standard festlegen

 

Der erste Schritt im Farbbestimmungsprozess ist die Festlegung eines Standards zur Farbabstimmung.  Die ursprüngliche Inspiration kann von einem Stoffmuster oder einer Farbe auf einem Bildschirm stammen und die gewünschte Farbe muss präzise an das Werk kommuniziert werden, in dem das Endprodukt produziert wird.

 

Die Erfahrung zeigt jedoch, dass physikalische Standards häufig für Missverständnisse zwischen Designer und Herstellern sorgen und Verzögerungen verursachen können, wenn sie nicht sorgfältig ausgewählt werden.  Durch die Festlegung eines geeigneten Standards können zwar viele Probleme bei der Farbabstimmung gelöst werden, der Farbentwicklungsprozess als Ganzes wird hierdurch jedoch nicht verbessert.  Zur Abstimmung der gewünschten Farbe beim Endprodukt müssen die physikalischen Standards genau angewendet und die Zielfarbe im gesamten Entwicklungsprozess beibehalten werden.

 

Die digitale Darstellung kommunizieren

 

Die Farbintegrität des Standards kann nur garantiert und die Entwicklungszeit kann nur verkürzt werden, indem die digitale Darstellung des ausgewählten Standards kommuniziert wird.  Wie sieht ein digitaler Standard aus?  Hierbei handelt es sich einfach um eine Reihe von Werten, die die Reflektionskurve ausdrücken. Diese Größe beschreibt, wie sich eine Farbe im Licht verhält.  Mit dieser Methode kann eine Farbe sowohl für Farbprozesse mit physikalischen Standards als auch für ein CAD-Design numerisch definiert werden.  Zur Interpretation dieser Werte und grundlegenden Beschreibung der Farbe und des Farbunterschieds wurden zahlreiche Computerprogramme entwickelt.

 

Mit der Entwicklung beginnen

 

Nach der Auswahl der physikalischen Farbstandards können diese mit einem Spektralphotometer gemessen und sofort per E-Mail an die Lieferanten übermittelt werden, damit diese mit dem Entwicklungsprozess beginnen können.  Die Lieferanten verwenden in der Regel eine Farbrezeptur-Software, um schnell Farbstoffrezepturen zu erstellen, die zur Behebung beispielsweise der folgenden Probleme optimiert wurden:

 

  • Metamerie
  • Wiederholbarkeit
  • Abstimmung mit anderen Komponenten

 

Proben für den Einzelhändler zur Verfügung stellen

 

Anschließend übermitteln die Lieferanten Proben in physikalischer oder digitaler Form an den Einzelhändler.  Ein digitaler Prozess bietet den Vorteil, dass Proben mithilfe von Qualitätskontrollsoftware schnell mit den Zielstandards verglichen werden können. Auf diese Weise können nicht spezifikationsgemäße Proben schon vor der abschließenden Überprüfung aussortiert werden.

 

Dies ist ein besonders wichtiger Schritt, da in der Regel große Probenmengen verarbeitet werden.  Die Proben, die den numerischen Filterprozess erfolgreich durchlaufen haben, können dann mit kalibrierter Monitortechnologie visuell geprüft werden.  Die Proben werden einzeln anhand eines Standards oder unter verschiedenen Lichtverhältnissen in einer Vorschau angezeigt. So wird bestimmt, ob Metamerie bei der jeweiligen Probe ein Problem darstellt.  Vor der endgültigen Genehmigung werden die Proben möglicherweise mit anderen Komponenten bewertet und die Farbkoordination und -konsistenz werden geprüft.

 

Je nach Volumen der erforderlichen Entwicklungsarbeit kann ein Einzelhändler durch die elektronische Kommunikation von Standards und Farbabstimmungen erhebliche Zeit und Kosten einsparen.  Es gilt jedoch zu beachten, dass nicht alle Stoffe und Farben für die digitale Farbkommunikation geeignet sind und weiterhin mit bestehenden manuellen Methoden verarbeitet werden.  Zur Erkennung dieser Stoffarten zu Beginn des Prozesses muss mit höchster Sorgfalt vorgegangen werden, damit der Erfolg des digitalen Farbprogramms hinterher zweifelsfrei bestimmt werden kann.

 

Gewährleistung der digitalen Farbzuverlässigkeit

 

Die Grundlage für den Erfolg des digitalen Farbkommunikationsprozesses ist die Zuverlässigkeit der kommunizierten digitalen Daten in jedem Schritt des Entwicklungszyklus.  Digitale Daten gelten als zuverlässig, wenn eine andere Person bei der erneuten Messung an einem anderen Standort und mit einem anderen Messinstrument die gleichen Resultate erzielt.  Hierzu müssen das Instrument, die Messtechnik, die Messumgebung sowie die angewendeten Methoden sorgfältig überprüft werden.  Probleme in einem dieser Bereiche können Fehler verursachen, die am Ende des Entwicklungsprozesses zu einer falschen Farbe führen.

 

Was unternimmt Ihr Unternehmen, um die Farbentwicklung zu optimieren? Haben Sie Fragen dazu, wie Sie den Prozess verbessern können? Senden Sie uns eine Nachricht an emamarketingdontlike@spamdatacolorcom.spam.