Spotlight On – Andy Farrer

Wie sind Sie zur Fotografie gekommen?

 

Schon als Kind mochte ich Küstenwanderungen und besuchte Naturschutzgebiete und hatte immer eine Kamera dabei. Meine High School hatte eine Dunkelkammer und mein Kunstlehrer war ein leidenschaftlicher Fotograf, der mich immer ermutigte, meinem Hobby nachzugehen, und eine große Inspiration für mich war. Er erlaubte mir, in den Pausen und zur Mittagszeit die Dunkelkammer zu benutzen und mich für den Kurs GCSE Photography vorzuschlagen, was am Ende meine beste Schulnote war. Das Portfolio, das ich aufgebaut hatte, war stark genug, um mir einen Platz auf dem renommierten heutigen The Arts Institute in Bournemouth zu sichern. Ich habe in den frühen 90ern meinen Abschluss gemacht und dann in verschiedenen fotografischen Jobs gearbeitet, darunter in einem Geschäft für High Street-Fotografie, einem Studio und einer Dunkelkammer. Hochzeiten und Porträts ließen mein Herz nie wirklich höherschlagen, aber in dieser Zeit kaufte ich meinen ersten Computer, Scanner und Drucker und begann damit, alte Fotos (mit Photoshop Version 2) wiederherzustellen und zum ersten Mal digital zu drucken.

 

 

Was ist Ihr fotografischer Schwerpunkt und was hat Sie motiviert, sich auf dieses Genre zu konzentrieren?

 

Ich fand irgendwann meine wahre Leidenschaft, als ich anfing, ernsthaft Landschaften zu fotografieren. Dies war zu der Zeit, als ich auf digitale Fotografie umstieg und in der ersten Version von Adobe Lightroom die RAW-Konvertierung lernte. Ich mochte die Freiheit und Kreativität, die die digitale Verarbeitung ermöglichte, und war mehr denn je von der Fotografie begeistert.

 

Was ist bisher Ihr größter Erfolg oder Ihre größte Herausforderung?

 

Mein erster großer Meilenstein war der Gewinn der Kategorie Internationaler Gartenfotograf des Jahres 2012. 2015 wurde ich zum Landschaftsfotografen des Jahres gekürt. Diese und weitere Erfolge haben mich motiviert, weiter zu machen und andere Menschen über alle Aspekte des Fotografierens, Verarbeitens und Druckens zu unterrichten.

 

Wer und/oder was inspiriert Sie am meisten?

 

Das Wetter, die Dramatik einer Szenerie und die sich ständig ändernde Landschaft inspirieren mich permanent. Die wechselnden Farben im Laufe des Jahres faszinieren mich. Mit der gestiegenen Nachfrage über Social Media ist der Konsum von Bildern so hoch wie nie zuvor. Ich lasse mich von der atemberaubenden Arbeit inspirieren, die ich jeden Tag von Freunden und auch mir unbekannten Fotografen sehe, aber mein eigener Stil und meine eigene Richtung sind für mich von grundlegender Bedeutung.

 

Was ist Ihre Herangehensweise? Gibt es etwas, was Sie während eines Shootings erreichen möchten (wie zum Beispiel bestimmte Gefühle auszulösen o.ä.) oder spezielle Techniken, die Sie verwenden?

 

Mein oberstes Ziel ist es, eine emotionale Reaktion auf meine Bilder zu erzeugen. Ich bin nicht bestrebt, einen formelhaften Ansatz zu finden und Techniken zu ändern, die den jeweiligen Bedingungen entsprechen und das Licht und den Ort an einem bestimmten Tag optimal nutzen. Es ist mir wichtig, auf die Szene einzugehen, um sie am Ende in nur zwei Dimensionen zu vermitteln. Da ich drucke, denke ich oft von Anfang an darüber nach, wie die Szene auf Papier aussehen könnte, was Einfluss darauf haben kann, wie ich mein Bild aufbaue und aufnehme.

 

 

Warum sind akkurate Farben in Ihrem Workflow wichtig?

 

Schon während meines Studiums am Art College war ich bei Farben penibel und habe es sehr genossen, Dinge „genau so“ zu hinbekommen. Bei der Verarbeitung von RAW-Dateien ist ein präziser Farbmanagement-Workflow sehr wichtig, damit ich die richtige Stimmung für mein endgültiges Bild erzielen kann. Daher benutze ich den SpyderX. Benutzerdefinierte Farbprofile für die Papiere, auf denen ich drucke, ermöglichen mir einen „Softproof“ meiner Bilder, wodurch ich weniger Tinte und Papier verschwenden muss.
 

Haben Sie Tipps oder Ratschläge für Fotografen, die am Anfang ihrer Karriere stehen?

 

Ich würde empfehlen, zuerst die Grundlagen zu lernen. Verwenden Sie den manuellen Modus und verstehen Sie die Beziehung zwischen Blende, Verschlusszeit und ISO. Sehen Sie sich einige der Bilder an, die Sie zum ersten Mal dazu bewegt haben, eine Kamera in die Hand zu nehmen. Denken Sie darüber nach, was Sie an diesen Bildern fasziniert. Ist es der Ort, das Licht, die Jahreszeit, das Wetter oder der Bildaufbau? Suchen Sie diese Elemente und planen Sie. Verwenden Sie Apps, um zu bestimmen, zu welcher Tages- und Jahreszeit Sie die besten Chancen haben, diese Komponenten zusammenzuführen. Durchforsten Sie die Wettervorhersagen und gehen Sie vor die Tür um zu testen. Egal wie gut Ihre Bildbearbeitungsfähigkeiten werden, Sie brauchen immer einen guten Bildaufbau und gutes Licht. Wenn Sie mit der Zeit bei der Bearbeitung Ihrer Bilder besser werden, werden Sie dankbar dafür sein, dass Sie sich alte Bilder wieder heraussuchen und sie erneut bearbeiten können.

 
 

Über den Autor – Andy Farrer

 

Andy ist professioneller Landschaftsfotograf, Fine Art Drucker und Fototrainer, der Fotoworkshops in Großbritannien und im Ausland leitet. Er wohnt an der legendären Jurassic Coast in Dorset, Großbritannien, und leidet daher nicht an einem Mangel an Weltklasse-Kulissen, um seiner Leidenschaft für die Erkundung der freien Natur nachzugehen. Sein beeindruckendes Portfolio ist bekannt für seine sorgfältig ausbalancierten Kompositionen und das feine Spiel von Farbe und Tonalität. Er ist bestrebt, die Essenz der Szene zu vermitteln und dem Betrachter das Gefühl zu geben, mit ihm dort gewesen zu sein. 2015 wurde Andy zum Landschaftsfotografen des Jahres gekürt.

 

Fotografisches Genre: Landschaftsfotografie

   

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