Maggi Fuchs – wie führe ich einen simplen Waschtest durch?

Vor kurzem waren wir auf der Suche nach einer unkomplizierten und vor allem preiswerten Lösung um Messungen für einen vereinfachten Waschtest für den digitalen Textildruck durchzuführen. Es ging uns nicht um einen Waschtest nach offiziellen Standards. Unser Ziel war es wirklich nur, schnelle Messungen zu erhalten um Veränderungen in der Waschbeständigkeit zu erkennen und im Anschluss unsere Prozesse zu verbessern. Eine Möglichkeit haben wir im ColorReader von Datacolor gefunden und das Gerät kurzerhand für unsere Ansprüche “zweckentfremdet”.

 

 

Im DTG-Druck (auch Direct to Garment oder Textildirektdruck genannt) wird das Motiv direkt mit Hilfe von farbiger und weißer Tinte auf T-Shirts und andere Textilien gedruckt, ähnlich wie bei einem normalen Inkjet-Drucker für Papier zu Hause. Im Anschluss daran ist ein Waschtest ein hervorragendes Mittel, um die Qualität eines Textildirektdrucks zu bewerten und alle Einstellungen im Prozess anzupassen, um die bestmögliche Waschbeständigkeit zu erreichen. So
lässt sich sicherstellen, dass das Ergebnis den höchsten Standards entspricht.

 

Ein Waschtest erscheint zuerst zeitaufwendig, aber niemand möchte, dass ein Kunde ausgewaschene Drucke reklamiert und das Produkt zurücksendet. Die Kosten und der Zeitaufwand für das Nachdrucken eines Auftrags mit durchschnittlicher Größe sowie der Imageschaden übersteigen bei weitem den Aufwand eines Waschtests. Daher predigen wir immer, dass jeder Textildirektdrucker fortlaufende Waschtests zur Prozess- und Qualitätskontrolle etablieren sollte.

 

Zusammenfassend gibt es für uns drei Hauptgründe, um einen Waschtest durchzuführen:

 

1) Um den bestmöglichen Ausdruck zu erhalten  
2) Um die Druckqualität eines Zulieferers zu testen  
3) Um für alle Prozessschritte (zum Beispiel Vorbehandlung, Druck und Fixierung) die richtigen Einstellungen für die Maschine zu finden und so die Waschbarkeit der Textilien zu maximieren.  

 

Neben einer rein visuellen Prüfung der Ergebnisse gibt es zusätzlich die Möglichkeit, den Farbverlust während des Waschens zu messen und so genauere Aussagen treffen zu können. Leider sind gerade diese Messungen oft sehr zeitaufwendig und mit kostspieligem Equipment verbunden.

 

 

Aus diesem Grund waren wir auf der Suche nach einer einfachen und kostengünstigen Lösung, mit der einfache Waschtests zu Hause durchgeführt werden können. Eine passende Option haben wir im ColorReader von Datacolor gefunden, den wir kurzerhand für unsere Ansprüche zweckentfremdet haben.

 

Die Ergebnisse mögen zwar nicht den offiziellen Mess-Richtlinien für textile Waschtests entsprechen – die Informationen, die damit gewonnen werden können, reichen aber für unsere vereinfachten Zwecke zur Optimierung unserer Prozessqualität im DTG-Druck durchaus aus.

 

Der eigentliche Einsatzzweck des ColorReader ist die Messung und anschließende automatische Bestimmung der nächstgelegenen NCS- und RAL-Werte für Pigmentfarben. Dieses Feature haben wir nicht getestet. Was für unsere Belange aber perfekt war, ist die Möglichkeit sich auch die gemessenen L*a*b*-Werte anzeigen zu lassen.

 

Für die Waschtest selbst haben wir eigene Motive erstellt, die dann auf T-Shirts gedruckt wurden. Diese Designs enthalten einerseits immer ein paar Elemente, um die Druckqualität zu testen und andererseits ein paar einfarbige Testblöcke, anhand derer wir die tatsächlichen Messungen vornehmen können.

 

 

Nach dem Drucken und Fixieren führten wir die ersten Messungen durch, um die Ausgangssituation festzuhalten. Im Anschluss wurden die Textilien gewaschen und getrocknet. Für unsere vereinfachten Waschtests nutzten wir unser Equipment, das wir bereits zu Hause hatten: eine normale Waschmaschine und einen Trockner. Nachdem die Textilien den ersten Zyklus durchlaufen hatten, maßen wir erneut die farbigen Blöcke und notieren die L*a*b* – Werte, die uns der ColorReader lieferte. Wir wiederholten den Zyklus von Waschen, Trocknen und Messen im Normalfall mindestens zehn Mal. Je öfter wir den Waschtest wiederholten, desto mehr Informationen lieferte er uns.

 

Durch diesen Prozess erhalten wir leicht vergleichbare Daten. In unserem Fall haben wir nach besagten 10 Wäschen zuerst eine visuelle Prüfung der Ergebnisse durchgeführt. Im Anschluss daran haben wir unsere L*a*b*-Werte genommen und die Farbabeweichung ΔE bestimmt. Wir berechneten die Farbabweichungen (ΔE) zwischen den einzelnen Wäschen bzw. von Anfang und Ende des Waschtests.

 

Die Ergebnisse, die wir mit dem ColorReader erhalten, stimmten mit unserer visuellen Bewertung überein.

 

Für mathematisch weniger begeisterte hat der ColorReader ein zusätzliches hilfreiches Feature im Gepäck: Im Qualitätskontrolle-Modus kann er automatisch die Farbabweichung zwischen zwei Messungen berechnen. Wer allerdings einen anderen ΔE mit Toleranzen bestimmen will, kommt um eigene Berechnungen nicht herum.

 

Ein weiterer Vorteil der Messungen ist, dass am Ende die Werte verwendet werden können, um die Ergebnisse in einer Grafik zu visualisieren und dadurch auch für Laien leicht verständlich und sichtbar zu machen. Dieses Bild simuliert die Farben im originalen Design (am Bildschirm), nach dem Druck und nach 10 Wäschen.

 

Besonders gut gefallen hat uns am ColorReader die unkomplizierte Handhabung und die dazugehörige App. Einfach den ColorReader einschalten, die App auf dem Handy oder Tablet starten, per Bluetooth verbinden und schon konnten wir mit den Messungen beginnen.

 

Sehr praktisch fanden wir auch die kleine Größe des Gerätes. Es ist extrem handlich, leicht zu transportieren und vor allem sehr unkompliziert zu verwenden. Dank der App gibt weder einen Kabelsalat noch müssen wir unseren Computer mit uns herumschleppen.

 

Obwohl der ColorReader genau genommen nicht für die Messung von Waschtests vorgesehen ist, sind wir sehr beeindruckt und hatten den Eindruck, dass er uns alle Informationen liefert, die wir zum Sammeln unserer Daten und für einen schnellen, vereinfachten Waschtest benötigen.

 

Für mehr Informationen zu unserem vereinfachten Waschtest bzw. digitalen Direktdruck auf Textilien gibt’s in unseren kostenlosen Ebooks (zum Download auf unserem Blog www.dtgmerch.com).

 

Weitere Informationen zum ColorReader

 
  About the Author – Maggi Fuchs  

Wir sind Maggi und Everson, und wir sind DTG Merch.   Wir haben beide mehr als 25 Jahre Erfahrung in verschiedenen Bereichen der Textilindustrie gesammelt. Wir haben uns während unserer Anstellung bei einem DTG-Druckerhersteller kennengelernt. Bald wurde uns klar, dass wir ein gutes Team abgeben - sowohl im Geschäftsleben als auch im Privatleben.   In den letzten Jahren hatten wir das Vergnügen, mit vielen verschiedenen Unternehmen, Druckern, Dienstleistern, Marken und Designern zusammenzuarbeiten. Dabei haben wir viele Freunde auf der ganzen Welt gefunden (man weiß, wer man ist! :-).   Aber vor allem haben wir viele Informationen bezüglich der Probleme, die alle teilen, sammeln können. Wir glauben, dass wir ein wenig zur Lösung dieser Probleme beitragen können. So entstand die Idee für DTG Merch.   Mit dtgmerch.com wollen wir unseren Traum verwirklichen, Menschen zu helfen, erfolgreich im Direct to Garment Printing Business zu arbeiten. In den letzten Jahren haben wir festgestellt, dass es in der Branche noch viele "Punkte zu verbinden" gibt. Wir sind in der glücklichen Lage, über umfangreiche Erfahrungen in allen Bereichen des dtg-Drucks zu verfügen.

   

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