McKinsey-Bericht „Measuring the Fashion World“: Was unsere Farbexperten meinen

Vor Kurzem befragte McKinsey  54 weltweit tätige Führungskräfte in der Bekleidungsindustrie, deren Rollen vom Merchandising bis zur Lieferantenkette reichen, über Herausforderungen, Topprioritäten und den Wettbewerbskampf.

 

Wir baten die Textilfarbexperten von Datacolor – die alle in den Farbteams großer Bekleidungsmarken gearbeitet haben – ihre Meinung zu den Ergebnissen kundzutun. Lernen Sie zunächst unsere Experten kennen:

 

Dustin Bowersox: Ehemaliger Senior Color Manager bei Target und ehemaliger Product Development Engineer bei Uniform Color Company

 

Lisa Beck: Ehemalige Colorist bei White House Black Market und ehemalige Sourcing Manager bei Abercrombie & Fitch

 

Todd Lee: Ehemaliger Director of Color und Wash Services bei Abercrombie & Fitch und ehemaliger Textile Technologist bei Victoria’s Secret

 

Basto Wong: Ehemaliger Senior Colorist bei LF Sourcing und ehemaliger Colorist bei Li & Fung USA

 

Was unsere Experten meinen.

 

Ergebnis: 80 % der Befragten arbeiteten oder arbeiten derzeit daran, „Speed to Market“ zu verbessern. 19 % haben vor, in den kommenden 12 Monaten oder auf lange Sicht daran zu arbeiten.

 

 

Dustin Bowersox: Auch wenn einem es nicht bewusst ist, spielt Farbe eine immense Rolle für „Speed to Market“ Mit einer digitalen Farbmessung können Modemarken mit Färbereien objektiv Farbe kommunizieren, sodass sie risikolos konsistente Farben in der Produktion realisieren können. Zertifizierte Färbereien geben ihre eigenen Farben frei und stellen den Marken Echtzeitdaten zur Nachverfolgung zur Verfügung. Zusätzlich zur radikalen Verkürzung des Arbeitsablaufs können die Färbereien sich dann auf andere Probleme konzentrieren, die die Qualität des fertigen Kleidungsstücks oder Produkts verbessern.

 

Dank des verkürzten Produktionszyklus können Marken deutlich agiler auf Modetrends und Kundenpräferenzen reagieren. Zum Beispiel könnte eine Marke einen Pullover in limitierten Auflagen von mehreren Farben erstellen. Wenn eine Farbe nicht wie geplant verkauft wird, kann die Produktion schnell und einfach auf die anderen verlagert werden. Dies reduziert Überbestände und stellt gleichzeitig sicher, dass Markenhersteller die Kundennachfrage erfüllen können.

 

Ergebnis: 26 % der Befragten sagen, dass die Erfüllung der Musteranforderungen und/oder Musterdurchsatzzeit eine sehr relevante oder geringfügig relevante Herausforderung ist:

 

 

Lisa Beck: Die Tatsache, dass dies lediglich 26 % sind, ist ein starkes Statement über die Sichtbarkeit farbbezogener Herausforderungen. Vielen Menschen ist nicht bewusst, wie viel Geld Muster kosten. Die Person, die den Stoff kauft und Stoffkosten verwaltet, gibt diese Information möglicherweise nicht an die Person weiter, die das Produkt entwickelt, da diese bei der Entwicklung mehr auf der künstlerischen/kreativen Seite steht.

 

Die Person, die das Produkt entwickelt, fordert jedoch all die kostspieligen Muster an. Die Folge ist, dass diese Teams im Rahmen der Entwicklung zusammenkommen und feststellen, dass ein Muster zu kostspielig ist. Dann beginnt man damit, hierbei Abstriche zu machen. Dies ließe sich vermeiden, wenn die Stoffkosten am Anfang des Prozesses allen beteiligten Parteien mitgeteilt würden.

 

Ergebnis: 44 % der Befragten arbeiteten oder arbeiten derzeit an der Einführung einer standardisierten Stoffreihe. 36% haben vor, in den kommenden 12 Monaten oder auf lange Sicht daran zu arbeiten.

 

 

Todd Lee: Das ist eine sehr gute Sache und ich würde gerne noch mehr Unternehmen sehen, die der Standardisierung von Stoffen Priorität geben. Falls man mehrere Marken oder sogar Damen-, Herren- und Kinderbekleidung unter einer einzigen Marke vereint und T-Shirts aus 100 Prozent Baumwolle von den verschiedensten Orten mit Gewichtsunterschieden bei geringen Mengen bezieht, verliert man Geld.

 

 

Falls man hingegen den Standard unternehmensweit auf T-Shirts aus 100 Prozent Baumwolle festlegt, schafft man eine ganzheitliche Farbkonsistenz und Markenkonsistenz. Je mehr Stoffe standardisiert werden, desto mehr Stoffe können im Laufe der Zeit letztlich mit weniger Lab-Dip-Einsendungen aufgrund der Farbe verwendet werden.

 

 

Dustin Bowersox: Eine standardisierte Stoffpalette kann dazu beitragen, überflüssige Überentwicklungen zu reduzieren. Manche Marken gehen noch einen Schritt weiter, indem sie gemeinsame bewährte Verfahrensweisen zur Farbgenehmigung für Materialien mit ähnlichen Färbeeigenschaften umsetzen. Dies ist ein Ablauf, den Marken anwenden können, um schneller voranzukommen, da der Druck für „Speed to Market“ ansteigt.

 

 

Ergebnis: 74 % der Befragten sagen, dass ein Mangel an digitalen Tools oder Fähigkeiten eine überaus relevante oder geringfügig relevante Herausforderung ist.

 

 

Basto Wong: Es ist unbestritten, dass die Verfügbarkeit der richtigen digitalen Tools und Fähigkeiten wichtig ist. Allerdings,  wenn Prozessverbesserungen nicht genau berücksichtigt werden und keine Zeit in die Schulung aller an der Nutzung dieser Tools beteiligten Parteien investiert wird, kann auch die fortschrittlichste Technologie nur eingeschränkt Vorteile bringen Vor allem in großen, globalen Organisationen werden Prozesse zwischen Produktmanagement und -design in so vielen unterschiedlichen organisatorischen Strukturen erstellt, dass die Implementierung zu einer Herausforderung wird.

 

 

Was das Farbmanagement betrifft, sind die Marken am erfolgreichsten, die sich dafür einsetzen, ihre Arbeitsabläufe auf die Unterstützung neuer Technologie zu ändern. Wir arbeiten stets mit unseren Kunden zusammen, um diese hinsichtlich optimaler Arbeitsabläufe und Prozesse zu beraten. Es handelt sich um eine zeitliche Vorinvestition, doch die Ergebnisse sind eine höhere Qualität, reduzierte Kosten und eine schnellere Produktion.

 

 

Welche Prioritäten stehen in diesem Jahr ganz oben auf Ihrer Liste? Senden Sie uns eine Mitteilung mit Ihrer Antwort an emamarketingdontlike@spamdatacolorcom.spam.