Textilthemen: Das Machbarkeitsproblem

Das Thema der AATCC International Conference 2019 lautete „Innovationen von heute für die Herausforderungen von morgen“. Einige der einflussreichsten Namen der Textilindustrie kamen in Fort Worth, Texas, zusammen und sprachen über diese Herausforderungen, die sich häufig bereits heute auswirken.

 

Der Vortrag von Christy Velez-Douglas, Senior Manager of Color bei JCPenney und Datacolor-Kundin, beschäftigte sich mit einer Herausforderung, von der wir sehr oft hören: Machbarkeitsprobleme.

 

Oder mit anderen Worten: Zeit damit verschwenden, das Unmögliche zu versuchen.

 

Wie Christy verdeutlichte, kann man viel wertvolle Zeit damit verschwenden, dass Designer und Farbteams über Farben und Stoffe diskutieren. Irgendwann erfahren zwar alle Beteiligten, dass eine bestimmte Farbe auf dem ausgewählten Stoff tatsächlich nicht funktioniert, doch das passiert häufig erst später im Produktionsprozess. Dadurch geht viel Geld und Zeit verloren, und das, obwohl die Produktionszeitpläne bereits knapp bemessen sind.

 

Hier ein altbekanntes Szenario: Ein Designer verschickt einen bestimmten Farbton an einen Lieferanten. Obwohl dieser weiß, dass die angefragte Farb- und Stoffkombination nicht funktioniert, versucht der Lieferant, eine möglichst hohe Übereinstimmung zu erzielen. Nun beginnt ein Hin und Her, bei dem für den Versand der Muster Zeit und Geld verschwendet werden. Dabei wusste die Färberei bereits zu Beginn aufgrund der Rezeptur und theoretischen Farbdifferenz, die angezeigt wurde, dass sie den Farbton nicht gut treffen würde.

 

Das ist eine verständliche Reaktion. Der Zeitdruck, unter dem die Marken stehen, ist auch für die Fabriken spürbar, sodass man im besten Fall eine nicht ganz ideale Farbübereinstimmung erzielt. Viele Entscheidungen sind bereits gefallen, bevor die Fabrik überhaupt eine Anfrage erhält, was sie vor eine schwierige Wahl stellt: die Fristen einzuhalten oder den Farbton zu treffen.

 

Machbarkeitsprobleme rechtzeitig angehen

 

Mit einer Software für digitales Farbmanagement können Farbteams überprüfen, ob eine Farbe auf dem gewählten textilen Material erzielt werden kann.  So generiert beispielsweise Match Textile theoretische Rezepturen und eine theoretische Reflexionskurve, die am Bildschirm beurteilt werden kann. Diese Informationen können von Anfang an mit den Designern ausgetauscht werden, damit sie mit dieser Farbe fortfahren oder sich gegen dies Farbe entscheiden können.

 

Häufig sehen Designer eine recht hohe Übereinstimmung, so dass der Färbeprozess eingeleitet werden kann. Wenn es aber keinerlei passende Übereinstimmung gibt, können wertvolle Zeit und Geld gespart werden. So färben die Produktionsstätten letztlich nur Anfragen, die sie erfüllen können, und die Wahrscheinlichkeit einer Genehmigung bei der ersten Musterungsrunde steigt deutlich an. Dies ist ein weiterer Beweis dafür, dass die Optimierung von Farben in der gesamten Lieferkette [Link zum CLM-Launch-Blog] sich positiv auf Kosten, Qualität und Schnelligkeit auswirkt.