Wie sieht ein volldigitaler Farbmanagement-Workflow aus?

Ein volldigitaler Farbmanagement-Workflow kann die Effizienz und Geschwindigkeit der Farbentwicklung drastisch verbessern. Wir von Datacolor sprechen oft darüber, das Farbmanagement in Ihrer Lieferkette zu optimieren. Aber wie sieht das genau aus? Und wie sieht eine erfolgreiche Implementierung aus?

 

Heute schlüsseln wir die Systeme und Prozesse auf, die gemeinsam einen vollständig digitalen Workflow für das Farbmanagement bilden. Aber zunächst wollen wir diskutieren, wie „digitales Farbmanagement“ definiert wird.

 

Was beinhaltet das digitale Farbmanagement?

 

Das digitale Farbmanagement umfasst alle Prozesse Ihres Unternehmens, die von Farben beeinflusst werden. Dies reicht von der anfänglichen Farbauswahl nach Design bis hin zur Auslieferung der Endprodukte an das Ladenregal. Abhängig vom Unternehmen und seiner Größe kann dies mehrere Marken, Lieferanten und Werke umfassen.

 

Wie ist ein Farbmanagementprogramm aufgebaut?

 

Das Design und die Implementierung eines Farbmanagementprogramms beginnen mit einer detaillierten Analyse Ihrer bestehenden und bevorzugten Prozesse. Darauf folgt eine Besprechung mit unserem Team, in der die Best Practices der Branche und unsere empfohlenen Lösungen behandelt werden. Von hier aus entwerfen und implementieren wir für Sie eine Lösung, die sich bestmöglich auf Ihr Farbprogramm auswirkt.

 

Digitales Farbmanagement in Aktion

 

In der Textilindustrie sieht ein volldigitaler Farbmanagement-Workflow in etwa folgendermaßen aus:

 

  1. Messung der Design-Inspirationsfarben

Die Inspirationsfarben des Designteams werden mit einem Spektralphotometer gemessen. Mit einer digitalen Aufzeichnung aller Muster kann das Farbbüro problemlos sowohl die eigenen Farben der Marke als auch die Bibliotheken der Anbieter von Farbstandards nach ähnlichen Farbtönen durchsuchen. Durch den Zugriff auf diese Standards entfällt der Zeit- und Kostenaufwand für die Entwicklung neuer Farbübereinstimmungen, wenn bereits eine hinreichende Übereinstimmung vorliegt.

 

 

  1. Digitale Auswertung der Farbpaletten

Dies dient dazu, die Harmonie der Farbpalette und die Optimierung der Sammlung zu gewährleisten. Wenn Sie dies tun, bevor die Farbentwicklung beginnt, werden Lücken identifiziert und das Farbteam kann verschiedene Farbkombinationen bewerten, ohne physische Muster zu erstellen. Wie bei dem vorherigen Schritt werden dadurch der Zeitaufwand und die Bemusterungskosten weiter reduziert.

 

  1. Mitteilung der digitalen Farbstandards an die Lieferanten

Wenn anstelle von physischen Mustern digitale Farbstandards an Lieferanten gesendet werden, kann zu Beginn des Farbentwicklungsprozesses eine Zeitersparnis von Tagen erreicht werden. Dies ist der ideale Zeitpunkt, um Metamerie oder Probleme mit der Koordination von Materialien zu identifizieren – noch bevor die erste Probe überhaupt gefärbt wurde. Werden diese Probleme erst später behoben, kann die Neuformulierung von Farben notwendig werden und zu erheblichen Verzögerungen führen.

 

  1. Beseitigung von inakzeptablen physischen Einsendungen

Eine weitere Möglichkeit, Zeit und Kosten zu sparen, ergibt sich, wenn die Lieferanten mit dem Färben von Muster beginnen. Die visuelle Farbbeurteilung ist in hohem Maße subjektiv. Mit digitalen Farbdaten und numerischen Toleranzen können Marken ihre Lieferanten jedoch anweisen, Muster erst dann zur Bewertung zurückzusenden, wenn die Farbunterschiede innerhalb der angegebenen Toleranzen liegen. Dadurch wird vermieden, dass Lieferanten Muster zur Bewertung zusenden, die nur mit sehr geringer Wahrscheinlichkeit eine Markengenehmigung erhalten würden.

 

  1. Durchführung von Produktionsqualitätskontrollen

In vielen Unternehmen endet das Farbmanagement, wenn ein Lab-Dip oder Probedruck genehmigt wird. Nach diesem Zeitpunkt können aber immer noch kostspielige Farbfehler auftreten. Um dies zu vermeiden, können Lieferanten, die mit Spektralphotometern und Qualitätskontrollsoftware ausgestattet sind, jede Charge Stoff messen und diese Messdaten an die Marke zurückmelden. Sie können auch automatisch Chargen ablehnen, die die erforderliche Produktionstoleranz nicht einhalten.

 

  1. Messung von Materialien, die ein spezielles Spektralphotometer erfordern

Materialien wie Heather, Netz, Drucke, Spitzen und andere Accessoires konnten ursprünglich nicht digital gemessen werden. Mit der Einführung von hyperspektralen Spektralphotometern ist dies nun möglich, was zu mehr Zeit- und Kosteneinsparungen führt.

 

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  1. Kommunikation der Farbdaten in der gesamten Lieferkette

In jedem Unternehmen können isoliert gespeicherte Daten aufgrund der eingeschränkten Verfügbarkeit von Informationen zu Frustrationen führen. Fehler können auch leicht auftreten, wenn Daten manuell in mehrere Systeme eingegeben werden müssen. Eine offene Datenbankarchitektur ist ein wichtiger Bestandteil eines volldigitalen Farbmanagement-Workflows. Sie ermöglicht eine nahtlose Integration in vorhandene Datenverwaltungssysteme wie z. B. PLM.

 

  1. Bewertung der Lieferanten- und Materialleistung

Mehr Transparenz in der Lieferkette führt zu mehr Effizienz. Leistungsberichte können aus Farbdaten generiert werden, sodass Modemarken und Lieferanten in Echtzeit einen Überblick über die farbbezogenen Produktionsaktivitäten erhalten.

 

Ein volldigitaler Ansatz für das Farbmanagement kann sich letztendlich bezahlt machen – nicht nur durch Kosteneinsparungen, sondern auch durch Zeitersparnis und gleichbleibende Qualität. Unabhängig davon, ob Sie mit dem Farbmanagement noch nicht vertraut sind oder eine Möglichkeit zur weiteren Optimierung Ihres Farbmanagement-Workflows sehen, unterstützt Sie unser Team bei der Durchführung des gesamten Prozesses.