Wie unterschiedliche Lichtquellen unsere Farbwahrnehmung beeinflussen

Von Ken Butts, Mitglied des Global Key Account Team bei Datacolor

Betrachten Sie diese zwei Szenarien:

 

  1. Ein Kunde findet den perfekten blauen Pullover und kauft eine passende Jacke. Als der Pullover und die Jacke nach der Rückkehr nach Hause ausgepackt werden, stellt sich heraus, dass ihre Farben stark unterschiedlich wirken.
  2. Die Design- und Farbteams eines Unternehmens einigen sich auf den perfekten Grünton für die Kollektion der nächsten Saison. Doch als die Kollektion in den Geschäften erscheint, ist der Grünton bei einigen Kleidungsstücke vollkommen unterschiedlich.

 

In beiden Fällen kann die Schuld bei der Verwendung der falschen Lichtquellen während der Entwicklung der Kleidungsstücke liegen. Bei der Beurteilung von Proben an mehreren Stellen der Lieferkette kann viel schief gehen, doch zum Glück lassen sich Schwierigkeiten wie diese vermeiden, wenn bei jeder Farbbeurteilung dieselben Lichtbedingungen zum Einsatz kommen. Es ist jedoch nicht immer leicht, dafür zu sorgen, dass überall die gleiche Beleuchtung zur Farbbeurteilung benutzt wird, weshalb ein grundlegendes Verständnis der Bezeichnungen rund um Beleuchtung jedem hilft, der am Farbmanagement von Produkten beteiligt ist.

 

[Mehr wertvolle Hinweise zur digitalen Farbkommunikation]

 

Grundlagen der Beleuchtung Teil 1: Farbtemperatur verstehen

 

Für die Beleuchtung stehen viele verschiedene Marken und Modellnamen zur Auswahl. Dabei gibt es ein Element, das bei allen Marken einheitlich definiert ist: die Farbtemperatur.

 

Die Farbtemperatur (ausgedrückt in Kelvin, z. B. 6500K) ist eine praktische Methode, um Beleuchtung in ähnliche Farbfamilien zu unterteilen.  Je niedriger die Farbtemperatur der Lichtquelle, desto wärmer oder rötlicher ist diese. Je höher die Farbtemperatur, desto kühler oder blauer ist sie.

 

Eine wichtige Anmerkung: Leuchtstoffröhren werden seit langem im Einzelhandel eingesetzt; ihre Bezeichnungen waren früher eher allgemeiner Natur und erwähnten die Farbtemperatur nicht. Heutzutage wird jedoch auch Leuchtstofflichtquellen eine Farbtemperatur zugewiesen. Wenn Sie anhand des Namens entscheiden müssen, finden Sie hier eine Liste der entsprechenden Farbtemperaturen:

 

  • CWF: 4150K
  • WWF: TL83, U30: 3000K
  • TL84: 4100K
  • TL835, SPX35, U35: 3500K

 

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Grundlagen der Beleuchtung Teil 2: Die Definition von Lichtquellen

 

Heute stehen verschiedene Beleuchtungsprodukte zur Verfügung; die meisten von ihnen erzeugen Lichtenergie nach einem der folgenden Verfahren:

 

  1. Glühlampe und Wolframfaden: Ein Wolframfaden glüht, wenn Strom durch ihn fließt. Dies war die normale Beleuchtungsart in den meisten Privathaushalten. Der Nachteil? Es wird viel Energie verschwendet, weshalb viele Glühlampenarten nicht mehr hergestellt werden. Heutzutage finden sich im Haushalt mehr und mehr Leuchtstofflampen und LED-Lampen. Ebenfalls in diese Kategorie fallen Quarz-Halogen-Lampen, deren besondere Eigenschaften für eine langfristig gleichmäßigere Lichtabgabe sorgen. Sie kommen zum Einsatz, wenn eine gelbliche bis rote Lichtquelle benötigt wird
  2. Leuchtstoff: Leuchtstofflröhren erzeugen Licht, wenn elektrische Energie an eine Glasröhre angelegt wird, die Quecksilber und als „Phosphore“ bezeichnete Leuchtstoffverbindungen enthält. Durch Anpassen der Phosphorarten in der Lampe können Leuchtmittelhersteller Leuchtstoffröhren in unterschiedlichen Ausführungen und Farbtemperaturen
  3. LED: Leuchtdioden (LEDs) werden im Bereich der Elektronik seit mehr als 50 Jahren eingesetzt, doch erst seit der noch nicht lange zurückliegenden Einführung weißer LEDs werden sie auch im Einzelhandel und für Verbraucher immer wichtiger. LEDs bieten im Vergleich zu anderen Beleuchtungsarten eine wesentlich bessere Energieeffizienz und sind in vielen Geschäften, Büros und Privathaushalten heute die Lichtquelle der Wahl. Um einen positiven Eindruck von Produkten zu erzeugen, die bei LED-Beleuchtung betrachtet werden, ist es entscheidend, dass die Produktfarbe unter vergleichbaren LED-Bedingungen entwickelt und beurteilt wird.
  4. Ultraviolett: Ultraviolette (UV) Lichtenergie ist für das menschliche Auge nicht sichtbar, obwohl sie Teil des natürlichen Tageslichts ist. UV-Energie wird zum Anregen optischer Aufheller und fluoreszierender Farbstoffe und Pigmente in einer Probe verwendet, so dass diese sichtbares Licht abgeben. Dieses „zusätzliche“ sichtbare Licht lässt weiße Materialien weißer und heller als ohne die Aufheller erscheinen, und fluoreszente Farben zeigen daher den klassischen „Neon“-Effekt.

 

Haben Sie eine Frage zu Lichtquellen, auf die wir nicht eingegangen sind? Senden Sie uns eine Nachricht an emamarketingdontlike@spamdatacolorcom.spam – wir helfen Ihnen gerne weiter.