Wissenswertes über Textilien: 31 Dinge, die Sie noch nicht über „nicht messbare“ Materialien wussten

Heutzutage sind die Kunden daran gewöhnt, die neuesten Trends in Rekordzeit vom Laufsteg bis zu ihrem lokalen Einkaufszentrum zu verfolgen. Aber der Durchschnittsverbraucher denkt nicht darüber nach, wie das alles so schnell passiert.

 

Marken und Textilfabriken kennen jedoch die magischen Zutaten ganz gut: Digitale Farbmanagement-Tools: Spektralfotometer zum Messen der Farbe eines Materials, Qualitätssicherungssoftware und Leuchtkästen zum Auswerten von Farben unter verschiedenen Lichtquellen führen alle zu einem objektiveren, kostensparenderen und schnelleren Prozess.

 

… für Volltonfarben jedenfalls.

 

Mehr als die Hälfte aller Materialien wie Muster, Spitze, Garn und Applikationen (Reißverschlüsse, Knöpfe etc.) erhalten diese spezielle Behandlung nicht. Die Farbgenauigkeit dieser Materialgruppe, die als „nicht messbar“ bezeichnet wird, beruht auf der Erfahrung und Farbwahrnehmung eines Farbteams. Und egal wie diese Farbexperten auch immer ausgebildet sind, wir alle sehen Farbe anders, nicht nur von Mensch zu Mensch, sondern von Tag zu Tag und von Stunde zu Stunde.

 

Sie können also wahrscheinlich nachvollziehen, warum wir dem Start von SpectraVision, unserer Antwort auf die Messung der „nicht messbaren“ Materialien, so sehr entgegen fiebern. Zur Feier ihres Übergangs in die „messbare“ Kategorie haben wir einige der faszinierendsten Fakten über diese kniffligen Materialien zusammengestellt.

 

Wissenswertes über Textilien: Gemusterte Stoffe

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1. Auf seiner Website nennt der berühmte New Yorker Textilhändler Mood Fabrics neun verschiedene Arten von Karomustern.

 

2. Im Jahr 1978 fanden Archäologen auf einem chinesischen Friedhof einen mumifizierten Körper eines keltischen Mannes. Er trug ein Twill-Top und eine Tartan-Leggings. Sie schätzten, dass er um 1000 v. Chr. starb. Damals konnte man wahrscheinlich die Arten von Karomustern an einer Hand abzählen.

 

3. Haben Sie jemals vom Buffalo Check Plaid gehört? Woolrich Woolen Mills, ein Unternehmen in Pennsylvania, USA, begann Mitte der 1900er-Jahre mit der Produktion. Es gibt Gerüchte, dass die Person, die dieses Karomuster entworfen hat, eine Büffelherde besaß. Daher der Name.

 

4. Nicht messbare Materialien im Weltraum: Als die Apollo 12 1969 zum Mond flog, brachte einer der Astronauten, Alan Bean, zusätzliches Gepäck mit: einen halben Meter vom Tartanstoff seiner Familie.

 

5. Es ist sehr schwierig, ein vorindustrielles Kleidungsstück mit Punktmuster zu finden. Das liegt daran, dass die Herstellung dieser Muster auf Maschinen erfolgen muss, so dass die Punkte perfekt verteilt werden konnten. Unsere Augen würden schmerzen bei dem Gedanken, was für die manuelle Herstellung nötig wäre.

 

6. Wetten, Sie haben nicht gewusst, dass Minnie Maus ein wahrer Trendsetter war? Wir verdanken die lang anhaltende Popularität des Punktmusters Walt Disney, der die ikonische Maus mit einem Kleid mit roten Punkten ausstattete.

 

7. Barbie debütierte in Streifen. Ein schwarz-weiß gestreifter Badeanzug, um genau zu sein.

 

8. Was heute als „Liberty Prints“ bekannt ist, begann in den 1920er-Jahren im Liberty, einem Londoner Kaufhaus. Der Laden stellte Paisley- und Blumenmuster sowie abstrakte Designs in Miniaturform her.

 

9. Apropos Paisley, die Herstellung dieses Design reicht noch viel weiter zurück. Das Stoffmuster ist auf das alte Persien zurückzuführen.

 

10. Eine Benennung nach einem Fischmuster: Das Fischgrätenmuster erhielt diesen Namen, da es wie ein Fischskelett eines Herings aussieht.

 

Wissenswertes über Textilien: Spitze

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11. Früher wurde Spitze mit Gold-, Silber-, Leinen- oder Seidenfäden gemacht. Heute ist Baumwolle die vorherrschende Faser, aber Sie können heute noch immer Spitzen aus Leinen und Seide finden.

 

12. Niemand kann mit Gewissheit sagen, wann Spitze erfunden wurde, aber es ist wahrscheinlich, dass dieser komplexe Stoff seinen Anfang im frühen 16. Jahrhundert hatte.

 

13. Spitze wurde erstmalsvon einer Maschine gegen Ende des 18. Jahrhunderts hergestellt. Aber wenn Sie vor dem Jahr 1809 versucht hätten, breiten Tüllstoff zu schneiden, würde er sich dabei auftrennen. Das ist das Jahr, in dem ein Mann namens John Heathcoat den Spitzenstoff (und die Nerven der Leute) davon abbrachte, sich aufzutrennen, indem er einen stabileren Stoff herstellte.

 

Wissenswertes über Textilien: Garn

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14. Wie alt ist das älteste Garn? In der Schweiz gefundene Proben wurden auf fast 7.000 Jahre geschätzt.

 

15. Stolperfalle: Wann ist eine Marathonzeit von 5 Stunden, 48 Minuten und 27 Sekunden beeindruckend? Wenn jemand gleichzeitig einen Schal strickt. Das ist das Kunststück, das David Babcock beim Kansas City-Marathon einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde einbrachte. Er überquerte die Ziellinie mit einem ca. 4 m langen Schal.

 

16. Die Londoner Royal Albert Hall beheimatet einen weiteren Weltrekord: die meisten Menschen, die gleichzeitig am gleichen Ort stricken. Diese Strickparty hatte 3.083 Teilnehmer.

 

17. Garn mag auf der Oberfläche recht einfach erscheinen, aber es bedarf ungefähr 15 verschiedene Faserarten, um dieses Strickgewebe zu einer Mischung aus synthetischem und natürlichem Material zu machen. Kein Wunder, dass es so schwer ist, die Farbe zu messen!

 

18. Um die Sache noch etwas komplizierter zu machen, gibt es Garn auch in Arten wie meliert oder aus Tweed (Sprenkel in verschiedenen Farben), Ombré (helle und dunkle Schattierungen einer Farbe) oder gemergelt (verschiedene miteinander verdrehte Garnstränge).

 

19. Auf der Suche nach etwas anderem? Menschen haben Garn mit Kamelpelz, Seetang, Zuckerrohr und sogar Tierpelz gemacht.

 

Wissenswertes über Textilien: Applikationen (Reißverschlüsse, Knöpfe etc.)

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20. Reißverschlüsse findet man überall. Für den globalen Reißverschlussmarkt wird dieses Jahr ein Umsatz von 11,7 Milliarden US-Dollar erwartet.

 

21. Ein Unternehmen, YKK, hält einen Marktanteil von 46 Prozent. YKK stellt genügend Reißverschlüsse pro Jahr her, um die Welt 50 Mal zu umwickeln (eine Gesamtdistanz von ungefähr 1,9 Millionen Kilometern).

 

22. Allein in den Vereinigten Staaten werden jedes Jahr 4,5 Milliarden Reißverschlüsse in Kleidungsstücken verwendet.

 

23. Der Reißverschluss sah nicht immer so aus wie heute. Im Jahr 1851 patentierte Elias Howe, der auch die Nähmaschine erfunden hatte, das, was er als einen „automatischen, kontinuierlichen Kleidungsverschluss“ bezeichnete.

 

24. Die Dinge wurden etwas fortschrittlicher, als ein Mann namens Whitcomb Judson einen sogenannten „Klammernverschluss“ erfand. Er präsentierte ihn auf der Weltausstellung in Chicago im Jahr 1893.

 

25. Schließlich verbesserte Gideon Sunback diese früheren Entwürfe im Jahr 1913. Seine Version war so nützlich, dass das Militär den „trennbaren Verschluss“ für Geldgürtel und Fluganzüge verwendete.

 

26. Dank des amerikanischen Unternehmens B.F. Goodrich kam der Reißverschluss 20 Jahre später auf ein Paar Stiefel. Man spricht dabei von einem grundlegenden Umbruch hinsichtlich des Schuhwerks.

 

27. Wie kam es also von dem Begriff „trennbarer Verschluss“ zu „Reißverschluss“? Das war scheinbar auch das Werk von B.F. Goodrich. Man erzählt sich, dass ein leitender Angestellter des Unternehmens den englischen Ausdruck „zip ‚er up“ (engl. für in etwa hochziehen) verwendete, welcher vom Klang eines Reißverschlusses (engl. zipper) inspiriert wurde. Der Name blieb hängen.

 

28. Knöpfe haben die Zeit wahrlich überdauert. Die frühesten Knöpfe stammen aus der Vorzeit.

 

29. Bis zum 13. Jahrhundert hatten Kleider eigentlich keine Löcher für Knöpfe.

 

30. Im Paris des 13. Jahrhunderts enthielten die Materialien der Knöpfe Gold, Silber, Knochen, Holz und Messing.

 

31. Heute müssen Sie nicht lange suchen, um einen Kunststoffknopf zu finden, allerdings kamen sie erst ab 1930 in Mode. Damals war es einfacher, Hemdknöpfe aus Materialien wie Muscheln zu finden.

 

Trotz aller Kultur und Geschichte verbunden mit Mustern, Spitzen, Garn und Applikationen ist es an der Zeit, sie in die Welt des digitalen Farbmanagements zu bringen; und schneller in die Kleiderschränke der eifrigen Konsumenten.

 

Möchten Sie mehr darüber erfahren, wie wir die „nicht messbaren“ Materialien messen? Gehen Sie auf datacolor.com/spectavision. Und um auf dem neuesten Stand der Trends und Neuigkeiten aus der Welt der Farben zu bleiben, abonnieren Sie unseren Newsletter.