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Das Datacolor LightColor-Messgerät in der Kunstreproduktionsfotografie
Wie gleichmäßig ist deine Beleuchtung wirklich? Ein Praxistest des Datacolor LightColor Meter
Wie konsistent ist ein Blitzsystem tatsächlich? Welche Auswirkungen haben alternde Reflektoren, farbige Böden oder gemischte Beleuchtung? Der deutsche Fotograf Christoph Petras hat das Datacolor LightColor Meter in seiner täglichen fotografischen Arbeit getestet – genau dort, wo es am wichtigsten ist.
Warum eine gleichmäßige Beleuchtung in der Reproduktionsfotografie wichtig ist
In der Reproduktionsfotografie ziehe ich es vor, mich nicht auf Vermutungen zu verlassen. Wenn Kunstwerke so originalgetreu wie möglich reproduziert werden sollen, reicht die Kamera allein nicht aus. Das Licht spielt eine ebenso wichtige Rolle – seine Intensität, seine Farbtemperatur und vor allem seine Gleichmäßigkeit.
Doch wie konsistent ist ein Blitzsystem in der Praxis? Verändert ein alter Reflektor die Lichtfarbe? Welchen Einfluss kann ein gelblicher Parkettboden in einem Museum auf das Bild haben?
Genau diese Fragen wollte ich untersuchen. Daher habe ich das Datacolor LightColor Meter nicht unter Laborbedingungen getestet, sondern an den Orten, an denen ich es tatsächlich einsetzen würde: in meinem Atelier, mit meinen Blitzsystemen und unter den oft schwierigen Lichtverhältnissen in Museen, Galerien und Künstlerateliers.
Praxistests: Christoph Petras überprüft die Beleuchtung und den Aufbau in seinem Berliner Studio.
Was kann das LightColor-Messgerät messen?
Mein Partner Datacolor hat mir das LightColor Meter zur Verfügung gestellt, damit ich dessen Funktionalität testen kann. Dieses kompakte Gerät misst sowohl die Lichtintensität als auch die Farbeigenschaften und kann sowohl mit Blitzlicht als auch mit Dauerlicht und Umgebungslicht verwendet werden. Es stehen verschiedene Messmodi für Fotografie und Video zur Verfügung.
Mein erster Eindruck war positiv; das Gerät ist kompakt und gut verarbeitet. Zum Zubehör gehören eine Tragetasche, ein Ständer und eine Klemme. Besonders schätze ich die Möglichkeit, das Messgerät auf einem Stativ zu befestigen. So kann ich einen festen Messpunkt festlegen und wiederholte Messungen unter identischen Bedingungen durchführen.
Das Gerät wird über ein Smartphone bedient und verfügt über kein integriertes Display. Darauf werde ich später noch zurückkommen.
Mein Blitz-System auf dem Prüfstand
Was die Messungen ergaben
Was die Lichtleistung betraf, gab es zunächst kaum Überraschungen: Die Schwankungen lagen lediglich bei etwa einem Zehntel einer Blendenstufe, was für meine Arbeit praktisch unerheblich ist.
Interessanter wurde es jedoch, als ich mir die Farbtemperatur genauer ansah. Ich stellte einen Unterschied von fast 200 Kelvin zwischen dem ersten Blitz nach dem Einschalten des Systems und den nachfolgenden Blitzen fest. Offenbar muss mein Blitzsystem einige Male auslösen, bevor sich die Farbtemperatur stabilisiert und ich mich auf einen konsistenten Weißabgleich verlassen kann.
Das ist kein Problem. Allerdings hätte ich dies ohne Messungen nicht gewusst.
Nach einigen Testblitzen stabilisierten sich die Messwerte deutlich. Es traten zwar weitere Schwankungen von etwa 80 Kelvin auf, diese waren aber nicht reproduzierbar und spielen bei meiner 45-Grad-Beleuchtungskonfiguration für die Reproduktionsfotografie keine Rolle.
Insgesamt ist das Ergebnis positiv: Mein Blitzsystem ist für meine Zwecke ausreichend zuverlässig.
Was das Auge übersieht
Noch überraschender waren für mich die Messungen der Reflektoren und Füllflächen. Diese Materialien verbleiben oft jahrelang in einem Studio. Veränderungen ihrer Eigenschaften sind mit bloßem Auge kaum wahrnehmbar.
Im Laufe der Zeit können weiße, reflektierende Oberflächen vergilben, wodurch sich die Farbe des reflektierten Lichts verändert. Auch bei einem älteren Blitzsystem, das ich getestet habe, habe ich Unterschiede festgestellt.
Genau darin sehe ich den Vorteil einer objektiven Messung. Ich muss nicht mehr beurteilen, ob ein älterer Reflektor etwas wärmer wirkt. Ich kann dies messen.
Auch reflektierende Oberflächen verändern sich: Alterung und Vergilbung können die Farbe des reflektierten Lichts beeinflussen.
Wenn der Raum selbst zur Lichtquelle wird
Messung der Einflusses von Umgebungslicht
Große Fenster, farbige Wände, Parkettböden und beengte Räume können zusätzliches Umgebungslicht hereinlassen, das mitunter einen spürbaren Farbstich verursachen kann. Dies kann zu einer gemischten Beleuchtung führen, die die Farbwiedergabe beeinträchtigt, insbesondere bei der Wiedergabe von Kunstwerken.
Mit einem herkömmlichen Belichtungsmesser kann ich die Lichtmenge messen, die auf das Motiv fällt. Das LightColor Meter liefert zudem Informationen zur Farbtemperatur sowie zu Grün- und Magenta-Verschiebungen.
In einem Museum beispielsweise kann ein gelblicher Parkettboden Licht auf Kunstwerke zurückwerfen. Die entscheidende Frage ist nicht, ob diese Reflexion vorhanden ist, sondern ob sie stark genug ist, um die Farbwiedergabe maßgeblich zu beeinflussen. Mit einer geeigneten Messung kann ich dies objektiv beurteilen.
In der Reproduktionsfotografie ist es wichtig, potenzielle Fehlerquellen so früh wie möglich zu erkennen, noch bevor die Aufnahmen gemacht werden.
Außerhalb kontrollierter Studiobedingungen. In Museen, Galerien oder Künstlerateliers können der Raum, die umgebenden Oberflächen und das Umgebungslicht die Farbwiedergabe beeinflussen.
Konsistenz bei mehrtägigen Digitalisierungsprojekten
Insbesondere bei größeren Digitalisierungsprojekten reicht es nicht aus, dass die Beleuchtung nur einmal korrekt eingestellt ist. Sie muss auch am nächsten Tag und am Tag danach korrekt sein.
Diese Projekte können sich über mehrere Tage erstrecken. Selbst wenn ein Aufbau identisch nachgebaut wird, können sich die Bedingungen ändern. Beispielsweise fällt das Tageslicht anders ein, eine Lichtquelle kann sich leicht verschieben oder ein Reflektor befindet sich nach einer Pause möglicherweise nicht mehr in derselben Position.
Hier erweist sich die Möglichkeit, dasLightColor Meter auf einem Stativ zu befestigen, als nützlich. So kann ich einen festen Messpunkt festlegen und nach einer Unterbrechung schnell überprüfen, ob die Lichtverhältnisse noch mit der ursprünglichen Einstellung übereinstimmen.
Für mich ist das Erfassen einzelner Messwerte weniger wichtig. Entscheidend ist die Möglichkeit, eine Beleuchtungssituation objektiv zu dokumentieren und später wiederherzustellen.
Ein festgelegter Messpunkt erleichtert die Dokumentation der Lichtverhältnisse und deren konsistente Reproduktion bei länger andauernden Projekten. Hier sehen Sie das LightColor Meter, das am Datacolor Spyder Checkr angebracht ist.
Warum 5.600 Kelvin bei Videos nicht alles aussagt
Über die Farbtemperatur hinausblicken
In solchen Situationen können schnell komplexe Lichtverhältnisse entstehen, bei denen Videoleuchten, die vorhandene Raumbeleuchtung und Tageslicht zusammenwirken. Eine nominelle Angabe wie beispielsweise 5600 Kelvin reicht nicht aus, um die Lichtsituation genau einzuschätzen.
Daher halte ich zusätzliche Informationen zur Grün-/Magenta-Verschiebung für besonders nützlich. Diese Unterschiede lassen sich bei der Aufnahme leicht übersehen, erfordern jedoch möglicherweise eine Korrektur in der Nachbearbeitung.
Auch hier gilt das gleiche Prinzip: Je besser ich die Lichtsituation während der Aufnahme verstehe, desto präziser kann ich darauf reagieren.
Im Videomodus zeigt die App neben den Belichtungswerten auch die Farbtemperatur und die Grün-/Magenta-Verschiebung der gemessenen Lichtquelle an.
Praktische Einschränkungen im täglichen Gebrauch
Bedienung ausschließlich über das Smartphone
Das LightColor Meter verfügt über kein integriertes Display und wird ausschließlich über das Smartphone bedient, was mich etwas gestört hat.
Grundsätzlich funktioniert dies problemlos. In der alltäglichen Fotografie kann es jedoch vorkommen, dass das Smartphone in den Ruhemodus wechselt oder ein eingehender Anruf die Messung unterbricht.
Ich habe eine sehr einfache Lösung gefunden: Ich verwende ein älteres Smartphone mit der LightColor-Meter-App. Auf diese Weise ist das Messgerät unabhängig von dem Smartphone, das ich eigentlich für meine Arbeit und zur Kommunikation nutze.
Die Bedienung erfolgt über das Smartphone: Christoph Petras verwendet ein separates, älteres Gerät in Verbindung mit dem LightColor Meter.
Fazit: Probleme erkennen, bevor sie sich auf das Endbild auswirken
Das Datacolor LightColor Meter ersetzt für mich weder eine Graukarte noch den Spyder Checker. Es kommt lediglich an einer anderen Stelle in meinem Arbeitsablauf zum Einsatz.
Ich verwende nach wie vor eine Graukarte und den Datacolor Spyder Checker für den Weißabgleich, die Belichtungssteuerung und die Kamerakalibrierung. Mit dem LightColor Meter kann ich jedoch einen Schritt zurücktreten und prüfen, ob die Lichtquelle und die allgemeine Beleuchtungssituation korrekt sind, bevor ich zu diesem Schritt übergehe.
Zwei Werkzeuge, unterschiedliche Aufgaben: Der Spyder Checker sorgt für eine präzise Farbwiedergabe bei der Aufnahme, während das LightColor Meter bereits zuvor zum Einsatz kommt, nämlich bei der Beurteilung der Lichtverhältnisse.
Ich sehe darin einen praktischen Vorteil, insbesondere in der Reproduktionsfotografie, bei der Dokumentation von Museen und Ausstellungen sowie bei längerfristigen Digitalisierungsprojekten. Für mich kommt es nicht so sehr auf eine individuelle Beurteilung an, sondern vielmehr auf die Möglichkeit, die Lichtverhältnisse objektiv zu überprüfen, zu dokumentieren und wiederzugeben.
Das LightColor Meter ist ein kleines, unkompliziertes Werkzeug, das sich gut in meinen bestehenden Arbeitsablauf integrieren lässt.
Vor allem hilft es mir dabei, potenzielle Fehlerquellen zu erkennen, bevor sie in das Bild gelangen.
Christoph Petras ist Fotograf und Spezialist für Reproduktionsfotografie mit Sitz in Berlin. Er studierte Fotografie an der Akademie für Bildende Künste Leipzig und an der Glasgow School of Art und absolvierte anschließend ein Aufbaustudium im Bereich Kunstfotografie bei Timm Rautert. Seit 1999 ist er als freiberuflicher Fotograf tätig.
Der Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf der präzisen Reproduktion und Digitalisierung von Kunstwerken sowie auf der Dokumentation von Museen und Ausstellungen. Er hat bedeutende Digitalisierungsprojekte für Museen, Galerien und Stiftungen durchgeführt, darunter das Brücke-Museum Berlin, die Kunsthalle Rostock und die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der kommunistischen Diktatur in Ostdeutschland.
Petras beschreibt seinen fotografischen Ansatz als dokumentarisch und objektiv, wobei er besonderen Wert darauf legt, Kunstwerke so genau und originalgetreu wie möglich einzufangen und wiederzugeben.
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Kontaktmöglichkeiten zu Christoph Petras
Häufig gestellte Fragen
Fachleute verwenden Graukarten, Farbmuster, Lichtmessgeräte, kalibrierte Monitore und ICC-farbverwaltete Arbeitsabläufe, um eine originalgetreue Farbwiedergabe zu erzielen.
Durch die Dokumentation der Lichtverhältnisse, die Verwendung fester Messpunkte sowie die regelmäßige Überprüfung der Lichtleistung und der Farbeigenschaften während der gesamten Projektdauer.
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